Morgenmoment
/ 16. März 2023

Guten Morgen 

Der Sommer ist schneller da, als man denkt - da sollte man schon einmal den Köpfler proben. Vielleicht in den Geldspeicher wie Dagobert Duck? Fast realistisch - außer, du arbeitest in einem Mangelberuf. All das und noch mehr im heutigen Morgenmoment, geschrieben von Anna-Maria Hirschhuber 

#1 Möchtest du das teilen?

"Petar Thunberg" protestiert seit Anfang März jeden Tag vorm Bundeskanzleramt und der ÖVP Zentrale für eine Mietpreisbremse. Wir haben ihn zwischen 8 und 9 Uhr bei seinem Streik begleitet. 

#2 Hast du das gesehen? 

“Zensur”, “woker Wahn” - Neufassungen von Kinderwerken sind ein garantierter Aufreger. Aber ist es nicht logisch, beispielsweise das N-Wort nicht an Kinder weiterzugeben? Noomi fragt sich: Warum bitte sollten wir Rassismus reproduzieren? 

#3 Der Reihe nach

 

Unbesetzbare Stellen hier, zu wenig Arbeiter:innen da. Als Grund für Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt wird der Fachkräftemangel verantwortlich gemacht. Berufe, in denen es weniger als 1,5-mal so viele Arbeitslose wie offene Stellen gibt, werden vom Gesetzgeber als “Mangelberufe” geführt. Warum immer weniger Menschen in diesen Branchen arbeiten wollen: weder das Geld noch die Arbeitsbedingungen stimmen. Die Löhne in Mangelberufen sind im Beobachtungszeitraum von 2016 bis 2021 weniger stark gestiegen als der Durchschnitt aller anderen Löhne, ergeben Analysen des Momentum Instituts.

In Österreich herrscht derzeit kein Arbeitskräftemangel. Das bestehende Potenzial wird nur nicht richtig ausgeschöpft. Österreich ist auch derzeit von der Vollzeitbeschäftigung weit entfernt. In den 70ern und 80ern gab es Arbeitslosenquoten von unter zwei Prozent. 2022 war sie inklusive Schulungsteilnehmer:innen mit 7,8% rund viermal so hoch.

Wird ein Beruf in Österreich als Mangelberuf klassifiziert, werden Zuzugsregelungen für Menschen aus EU-Drittstaaten erleichtert. Dieses Potenzial liegt aber auch im heimischen Arbeitsmarkt.

Die mediale Debatte um den Fachkräftemangel verfälscht die Wahrnehmung. Denn man muss zwischen einem tatsächlichen Mangel an Spezialist:innen und Berufen, die aufgrund von schlechter Entlohnung und Arbeitsbedingungen einfach unattraktiv geworden sind, unterscheiden.

#4 Besser geht doch

Honduras legalisiert die Pille danach wieder. 13 Jahre lang war sie verboten. Die Aufhebung des Verbots war ein Wahlkampfversprechen der linken Präsidentin Xiomara Castro.

Honduras hat eines der strengsten Abtreibungsrechte weltweit. Abtreibungen jeglicher Art sind verboten. Ausnahmefälle gibt es keine: Selbst nach Vergewaltigungen oder Inzest drohen hohe Freiheitsstrafen.

Diese repressiven Methoden führen aber nicht dazu, dass es keine Abtreibungen mehr gibt. Sondern einfach nur dazu, dass die Methoden unsicherer für Frauen werden. So schätzt die UNO, dass jährlich 51.000 bis 82.000 unsichere illegale Abtreibungen in Honduras vorgenommen werden.

#5 Bonustrack

Frauen werden immer noch wesentlich schlechter bezahlt als Männer. Mit 60 Prozent besonders drastisch ist die Einkommenslücke zwischen Frauen mit Migrationsgeschichte und Männern ohne.

Einen schönen Donnerstag

Anna 

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