Morgenmoment
/ 14. November 2022

Guten Morgen,

Damit manche gleicher sind, müssen andere ungleicher sein. Das betrifft uns alle spürbar. Ob bei Klimahilfen, Mindestlöhnen oder Zugfahrten. Hier dein Morgenmoment von Charlotte Koi.

 

 

Fünf wichtige Themen in nur drei knackigen Minuten. Hol dir deinen täglichen Morgenmoment per E‑Mail!

Ich bin einverstanden, einen regelmäßigen Newsletter zu erhalten. Mehr Informationen: Datenschutz.

#1 Möchtest du das teilen?

Ein Faktor, der Ungleichheit erzeugt, ist das Gehalt. Während bei manchen im Monat mehrere Tausender aufs Konto fließen, verdienen andere nicht einmal 2.000 Euro. Einen generellen Mindestlohn gibt es in Österreich nicht. Dabei würde er sehr vielen Menschen helfen - nicht nur denen, die ihn direkt erhalten würden. Wieso erklären wir dir hier.

#2 Hast du das gesehen?

Der Handel zählt zu den Branchen, in dem viele weniger als 2.000 Euro verdienen. Momentan liegt der Mindestlohn bei 1.800 Euro brutto. Besonders sie treffen die Teuerungen hart. Daher fordert die Gewerkschaft bei den Gehaltsverhandlungen ein Plus von 10 Prozent. Die Arbeitgeber:innen bieten auch in der dritten Verhandlungsrunde nur 4 Prozent und eine Einmalzahlung von 3 Prozent des Gehalts. Daher wurden die Verhandlungen abgebrochen. Ende November geht es weiter.

#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Die Schweiz versucht anscheinend gar nicht, Klimagerechtigkeit einzuführen. Sollen manche doch mehr verschmutzen als andere, solange am Ende weniger rauskommt. Die Schweiz will ihre Emissionen bis 2030 halbieren - nur halt nicht selbst. Sie will ärmere Länder wie Ghana, Senegal oder Georgien dafür bezahlen, das statt ihr zu tun. Dort sollen moderne Öfen oder effizientere Beleuchtung finanziert werden. Das dadurch "eingesparte" CO2 will sich die Schweiz dann anrechnen, obwohl sie selbst keine Emissionen verringert hat. 

#4 Besser geht doch

Österreich hat die Klimahilfen für ärmere Länder erhöht, die von der Klimakrise besonders stark betroffen sind. 340 Millionen Euro wird Österreich bis 2026 zur internationalen Klimafinanzierung beitragen. 

Doch die Kosten sind viel höher - pro Jahr wird mit Schäden von mindestens 1 Billion Dollar zu rechnen sein.

Andere Länder sind zögerlich. Nur vier weitere haben ebenfalls höhere Unterstützung zugesichert. Dabei haben Industrieländer bereits 2009 jährlich 100 Milliarden US-Dollar an Klimahilfen zugesagt.

Diese Summe wird auch diesmal bei weitem nicht zustandekommen. Eine mögliche Einnahmequelle wäre eine globale Besteuerung von 10 Prozent auf Gewinne von Ölkonzernen. In den letzten 50 Jahren hatten sie immerhin einen Reingewinn von 1 Billion Dollar im Jahr. 

#5 Bonustrack

Ein sozialer Staat hat die Aufgabe, die Menschen zu schützen, die in unserer Gesellschaft am verwundbarsten sind. Niemand sollte unterhalb der Armutsgrenze leben, also mit weniger als 1.371 Euro im Monat auskommen müssen. In Österreich leben immer noch 1,2 Millionen Menschen unter dieser Grenze. Das muss nicht so sein.

Das diesjährige Kinderarmut-Symposium der Volkshilfe hat Barbara Blaha als Keynote-Speakerin eingeladen. Sie spricht über ihre eigene Geschichte, Klassismus und soziale Ungleichheiten in Österreich.

Einen ausgeglichenen Tag wünscht dir

Charlotte

Fünf wichtige Themen in nur drei knackigen Minuten. Hol dir deinen täglichen Morgenmoment per E‑Mail!

Ich bin einverstanden, einen regelmäßigen Newsletter zu erhalten. Mehr Informationen: Datenschutz.