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Ungleichheit

Gewalt gegen Frauen: Das Problem mit dem Spruch "Not All Men"

Gewalt gegen Frauen: Das Problem mit dem Spruch
6 Frauen wurden innerhalb von vier Tagen getötet. Benennst du das Problem, kommt das Argument “nicht alle Männer - not all men”. Warum dieser Spruch die Gewalt relativiert und was das Problem mit Männergewalt ist, erklärt dir Viktoria Eibensteiner.

In den letzten Tagen wurden 6 Frauen getötet.
Nur, weil sie Frauen waren. Und wie jedes Mal, wenn es um Männergewalt gegen Frauen geht, kommt NICHT ALLE MÄNNER - NOT ALL MEN.

Ja, das wissen wir. Wir wissen, dass nicht jeder Mann Frauen belästigt, Frauen schlägt, Frauen attackiert, Frauen vergewaltigt oder Frauen tötet.
Dieses Wissen bringt uns aber genau: GAR NICHTS. 

@moment_magazin

6 t0te Frauen und es geht auf einmal wieder um die Befindlichkeiten von Männern. Egal wie und wann man über Gew@lt an Frauen spricht, die "Not all men"-Kommentare lassen nicht lange auf sich warten. @vik.talk erklärt, wieso diese Reaktion nicht nur keine Hilfe ist, sondern Teil des Problems. #frauen #frauenrechte #feminismus #männer #notallmen #allmen #notallmenbutallwomen #frauenunited #frauenundmänner #patriarchy #patriarchat #politik #susanneraab #övp

♬ Originalton - Moment Magazin

 

Was kann ich gegen Gewalt an Frauen tun?

Es gibt zu viele Männer, die gewalttätig werden und es gibt zu viele Frauen, die unter dieser Gewalt leiden. 
“Also ich würde sowas nie tun” - sollen wir uns jetzt dafür bedanken? Es ist keine lobenswerte Eigenschaft, nicht gewalttätig zu sein. Es muss selbstverständlich sein. Nur zu sagen “ich bin nicht gewalttätig” macht die Gewalt nicht weniger. 

Anstatt zu fragen: Was kann ich gegen Gewalt an Frauen tun? Lenkt man vom eigentlichen Thema ab. Statt über Gewaltschutz für Frauen zu sprechen, geht es auf einmal um die Befindlichkeiten von Männern. Das eigene gekränkte Ego oder vielleicht sogar das eigene schlechte Gewissen, wird über die Gewalterfahrungen von Frauen und über die Opfer gestellt.

Nicht alle Männer - Not all men?

Nicht nur, dass das keine Hilfe ist, es ist auch Teil des Problems. Das Argument “not all men” relativiert die Gewalt. Und es verhindert, dass wir darüber reden, dass diese Gewalt gegen Frauen ein strukturelles Männerproblem ist.

Männer haben diese Frauen getötet. Aufgrund von Besitzansprüchen, von patriarchalen Besitzansprüchen. Aufgrund von Frauenhass. Aufgrund von fehlendem Gewaltschutz.  

Wenn es dich stört, mit diesen “schlechten” Männern in einen Topf geworfen zu werden, dann tu selbst was gegen Männergewalt. Hinterfrage deine eigenen Einstellungen und informier dich. Sag deinen Kumpeln, dass sie sich die sexistischen Witze sparen sollen. Greif ein, wenn du einen Übergriff beobachtest. Setz dich laut und öffentlich gegen Gewalt und für Frauen ein. Und hör Frauen endlich zu. 

Wenn reihenweise Frauen getötet werden, wollen wir nicht wissen, wie es DIR dabei geht. Wir wollen endlich, dass es dich interessiert, wie es UNS dabei geht. 

Ja, gewalttätige Männer töten Frauen. Aber wenn du dabei nur an deine verletzten Gefühle denkst, bist du Teil des Problems.

 

