Morgenmoment
/ 10. Juni 2022

Guten Morgen,

Die Überschrift war ein Spaß. Entlasten werde ich dich heute nicht können. Auch die schwarz-grüne Regierung hat's nicht so mit Entlastungspaketen, auch wenn sie gerne darüber redet. Aber dazu später mehr. Außerdem: Warum die Ganztagsschule Geldbörserl entlastet und wie be-lastet Plattformarbeiter:innen sind, liest du im Morgenmoment. Den schickt dir heute Michael Farthofer.

#1 Möchtest du das teilen?

Na was den nun? Wird die Einführung der CO2-Steuer in den Herbst verschoben? Kommen Entlastungspakete? Und wenn ja, welche? ÖVP und Grüne verlieren sich im politischen Hickhack. Doch eigentlich wäre es gar nicht so schwer, für ordentliche Entlastung bei den Menschen zu sorgen UND gegen die Klimakrise anzukämpfen. Barbara Blaha bringt Licht ins Entlastungsdunkel.

#2 Lesetipp

Funktioniert der Putzplan im eigenen Heim nicht, suchen viele, die es sich leisten können, eine Putzkraft. Diese bieten ihre Dienste mittlerweile über Internet-Plattformen wie ExtraSauber an. Die Plattformen verdienen kräftig mit. Wie viel kommt bei den Putzkräften an und wie fair sind die Arbeitsbedingungen von "Plattformarbeiter:innen" überhaupt? Wir haben dir das aufgeschrieben.

#3 Zahl des Tages

Immer mehr Menschen hungern. Die Zahl der Menschen, die unterernährt sind, hat sich alleine in den letzten zwei Jahren verdoppelt. Der Grund: Eine Kombination aus vielen Krisen. Neben Klimawandel und Coronakrise sorgt vor allem der Ukrainekrieg für Nahrungsmittelknappheit. Die Ukraine ist einer der größten Getreide-Exporteure weltweit, doch Russland verhindert die Ausfuhr von Weizen, vor allem nach Nordafrika. In Somalia drohe deswegen bald eine Hungerkatastrophe, warnen die Vereinten Nationen (UN). Die Krise könne sich außerdem noch verschlimmern. Der UNO-Generalsekretär António Guterres warnt: “Bei der diesjährigen Lebensmittelkrise geht es um mangelnden Zugang zu Nahrung. Im nächsten Jahr könnte es um Nahrungsmangel an sich gehen." Die UNO fordert ein Ende des Krieges.

#4 Der Reihe nach

Unsere Schulen sind ungerecht. Wer reiche Eltern hat, wird zum Beispiel eher maturieren und studieren als jemand aus einem ärmeren Haushalt. Das liegt unter anderem daran, dass sich wohlhabende Familien eher Nachhilfe für ihre Kinder leisten können. Die geht nämlich ordentlich ins Geld: 630 € pro Jahr geben Eltern dafür laut Arbeiterkammer im Schnitt aus. Und fast jedes dritte Kind braucht externe Hilfe.

Wenn in der Schule Nachholbedarf besteht, ließe sich das aber auch anders regeln: Für alle unter 14 wären Ganztagsschulen eine gute Idee. Dort können die Kinder mit kompetenten Pädagog:innen Lernstoff aufholen und vertiefen. Und an all jene, die gerade ihre mündliche Matura ablegen: Wie viel einfacher wäre es wohl gewesen, wenn ihr gratis Förderunterricht bekommen hättet?

#5 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Fette Gewinne machen, aber keine Verantwortung übernehmen wollen? Genau das ist im Interesse vieler Konzerne. Diese haben mit allen Mitteln Einfluss auf die EU-Politik genommen, um ein Gesetz zu ihren Gunsten zu drehen.

Die Rede ist vom sogenannten “Lieferkettengesetz” der EU. Das Gesetz liegt momentan noch als Entwurf vor. Eigentlich sollte es europäische Unternehmen dazu verpflichten, ihre Zulieferer entlang der weltweiten Lieferkette auf Einhaltung von Umwelt- und Arbeitsstandards hin zu überprüfen. Doch dem Gesetz wurden die Zähne gezogen: Nur 1 % der Unternehmen in der EU werden davon betroffen sein. Außerdem müssen nur Unternehmen aus “etablierten Geschäftsbeziehungen” überprüft werden.

Wie haben die Konzerne das angestellt? Recherchen von Friends of the Earth Europe, Corporate Europe Observatory und dem BUND legen zahlreiche interne Dokumente und Nachrichten offen, die die Einflussnahme von Lobbyverbänden auf die EU-Kommission zeigen. Alleine wegen der Wirtschaftslobby wurde der Gesetzesentwurf 8 Monate später als geplant veröffentlicht. Zeit genug, um die Interessen der reichen Großkonzerne durchzubringen.

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Einen schönen Freitag wünsche ich dir

Michi

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