Morgenmoment
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/ 24. Juni 2021

Guten Morgen!

Ja, das ist alles politisch. Nein, nichts politisch. Nur liebe Symbole. Wie jetzt? Dein Morgenmoment gibt Antworten.

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#1 Möchtest du das teilen?

Owen J Hurcum ist Bürgermeister:in der britischen Kleinstadt Bangor im Norden von Wales. Ja, richtig gelesen! Bürgermeister:in - denn Hurcum ist nicht-binär. Das allein ist eine Neuheit in ganz Europa, aber Hurcum ist auch noch die jüngste Person, die Wales so ein Amt übernommen hat. Im Interview mit MOMENT spricht Hurcum über diese Erfahrungen und vor welchen Kämpfen nicht-binäre Menschen immer noch stehen.

#2 Zahl des Tages

Die Hitzewelle bringt nicht nur die Menschen in Österreich zum Schwitzen. Auch der Polarkreis ist aufgeheizt. In Sibirien wurden im Juni Bodentemperaturen von bis zu 48 Grad gemessen. So eine Hitze ist eine absolute Ausnahme in dieser Gegend. Die heiße Bodentemperatur greift den Dauerfrostboden in Russland an.

Taut Permafrost auf, können im Eis eingeschlossene Krankheiten wieder ausbrechen, ganze Regionen könnten verwüstet und Milliarden Tonnen an Kohlenstoff freigesetzt werden.

#3 Hast du das gesehen?

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) verspricht echten Klimaschutz in der Landwirtschaft. Denn Österreich muss sich an die EU-Regeln halten, die CO2-Emissionen senken und Pestizid-Belastung verringern. Jetzt ist klar: Köstinger macht nur leere Versprechungen. Warum? Das erfährst du in der neuen Folge der Klima-Kolumne "Dauerbrenner".

#4 Gegengelesen

Die UEFA hat den Antrag der Stadt München abgelehnt, das Münchner Olympiastadion während des EM-Spiels zwischen Deutschland und Ungarn in Regenbogenfarben zu beleuchten. Die Idee richte sich gegen die LGBTQIA+-feindlichen Gesetze der ungarischen Regierung. Deshalb sei sie politisch, und die UEFA sei unpolitisch, heißt es.

Gleichzeitig hat die UEFA heute ihre Social-Media-Accounts in die Regenbogenfarben gehüllt und ein Statement dazu herausgegeben. Das ist so schrecklich, dass wir ausnahmsweise einmal einen englischen Text für dich gegenlesen. Für die UEFA sei der Regenbogen ein Symbol, das für eine vielfältige und inklusive Gesellschaft steht. Das seien die Grundwerte der UEFA, aber "nicht politisch".

Das ist natürlich Unsinn. Der Kampf gegen Diskriminierung ist immer höchst politisch. Die Feinde der offenen Gesellschaft sind ja ebenfalls politische Kräfte und die Unterdrückung von Minderheiten ist für sie ein politisches Instrument und Ziel. Die ungarische Regierung (und andere neben ihr) hat ihre bewusst LGBTQIA+-feindlichen Gesetze keineswegs "unpolitisch" erlassen. Wer vorgibt, Grundwerte zu haben, die derartigen Kräften widerstreben, muss sich ihnen auch entgegenstellen.

#5 Pride Month

Frida Kahlo war eine mexikanische Malerin. In ihren Werken untersuchte sie Themen wie Identität, Behinderung, Geschlecht, Race und Klasse in Mexiko. Bekannt ist sie für ihre Selbstportraits mit den starken Brauen und dem ernsten Blick.

Aufgewachsen ist Kahlo in einer bürgerlichen Familie, der Vater war Deutscher, die Mutter teils indigen mexikanisch und europäisch. Mit 18 Jahren verletzte sie sich bei einem Unfall schwer. Seitdem war Kahlo behindert, hatte chronische Schmerzen, kämpfte mit Drogen und musste 30 Operationen durchstehen. Der Unfall zerstörte ihren Traum, Medizin zu studieren - und brachte sie zurück zu ihrer Leidenschaft als Kind: dem Malen.

Aus dem Schmerz und ihrer neuen Sichtweise als behinderte queere Frau in Mexiko entstanden ihre Werke. Oft trug sie traditionelle Kleidung und verwendete Bilder und Symbole der indigenen Gruppen. Sie war radikale Kommunistin.

Ihre ersten großen Erfolge feierte Kahlo 1938 mit ihrer Soloausstellung in New York. Kurz darauf wurde sie die erste mexikanische Künstlerin in der Sammlung des französischen Louvres.

1954 verstarb Frida Kahlo. Sie wurde 47 Jahre alt. Todesursache soll offiziell eine Lungenembolie gewesen sein. Es gibt aber auch Hinweise auf Suizid.

Ihre Geschichte und ihre radikalen politischen Ansichten wurden seit ihrem Tod immer weiter verwässert. Kahlos Gesicht ziert heute Tassen, Schlüsselanhänger und Socken. Sogar die konservativ-rechte ehemalige UK-Premierministerin Theresa May trug ein Armband aus Kahlos Bildern. Dabei kämpfte Kahlo gegen eben diese konservative Politik.

Ich wünsche dir einen schönen Tag!

Lisa

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