Morgenmoment

Guten Morgen,

hohle Rituale sollte man abschaffen, wichtige Rechte aber nicht. Dein Morgenmoment kommt heute von Michi Farthofer und Tom Schaffer.

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#1 Möchtest du das teilen?

 

Am Ende des Monats plötzlich 150€ weniger auf dem Konto? Genau das ist österreichweit Menschen passiert, die sowohl Arbeitslosengeld als auch Sozialhilfe beziehen. Fehlt den Menschen jetzt Geld? Und was ist der Grund für dieses Problem? Wir haben nachrecherchiert.

#2 Besser geht doch?

 

In Österreich gibt es einen Pflegenotstand und er wird schlimmer. Laut Prognosen fehlen bis ins Jahr 2030 rund 76.000 Pflegekräfte. Grund dafür sind die schlechten Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhne für die harte Arbeit der Pfleger:innen. Um dem Problem entgegenzuwirken, braucht es mehr Personal. Neben Neuanstellungen gibt es aber auch die Möglichkeit, bereits ausgebildete Aussteiger:innen aus dem Beruf für eine Rückkehr zu gewinnen. Außerdem würden viele Teilzeitkräfte gerne mehr Stunden arbeiten.

Dafür müssen aber die Voraussetzungen stimmen. Die Hans Böckler-Stiftung hat zu genau dem Thema Betroffene in Deutschland befragt, unter welchen Umständen sie wieder in ihren alten Pflegeberuf zurückkehren oder die Stundenzahl erhöhen würden. Die Ergebnisse sind wenig überraschend: Am wichtigsten ist den Befragten eine Aufstockung des Personals, um die Qualität der Betreuung zu verbessern. Die harte Arbeit muss gerecht entlohnt werden. Von Geschäftsführung und Ärzt:innen erwarten Pfleger:innen mehr Wertschätzung. Schließlich muss die Bürokratie verringert werden, um sich intensiver den Pflegebedürftigen widmen zu können.

#3 Lesetipp

Die Matura beschäftigt gerade in diesen Tagen wieder zehntausende Schüler:innen und ihre Eltern. Nach dem Beschluss des Bildungsministers ist in diesem Jahr trotz fortdauernder Pandemie wieder alles beim Alten. Und das ist zum hohlen Ritual geworden. Die Reifeprüfung zementiert soziale Ungleichheit ein, frisst Ressourcen und verfehlt ihren Zweck. Ein Lehrer einer BHS in Wien will sie deshalb abschaffen oder ändern.

#4 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Mit dem drohenden Urteil gegen das Recht auf Abtreibung in den USA geraten Frauenrechte weiter unter Druck. Fundamentalistische Gruppen arbeiten seit Jahrzehnten weltweit daran, die Fortschritte des 20. Jahrhunderts wieder rückgängig zu machen oder in ihren Regionen überhaupt erst zu verhindern und  insbesondere Schwangerschaftsabbrüche zu verbieten.

Dabei sprechen die Fakten in keinster Weise für ein Verbot. Es schränkt nicht nur Frauen in ihrer körperlichen Selbstbestimmung ein, sondern verhindert auch keine Abtreibungen. In Ländern, die Abtreibungen verbieten oder in denen sie schwer verfügbar sind, finden sogar mehr Abtreibungen statt. Trotz vieler Verbesserungen in den vergangenen 50 Jahren. 4 von 10 Frauen leben heute immer noch unter solchen Bedingungen.

Die Hälfte aller Schwangerschaften ist Erhebungen zufolge ungewollt. Jedes vierte wird deshalb bewusst abgebrochen. Die Entscheidung macht sich niemand leicht. Die Gründe dafür verschwinden mit einem Verbot ja aber nicht einfach so. Schwangerschaftsabbrüche werden unter solchen Bedingungen aber in die Illegalität oder ins Ausland verfrachtet. Damit werden sie vor allem eines: unsicherer. Schon heute sind unsachgemäß durchgeführte Abtreibungen die dritthäufigste Todesursache unter Müttern. 47.000 Schwangere sterben deshalb weltweit jedes Jahr.

#5 Zitat des Tages

 

Heute jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen zum 77. Mal. Fast sieben Jahre lang wurden im KZ Gefangene systematisch umgebracht. Etwa 200.000 Menschen wurden nach Mauthausen und in dessen Nebenlager deportiert, rund 120.000 Menschen wurden durch die Nationalsozialisten ermordet.

Wenige Tage nach der Befreiung, am 16. Mai 1945, formulierten Vertreter des Internationalen Häftlingskomitees, das aus ehemaligen Gefangenen bestand, den sogenannten “Mauthausen-Schwur”. Darin beschworen sie die internationale Solidarität, die zu ihrer Befreiung geführt hatte und forderten die Schaffung “einer neuen, für alle gerechten, freien Welt.” Noch heute beginnt die Befreiungsfeier mit einer Verlesung des Schwurs in 20 verschiedenen Sprachen.

Wir wünschen dir einen schönen Tag

Tom und Michi

 

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