Morgenmoment
/ 3. Oktober 2022

Guten Morgen!

Streit, Chemikalien und ein "Lob" für Amazon. Tom Schaffer hat heute den Morgenmoment für dich vorbereitet.

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#1 Möchtest du das teilen?

Wenn sich Eltern trennen, sollte das Wohl der Kinder an erster Stelle stehen - besonders wenn es in der Familie eine Gewaltgeschichte gibt. Seit fast 10 Jahren sind die Urteile einer einzigen staatlichen Behörde entscheidend für den Ausgang der Verfahren vor Gericht. An ihren Einschätzungen gibt es gerade beim Gewaltschutz viel Kritik. Sie seien von schlechter Qualität und einseitig. Der heute veröffentlichte, erste Teil unseres ausführlichen Dossiers zum Kindschaftsrecht zeigt: Es gibt echte Probleme. 

#2 Hast du das gesehen?

Seit dem 1. Oktober gibt es in Österreich (fast 30 Jahre nach Schweden) eine CO2-Steuer. Damit wird etwa klimaschädliches Autofahren teurer. Das soll uns motivieren, auf Alternativen umzusteigen und weniger Treibhausgase zu verursachen. Ist das jetzt gut? Die "Vickisplainerin" versucht in unserem Video eine Antwort zu geben.

#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

In einer weltweiten Studie wurden über 30.000 Nabelschnüre untersucht: In jeder einzelnen fand man Spuren "ewiger Chemikalien". Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) sind ein sehr beliebtes und wirksames Mittel der Industrie, Gegenstände feuerfest, wasserfest, schmutzabweisend oder ölresistent zu machen. Sie werden praktisch überall eingesetzt – zum Beispiel in Pizzaboxen, Zahnseide oder Outdoorjacken.

Damit gibt es viele Probleme: Viele der Chemikalien sind hochgiftig und gesundheitsschädlich für den Menschen. Sie gelangen aber fast sicher in unsere Körper und man findet sie schon bei unseren Babys. Die gute Nachricht: Forscher:innen haben dieses Jahr bereits zwei unterschiedliche Möglichkeiten gefunden, wie wir die Chemikalien zersetzen können. Die funktionieren aber nicht für Stoffe, die wir bereits im Körper haben. Wir brauchen strengere Gesetze, um die Belastung zu verringern.

#4 Grafik des Tages

Man glaubt es gerade in diesen Zeiten der hohen Teuerung ja kaum, aber unsere Gesellschaft wird tatsächlich immer reicher. Es bekommen halt nicht alle gleich viel davon. Während die mittleren Einkommen in den vergangenen zehn Jahren nur langsam gewachsen sind (und unter Berücksichtigung der Inflation wie niedrige Einkommen oft sogar sinken), steigen die Gehälter von Vorständ:innen in österreichischen Börsenkonzernen doppelt so schnell. Noch glücklicher sind wohl nur Aktionär:innen über die wirtschaftliche Entwicklung. Die Kurse an der Wiener Börse haben sich seit 2010 mehr als verdoppelt. Sie wachsen damit 3,5-mal so schnell wie mittlere Einkommen. Unsere animierte Grafik zeigt die Unterschiede (nicht inflationsbereinigt) eindrücklich:

Damit vom Fortschritt wieder alle etwas haben, müssen die Einkommensformen (Riesengehälter und Boni, Vermögenszuwächse, Finanz- und Unternehmensgewinne) reicher Menschen einen fairen Beitrag zum Gemeinwesen leisten - und müssen dafür wieder besser als derzeit besteuert werden.

#5 Besser geht doch?

Und jetzt noch ein Lob für Amazon? Naja, nicht wirklich. Der Konzern erhöht in den USA zwar die Stundenlöhne für Lagerarbeiter:innen und Fahrer:innen. Das tut das Unternehmen aber eher nicht aus der plötzlichen Einsicht, dass Mitarbeiter:innen einfach einen größeren Teil von den enormen Gewinnen verdient haben. Dem Handelsriesen gehen schlicht bald die Mitarbeiter:innen aus. Über 1,5 Millionen Menschen arbeiten bei Amazon, der Großteil davon in den USA. Viele davon verlassen aufgrund katastrophaler Arbeitsbedingungen aber das Unternehmen.

Bis 2024 könnte man deshalb alle infrage kommenden Menschen in den USA "verbraucht" haben. Viel mehr muss man darüber wohl nicht sagen. Der Mindestlohn bei Amazon USA bleibt auch jetzt zwar weiterhin bei 15 Dollar pro Stunde. Aber um genug Mitarbeiter:innen für die kommende Weihnachtssaison zu haben, werden nun je nach Position und Bundesstaat zwischen 16 und 26 Dollar ausbezahlt. Ob das die Arbeitsbedingungen auf Dauer ausgleichen kann?

Einen schönen Wochenstart wünscht

Tom

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