Morgenmoment
/ 17. Dezember 2021

Guten Morgen!

Liebe ist radikal. Liebe ist solidarisch. Und Liebe ist eine zutiefst politische Handlung. Keine Sorge, du hast dich nicht im Newsletter geirrt. Den heutigen Morgenmoment hat Sebastian Panny liebevoll zusammengestellt.

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#1 Möchtest du das teilen

Mehr Zeit für die Kinder? Viele Männer wollen in Papamonat und Väterkarenz gehen. An manchen Stellen wird es ihnen noch schwer gemacht: Sie verheddern sich im Dickicht der Fristen und Formulare. Wer nur aufs Geld schaut, sagt oft: Papa soll mal lieber weiter arbeiten gehen. Bei anderen werden Arbeitgeber:innen ungemütlich. Woran es fehlt und was schon sehr gut ist.

#2 Zahl des Tages

Stell dir vor, es ist Corona, du verlierst deine Arbeit und kannst dir die Miete nicht mehr leisten. Oder dir geht es wie Frau B. auf dem Foto: Die Mutter aus dem Burgenland hat zwei Jobs, durch eine problematische Partnerschaft hat sich ihre Situation während der Corona-Krise stark verschärft.
 
Frau B. ist eine von 141 Personen, die dank einer Initiative des Vereins BAWO eine Wohnung bekommen haben. Bei “zuhause ankommen” wird Menschen, die wegen Corona wohnungslos wurden oder davon bedroht sind, eine günstige Wohnung vermittelt. Bis April 2022 soll diese Zahl auf 600 steigen.

Die Initiative folgt dem Prinzip “Housing First”. Der Gedanke dahinter: Wohnungs- oder obdachlose Menschen sollen zuerst eine Wohnung bekommen und dadurch wieder in ein normales Leben zurückfinden. Den Menschen wird dabei günstiger Wohnraum vermittelt und sie erhalten weitere Unterstützung. Bei “zuhause ankommen” wird Betroffenen etwa beim Umzug geholfen und sie werden danach weiterhin von Sozialarbeiter:innen begleitet - wenn sie das wollen. Die Miete bringen sie selbst auf.

Dass “Housing First” funktioniert, zeigen mittlerweile viele Versuche. Auch in Wien gibt es so ein Programm, das von der Sozialeinrichtung Neunerhaus betreut wird. Dort leben 95 Prozent der Mieter:innen auch nach drei Jahren noch in der Wohnung, die ihnen vermittelt wurde. Mit dem Konzept könnte Wohnungslosigkeit eigentlich beendet werden.
 

#3 Hast du das gesehen?

Hast du Angst, dass dich die Impfung irgendwann plötzlich krank machen könnte? Oder kennst du eine Person, die sich aus Angst vor Langzeitschäden nicht impfen lassen will? Keine Sorge, auf unserem TikTok-Account wird dir heute geholfen. 

#4 Der Reihe nach

Manchmal wissen auch wir nicht, ob wir bestürzt oder begeistert sein sollen. 

Eine schwedische Studie hat jetzt nachgewiesen, welch großen Einfluss der Mensch auf die Natur hat. Egal ob am Mount Everest oder am Meeresboden: Wir haben in den letzten 70 Jahren praktisch jeden Teil der Erde mit Plastikmüll verdreckt. 

Und die Natur hat sich immer mehr daran angepasst. Forscher:innen haben Proben aus 236 Weltregionen untersucht und entdeckten 30.000 unterschiedliche Enyzme, mit denen Mikroben Plastik abbauen und zersetzen. Mehr als die Hälfte davon waren bisher noch unbekannt. Das könnte auch eine Chance bieten. Denn Wissenschaftler:innen können jetzt gezielt Mikroorganismen züchten, die unterschiedliche Arten von Plastik noch schneller zersetzen, als die bisher bekannten.
 

#5 Zitat des Tages

Am 15. Dezember ist die Autorin, Professorin und Feministin bell hooks im Alter von 69 Jahren verstorben. Liebe war in den letzten Jahren eines der zentralen Themen ihres Werks. Sie ist laut bell hooks nicht nur ein Gefühl. Liebe ist eine bewusste Handlung und ein Versprechen. Liebe bedeutet Solidarität mit den Mitmenschen. Und sie ist zutiefst politisch, wie hooks in ihrem Buch “alles über liebe” ausführte. Denn Liebe bedeutet auch den Verzicht auf Gewalt, die unsere Gesellschaft noch immer prägt. 

hooks kam 1952 als Gloria Jean Watkins zur Welt. Sie verwendete den Namen bell hooks, der an ihre Urgroßmutter erinnern sollte und den sie zur Unterscheidung immer kleinschrieb, als Pseudonym für ihre Arbeit. Bekannt wurde sie 1981 durch ihr erstes Buch “Ain’t I a Woman?”. Zu diesem Zeitpunkt lehrte sie schon mehrere Jahre an der Universität.

hooks beschäftigte sich in 40 Büchern mit einer Vielzahl an Themen wie Feminismus, Rassismus, Männlichkeit oder auch Liebe. Sie kritisierte schon in “Ain’t I a Woman”, dass sich Feminismus zu sehr an eine gehobene weiße Frauenschicht richtete. In ihrem Werk versuchte hooks zu zeigen, wie Klasse, “Race”, Geschlecht und sexuelle Orientierung miteinander verbunden sind. Und wie diese zur Unterdrückung von Frauen beigetragen haben.
 

Einen guten Rutsch ins Wochenende

Sebastian

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