Morgenmoment
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/ 7. Dezember 2020

Guten Morgen!

Ist das ein Einzelfall oder hat das System? Ein Wutbauer zeigt die Schwächen des derzeitigen Agrarsystems auf, ein korrupter Finanzminister hat sich systematisch bereichert, eine Abgabe für Superreiche bringt mehr Gerechtigkeit in unser Steuersystem. Ein Morgenmoment mit System von Barbara Blaha. 

#1 Möchtest du das teilen?

Es war eine tragische Geschichte mit Happy End, über die diese Woche breit medial berichtet wurde: Wutbauer Christian Bachler konnte seinen verschuldeten Hof dank zehntausender SpenderInnen retten. Doch Bachler ist kein Einzelfall: Viele LandwirtInnen sind verschuldet. Wer als Landwirt nicht permanent investiert, und damit ein hohes Risiko eingeht, hat gar keine Chance zu bestehen. Nachhaltige, kleine Bio-Betriebe haben dabei das Nachsehen. Wir haben uns hier angesehen, was sich in der Landwirtschaft ändern muss.

#2 Zahl des Tages

Nicht überall ist Krise: Während einkommensschwächere Haushalte sich massiv einschränken müssen, ist für jene, die ihr Vermögen etwa in Immobilien oder Aktien geparkt haben, 2020 kein schlechtes Jahr. Die Arbeiterkammer schlägt eine Solidarabgabe vor für alle, die mehr als 1 Million Euro besitzen. Damit könnten jedes Jahr 7 Milliarden Euro an Steuern eingenommen werden.

Mehrere Münzstapeln auf einem Tisch. Der Text sagt: 7 Milliarden Euro könnte eine Corona-Solidarabgabe bringen

Argentinien hat die Einführung einer Sondersteuer für Superreiche am Wochenende beschlossen. Wer mehr als 2 Millionen Euro besitzt, zahlt darauf eine einmalige Abgabe von 3,5 Prozent. Vermögen, das im Ausland geparkt ist, wird mit 5,25 Prozent besteuert. Die Regierung rechnet mit Einnahmen von rund 3 Milliarden Euro. Das Geld wird ins Gesundheitssystem investiert sowie für Sozialstipendien an den Universitäten verwendet.

#3 Hast du das gesehen?

Karl-Heinz Grasser, der einstige Finanzminister der ÖVP-FPÖ-Regierung, wurde letzte Woche (nicht rechtskräftig) im größten Korruptionsprozess der 2. Republik zu 8 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht hält für erwiesen, dass er sich der Untreue, Beweismittelfälschung und Geschenkannahme durch Beamte schuldig gemacht hat. Wolfgang Fellner sah das in ÖSTERREICH noch ganz anders: Karl-Heinz Grasser, ein Opfer der Justiz und überhaupt bewiesen sei ja nichts. Wir haben für euch gegengelesen.

Ein Kommentar von ÖSTERREICH Herausgeber Wolfgang Fellner wird mit Rotstift schriftlich kommentiert. Fellner verteidigt Karl-Heinz Grasser und spricht von einem unfairen Urteil.

#4 Gezeichnet

Der Premierminister hat einen sehr unangenehmen Gast. Aber er hat auch einen guten Tipp für ihn. Der Hebel der Macht berichtet.

#5 Besser geht doch

Verschwommene Weihnachtsbeleuchtung im Hintergrund. Im Vordergrund Text: Die griechische Stadt Thessaloniki verzichtet auf Weihnachtsdeko zugunsten des Gesundheitssystems.

Die griechische Stadt Thessaloniki verzichtet wegen der Corona-Pandemie auf Weihnachtsdeko und -beleuchtung. Das dafür vorgesehene Geld soll sinnvoller eingesetzt werden: 2 Intensivbetten, drei Monitore und 1.000 medizinische Schutzanzüge können damit angeschafft werden.

# Bonustrack

Österreich ist Nummer 1: Bei der Zahl der Corona-Toten gemessen an der Einwohnerzahl. Fast beiläufig werden uns diese Zahlen nun seit Wochen täglich präsentiert. Doch hinter diesen Zahlen stehen Menschen und ihre Angehörige. Unsere Kolumnistin Natascha Strobl hat im STANDARD einen bemerkenswerten Kommentar dazu veröffentlicht: "Die Toten und ihre Lieben bleiben unsichtbar und allein. Unsichtbar und allein bleiben auch jene Menschen, die in den letzten Stunden bei den Sterbenden sind, verkleidet wie ein Marsmännchen, aber da."

Hab eine schöne Woche!

Barbara

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