Morgenmoment
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/ 5. Mai 2021

Guten Morgen!

Was ein Drama ist: Keine Milch mehr für den Kaffee zu haben. Am Wochenende zu früh aufzuwachen. Einen Anruf von einer unbekannten Nummer zu bekommen. Was kein Drama ist: Gewalt und Mord. Mehr dazu im heutigen Morgenmoment, zusammengestellt von Sebastian Panny. 

#1 Möchtest du das teilen?

Sabrina* wurde von ihrem ehemaligen Partner geschlagen, kontrolliert und vergewaltigt. Irgendwann konnte sie sich aus dieser Gewaltbeziehung befreien, doch Familie und FreundInnen waren ihr dabei keine Hilfe. In unserer Reihe "Was ich wirklich denke" beschreibt sie, welche Unterstützung sie sich von ihrem Umfeld gewünscht hätte. Und sie erklärt, welche Anzeichen darauf hinweisen, dass eine Person in deinem Umfeld in so einer Beziehung gefangen sein könnte. 

#2 Zitat des Tages

Heute jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen zum 76. Mal. Am 5.5. 1945 wurden die InsassInnen durch die 11. US-Panzerdivision befreit. Fast sieben Jahre lang wurden im KZ Gefangene systematisch umgebracht. Etwa 200.000 Menschen wurden nach Mauthausen und in dessen Nebenlager deportiert, rund 120.000 Menschen wurden durch die NationalsozialistInnen ermordet. 

Wenige Tage nach der Befreiung, am 16. Mai 1945, formulierten VertreterInnen des Internationalen Häfltingskomitees, das aus ehemaligen Gefangenen bestand, den sogenannten “Mauthausen-Schwur”. Darin beschworen sie die internationale Solidarität, die zu ihrer Befreiung geführt hatte und forderten die Schaffung “einer neuen, für alle gerechten, freien Welt.” Noch heute beginnt die Befreiungsfeier mit einer Verlesung des Schwurs in 20 verschiedenen Sprachen. Den gesamten Text kannst du unter anderem hier nachlesen.

 

#3 Übersetz mir das!

Femizide sind keine unausweichlichen Ereignisse. Sie sind keine "Tragödien" oder "Dramen", wie manche Medien behaupten. Sie sind Mord. Und zu verhindern, wenn frühzeitig mit dem Täter gearbeitet wird. Warnsignale müssen ernst genommen werden. Warum Medien mit solchen Fällen leider häufig immer noch falsch umgehen, erklärt sie dir in ihrer aktuellen Videokolumne.

#4 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

2020 war ein gutes Jahr für Amazon. Speziell durch die Pandemie wurden noch mehr Waren im Internet bestellt. In Europa konnte das Unternehmen so Rekordeinkünfte aus Verkäufen von über 44 Milliarden Euro verbuchen, wie die Einreichungen des Unternehmens in Luxemburg zeigen. Das sind um 12 Milliarden mehr als 2019. In Luxemburg werden alle Verkäufe für acht europäische Länder abgewickelt. Die Einnahmen werden also in dem Land, das als Steuersumpf gilt, verbucht. Nur 5.262 MitarbeiterInnen sind dort angestellt - das bedeutet, dass pro Person Einkommen von 8,4 Millionen Euro erzielt wurden.

Doch Steuern zahlt das Unternehmen auf diese Einkünfte keine. Denn offiziell hat der Konzern in Luxemburg einen Verlust von 1,2 Milliarden Euro verbucht. Er bekommt dadurch sogar einen Steuerbonus von 56 Millionen Euro, für den Fall, dass er positive Zahlen schreibt. Darüber hinaus hat Amazon in Luxemburg Verluste von fast 3 Milliarden Euro angehäuft, die von zukünftig anfallenden Steuern abgeschrieben werden können.

Ein Mittel gegen diese Art der Steuerflucht könnten Mindestbesteuerungen für Konzerne sein. Für die hat sich zuletzt US-Präsident Joe Biden und auch die Finanzminister von Deutschland und Frankreich ausgesprochen. Dadurch könnten jene Länder, in denen Unternehmen ansässig sind, zumindest Steuern auf Gewinne nachfordern. 

Amazon hat seine Rekordgewinn allerdings nicht nur der Steuerflucht zu verdanken. Welche Kritik es noch an den Praktiken von Amazon gibt, hat Barbara Blaha einst in dieser Ausgabe von Moment Mal zusammengefasst:
 

#5 Besser geht doch

Malaria ist die ansteckendste Infektionskrankheit weltweit. 2019 gab es laut WHO etwa 229 Millionen Ansteckungen und 409.000 Todesfälle. Die meisten davon waren Kinder unter 5 Jahren. Daher wird auch schon länger nach einem Impfstoff dagegen geforscht, bisher ohne großen Erfolg. Warum es bis jetzt noch keine Impfung gab und Medikamente dagegen billig aber auch zu teuer sind, haben wir hier für dich zusammengefasst. Doch jetzt könnte der Durchbruch geschafft sein.

Ein in Oxford entwickelter Impfstoff konnte in der zweiten Studienphase eine Effektivität von 77% erreichen. Damit wurde erstmals das Ziel der WHO erreicht, einen Schutz von 75% zu überschreiten. Allerdings war die Studie noch recht klein: 450 Kinder im Alter zwischen fünf und 17 Monaten nahmen in Burkina Faso daran teil. Zudem gab es erst eine Vorabveröffentlichung der Daten. ExpertInnen sehen das Ergebnis dennoch positiv, nun soll die größer angelegte dritte Studienphase in mehreren afrikanischen Staaten beginnen. 

 

#6 In eigener Sache

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Einen schönen Mittwoch!

Sebastian

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