Morgenmoment
/ 22. Januar 2021

Guten Morgen! 

Österreich kommt in diesem Morgenmoment eher schlecht weg, eine Doktorin (mit Nebenjob First Lady) macht das positive Gegengewicht. Dein Morgenmoment am Freitag, zusammengestellt von Daniela Riess.  

#1 Möchtest du das teilen? 

"KinderpsychiaterInnen und vor allem KinderärztInnen gehören quasi zum Armenhaus der Medizin", sagt der Kinderpsychiater Rainer Fliedl. Eine neue Studie zeigt auf, wie katastrophal die Versorgung psychisch kranker Kinder in Österreich ist. Fliedl spricht im MOMENT-Interview über vergangene Versäumnisse, was sich dringend ändern müsste - und wie die Corona-Krise als Brandbeschleuniger für psychische Krankheiten wirkt.

#2 Hast du das gesehen? 

Die Krise trifft uns alle hart. Außer man ist Glücksspiel-Milliardär, dann greift der Staat einem ordentlich unter die einarmigen Banditen. Aber für alle, die nicht Novomatic heißen, heißt die Krise: Schulen zu, Kurzarbeit, im schlimmsten Fall Job weg. Und im allerschlimmsten Fall ist dieser Job die Lehrstelle. Aber über Lehrlinge hört man kaum was. Das ganze Land diskutiert, wie eine Matura in Krisenzeiten stattfinden kann, ob sie überhaupt stattfinden soll. Da macht sich sicher auch jemand ernsthaft Gedanken, was jetzt mit den Lehrabschlussprüfungen ist … Moment mal! Mit Barbara Blaha. 

#3 Zahl des Tages 

Ein paar Euro für Äthiopien, ein paar Zelte für Griechenland: Man müsse vor Ort helfen, sagt Österreichs Regierung. Die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit sollen 2021 auf 0,45 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) angehoben werden. Das wäre ein großer Anstieg. 2019 hat Österreich gerade mal 0,27 % des BNE geschafft. Trotz allem läge man auch mit der versprochenen Erhöhung noch immer unter der schon 1970 international vereinbarten Richtlinie von 0,7 Prozent! Auch an der Prinzipientreue hapert es: Österreich landet im "Principled Aid Index" auf Platz 23 von 29. Demnach orientieren sich die hiesigen Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit eher an den eigenen Interessen.  

#4 In was für einer Welt leben wir eigentlich? 

Ein Hoch auf Geschlechterklischees: Die First Lady der USA transportiert seit jeher das Rollenbild der traditionellen Ehefrau. Sie sieht hübsch aus, stellt ihre eigenen Interessen hinter die ihres Mannes und verbringt ihre Zeit damit, Mr. President lächelnd den Rücken zu stärken. Nicht so Dr.in Jill Biden: Die Professorin behält ihren Lehrstuhl am Northern Virginia Community College. Das Amt der First Lady ist ihr Nebenjob. Vor allem konservative Männer stören sich daran. Angriffe pariert Dr. Biden gekonnt. Auf die seltsame Aufforderung, ihren Doktortitel als First Lady nicht zu verwenden, sagt sie: "Wir werden gemeinsam eine Welt schaffen, die die Leistungen unserer Töchter nicht schmälert, sondern feiert."

#5 Tweet des Tages

Viel lief schlecht, das Radeln ging gut: Während der Corona-Krise sind mehr Menschen auf ihr Fahrrad gestiegen. In unserer Hauptstadt waren es um 12 Prozent mehr, wie die Mobilitätsagentur Wien stolz auf Twitter verkündet. Was jetzt noch fehlt? Die 100 Prozent natürlich. Spaß beiseite, mit ein paar Autos weniger und ein paar sicheren Fahrradwegen mehr könnten wir uns auch schon anfreunden. 

Na dann, ab auf's Fahrrad, wem das möglich ist. Ich wünsche euch einen schönen Freitag!

Daniela 

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