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Gesundheit
Klimakrise

Malaria ist die häufigste Infektionskrankheit der Welt, warum gibt es sie in Europa nicht?

Malaria ist die häufigste Infektionskrankheit der Welt, warum gibt es sie in Europa nicht?
Malaria ist die häufigste Infektionskrankheit der Welt. Am 25. April ist deshalb jährlich der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufene Welt-Malaria-Tag. 200 Millionen Menschen infizieren sich jährlich mit der Krankheit. Schwere Verläufe können unbehandelt tödlich enden - für 400.000 Menschen sterben jährlich. Ein großer Teil davon sind Kinder unter 5 Jahre. Das schlimmste errechnete Jahr war 2004 mit 1,8 Millionen Toten. Geschätzt 90% aller Fälle treten in Afrika auf. Nach Europa wird die Krankheit derzeit nur durch den Flugverkehr eingeschleppt. Das war nicht immer so.

Weil die meisten Betroffenen in armen Ländern der Welt leben, bekommt die Krankheit wenig Aufmerksamkeit von der kommerziellen Pharmaindustrie. Malaria gilt deshalb als armutsbedingte Krankheit. Gleichzeitig schwächt Malaria die betroffenen Länder auch wirtschaftlich – sie verursacht nicht nur gesundheitliches Leid, sondern auch wiederum mehr Armut. Die Wirtschaftsleistung des afrikanischen Kontinents dürfte wegen Malaria jährlich 10 Milliarden Euro verlieren.

Übertragen wird die Krankheit meist von Moskitos. Die wiederum treten in warmen Weltgebieten häufiger auf und profitieren von der Erderhitzung durch die Klimakrise. ExpertInnen befürchten, dass die Malaria dadurch auch in anderen Weltregionen wie Europa wieder heimisch werden kann. Dort ist sie von gelegentlichen Ausbrüchen abgesehen derzeit nicht heimisch („endemisch“). Ob Malaria wegen der Klimakrise nach Europa kommt, ist noch umstritten, dass sie sich deshalb an neuen Orten ausbreitet aber nicht.

Keine Impfung, zu teure Medikamente

Gegen Malaria gibt es noch keine ausreichend gut schützende Impfung (aber einen Hoffnung gebenden Impfstoff in der Testphase). Medikamente sind zwar nicht besonders teuer nach den Maßstäben von Ländern wie Österreich, für die Menschen in armen Ländern sind aber auch ein paar Euro aus eigener Kraft schwer leistbar. Darüber hinaus verlieren die Medikamente immer wieder ihre Wirkung wegen Resistenzen. 

Bei Reisen in Risikogebiete wird die vorbeugende Einnahme von Medikamenten empfohlen. Menschen vor Ort haben diese Lösung natürlich nicht im selben Ausmaß. Die wirksamsten Gegenmittel sind dort deshalb chemisch behandelte Insektennetze. Diese kosten ebenfalls nur ein paar Euro, sind aber wartungsintensiv und nicht weit genug verbreitet. 

Wichtig sind auch chemische Sprühkampagnen in den Häusern in den betroffenen Gebieten. Letzteres hat zur Auslöschung der Krankheit in Europa beigetragen. Geholfen hat dabei auch die aus anderen Gründen wiederum schädliche Umweltzerstörung. So wurden etwa Feuchtgebiete, in denen Stechmücken gerne leben, weiter von menschlichen Lebensräumen weggedrängt, weil Flüsse verbaut und Feuchtgebiete trockengelegt wurden. Und der Einsatz von später als gefährlich erkannten Insektiziden half, die Anophelesmücke in unseren Breitengraden auszurotten.

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