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    Kommentare 5 Kommentare
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  • Seb
    20.03.2026
    Das Thema ist so wichtig. Aber in meinen Augen wird mit der angeführten Wortwahl zu viel „jetzt erst recht dagegen“ Widerstand geschürt. In jeder politischen Diskussion ist es wichtig geworden zu differenzieren. Man stelle sich vor die BILD würde in ihrem Schandblatt mal wieder einen Titel wie „alle muslime sind terroristen“ Drucken. Zurecht wäre der Aufschrei groß. Da es schlicht und ergreifend falsch ist. Und damit gegen eine gesamte Bevölkerungsgruppe Beschuldigungen erhoben werden. Auch wenn das Beispiel vermutlich etwas hinkt, ist die grundlegende Situation doch die gleiche. Einzelne Täter (Männer/terroristen) verüben schreckliche Verbrechen, wodurch alle (Männer/muslimischen Menschen) signalisiert werden. Eine weniger provozierende Wortwahl würde dem Problem sicherlich mehr nutzen. „Schon wieder ein Mann“ statt „immer ein Mann“ wäre da vielleicht eine von vielen möglichen Formulierungen
    Antworten
    • Steppenwolf
      14.10.2026
      Vor allem in sozialen Medien und im aktivistischen Pop-Feminismus hat sich eine Rhetorik etabliert, die Männer pauschal als Täter oder Unterdrücker framt. Begriffe wie „toxische Männlichkeit“ waren ursprünglich dazu gedacht, schädliche Rollenerwartungen zu beschreiben (z. B. dass Männer keine Schwäche zeigen dürfen). Im heutigen Diskurs wird der Begriff jedoch häufig genutzt, um typisch männliches Verhalten generell zu pathologisieren. Slogans wie „All men are trash“ oder die pauschale Verdächtigung von Männern vergiften das gesellschaftliche Klima und stoßen gerade junge Männer vor den Kopf. Geschlechterquoten werden intensiv für DAX-Vorstände, Aufsichtsräte, Medienhäuser und Parlamente gefordert. Eine Quote für körperlich verschleißende, schmutzige oder lebensgefährliche Berufe (Tiefbau, Müllabfuhr, Hochsee-Fischerei, Kanalreinigung), in denen der Männeranteil bei über 90 % liegt, fordert hingegen kaum jemand. In Ländern wie Österreich oder der Schweiz gilt die Wehr- bzw. Zivildienstpflicht weiterhin exklusiv für Männer. Auch in Krisen- und Kriegssituationen (wie in der Ukraine sichtbar) greift sofort wieder das traditionelle Rollenbild, wonach Männer ihr Leben an der Front einsetzen müssen, ohne dass dies vom Mainstream-Feminismus als Ungleichbehandlung skandalisiert wird. Im Schulsystem schneiden Jungen im Schnitt schlechter ab, erhalten bei gleicher Kompetenz oft schlechtere Noten, wiederholen häufiger Klassen, stellen die Mehrheit der Schulabbrecher und sind an Universitäten mittlerweile in der Unterzahl. Männer sterben im Schnitt 4 bis 5 Jahre früher als Frauen, verüben rund 70 bis 75 % aller Suizide, machen etwa 75 bis 80 % der Obdachlosen aus, leiden häufiger an unbehandelten Suchterkrankungen und stellen über 90 % der tödlichen Arbeitsunfälle. Bei Trennungen erleben viele Väter nach wie vor strukturelle Hürden, wenn sie eine gleichberechtigte Betreuung (Doppelresidenz/Wechselmodell) gegen den Willen der Mutter durchsetzen wollen, während sie gleichzeitig die volle finanzielle Unterhaltslast tragen. Viele Maßnahmen des modernen Feminismus – von Sprachregelungen (Gendern) bis hin zu Quoten in Spitzenämtern – nützen primär einer kleinen Schicht bereits privilegierter Akademikerinnen. Die Lebensrealität einer Supermarktkassiererin, einer Pflegekraft oder einer Arbeiterfamilie verbessert sich dadurch kaum, während gleichzeitig kulturelle Gräben aufgerissen werden. Opfer-Narrativ statt Eigenverantwortung In radikalen Strömungen der Identitätspolitik wird jede statistische Abweichung von einer 50:50-Verteilung automatisch als Beweis für Diskriminierung gewertet. Dass Männer und Frauen im Durchschnitt – gerade in sehr freien, wohlhabenden Gesellschaften (bekannt als das Gender-Equality-Paradoxon in Skandinavien) – oft schlicht unterschiedliche berufliche und persönliche Lebensentwürfe wählen, wird häufig ignoriert.
  • Martin
    23.03.2025
    Danke, für diese extrem klare Argumentation! Habe mich selber schon oft bei Diskussionen mit Freundinnen angegriffen gefühlt und somit das Bedürfnis gehabt auch genau das zu fordern, also das man doch auch sagen sollte, das nicht alle Männer so sind oder mir es zumindest gedacht. Jetzt habe ich einiges verstanden, danke dafür.
    Antworten
  • Anonym
    05.10.2024
    Naja, ich würde da schon noch differentieren: *) Wenn "nicht alle Männer" als Antwort kommt, wenn Frauen nur über ihre Erfahrungen reden, ist es wirklich unpassend. *) Wenn eine Frau aber beginnt zu sagen, dass Männer pauschal X machen, finde ich schon noch, dass es die Möglichkeit geben darf, sich selbst mit "nicht alle Männer" zu verteidigen. Ein erlebtes Trauma gibt niemanden(!) das Recht dazu Unbeteiligte (verbal) zu attackieren. Die Einstellung, die ich besonders im letzten Abschnitt des Artikels herauslese, wird den Diskurs nur verhärten und dafür sorgen, dass beide Seiten am Ende sagen "jetzt erst recht" und das obwohl es in manchen Fällen nur ein Kommunikationsfehler ist.
    Antworten
    • Myrdraal
      11.03.2026
      sag mir das du den Artikel nicht begriffen hast, ohne zu sagen das du den Artikel nicht begriffen hast.