Morgenmoment
/ 30. Juni 2021

Guten Morgen!

Die Pandemie ist noch nicht vorbei, auch wenn es die ÖVP noch so oft auf Plakate druckt. Die Krise wird  wohl denen weiterhin nicht schaden, die schon jetzt davon profitiert haben. Mehr dazu im heutigen Morgenmoment, gesammelt von Sebastian Panny.

#1 Möchtest du das teilen?

Durch Wiens Schulen geht ein Aufschrei: Im kommenden Schuljahr soll die Lehrerinnen- und Lehrerzuteilung nach einem neuen Schlüssel erfolgen. Schulen schlagen Alarm: Sie verlören durch die Reform massiv an Lehrstunden, Klassen müssten aufgelöst werden. Selbst Brennpunktschulen klagen, die eigentlich von der neuen Formel profitieren sollen. Der Protest gipfelte in dieser Woche in einer Demonstration. Wir haben recherchiert, was dahinter steckt.

#2 Pride Month

In Roxane Gays Texte geht es um den Zugang zu ihrem Körper und dem Dasein als Feministin

Wir feiern den #PrideMonth und stellen euch deswegen täglich eine wichtige Person der LGBTIQ+ Bewegung vor. Am letzten Tag ist das Roxane Gay, Schriftstellerin und Professorin.

Roxane Gay, die als Kind haitianischer Eltern in Nebraska aufwuchs, begann bereits in ihrer Jugend zu schreiben. Ihre Werke sind stark von den eigenen Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt, der Beziehung zu ihrem eigenen Körper und ihrer Sexualität geprägt.

2010 begann Gay als Assistenzprofessorin zu arbeiten. Der Durchbruch als Autorin gelang ihr 2014, als das Buch “Bad Feminist”, eine Sammlung ihrer Essays, veröffentlicht wurde. Darin geht es Gay nicht darum, eine Anleitung für Feminismus zu liefern. Sie beschreibt vielmehr den Einfluss, den ihre Rolle als Feministin auf ihr Leben hat. Eine Rezension beschrieb das Buch als “Handbuch zum Menschsein”.

In späteren Werken, wie dem 2017 erschienenen “Hunger”, setzt sich Gay mit dem Blick auf dicke Menschen und insbesondere ihrem eigenen Körper auseinander. “Viele haben sehr engstirnige Ansichten, wie fette Menschen leben und welche Entscheidungen sie treffen. Ich wollte eine andere Perspektive liefern, “ sagt sie in einem Interview mit der “Zeit”.

Gay agiert auch als Herausgeberin von Onlinemagazinen und schreibt Kommentare für Zeitungen wie den “Guardian” und die “New York Times”. Seit 2020 ist sie mit der Schriftstellerin Debbie Millman verheiratet.

#3 Übersetz mir das!

Die ÖVP hat sich für den Sommer neue Plakate gegönnt. Auf einem davon kann man lesen: "Pandemie gemeistert, Krise bekämpft" 

Wenn dir das bekannt vorkommt, liegt das daran, dass Sebastian Kurz fast genau vor einem Jahr die Pandemie für beendet erklärt hat. Eine gewagte Prognose, wie sich herausgestellt hat.

Doch warum macht die ÖVP das noch einmal, wo sich ExpertInnen einig sind, dass uns die Delta-Variante vor neue Herausforderungen stellen wird? Das übersetzt dir Natascha Strobl heute in der aktuellen Ausgabe ihrer Videokolumne.

#4 Zitat des Tages

Schwarze Menschen werden auf vielfache Weise diskriminiert. Das geht aus einem Bericht des UN-Menschenrechtsbüros hervor. Dieser war nach dem Tod George Floyds in Auftrag gegeben worden. Es wurden darin die Ursachen des Rassismus und mögliche Wege daraus analysiert.

Die wichtigste Erkenntnis des Berichts besagt, dass Rassismus gegen Schwarze Menschen systematisch geschieht. Gewalt und Diskriminierung haben durch ihre jahrhundertelange Anwendung auch staatliche Strukturen geschaffen, die bis heute bestehen. Das äußert sich in der Gesellschaft auf unterschiedliche Art und Weise - extreme Polizeigewalt, wie sie im Fall von George Floyd angewandt wurde, ist dabei nur die Spitze des Eisbergs.

Rassismus durchzieht die Gesellschaft. Vorurteile gegen Schwarze Personen entstehen meistens schon in der Kindheit.

Doch struktureller Rassismus wird laut Bachelet immer noch zu oft abgestritten. Sie betont, dass der aktuelle Zustand unhaltbar ist und fordert die Politik zum Handeln auf. Dabei reichen kleinere Anpassungen jedoch nicht - die Systeme müssten von Grund auf reformiert werden, um Rassismus einzudämmen.
 

#5 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Die Coronakrise ist neben der Gefahr für die Gesundheit gleichzeitig auch die schwerste Wirtschaftskrise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Weltweit gingen 2020 etwa 225 Millionen Vollzeitstellen verloren, dadurch sank das Einkommen von ArbeitnehmerInnen um 3,7 Billionen Dollar. Der Arbeitsmarkt erholt sich nur langsam, die Krise ist, sogar falls keine weiteren Lockdowns mehr kommen, noch lange nicht überstanden.

Doch für die, die es sich leisten konnten, war es eine durchaus erfolgreiche Zeit. Das zeigen Daten des “World Wealth Report”, der von der Beratungsfirma Capgemini veröffentlicht wurde. Demnach gibt es sowohl bei den "Reichen" und "Superreichen" neue Höchstwerte. Als "reich" gilt dabei, wer mehr als eine Million Dollar an anlagefähigem Vermögen vorweisen kann. Bei "Superreichen" steigt dieser Wert auf 100 Million Dollar. 

Mittlerweile gibt es laut dem Bericht 20,8 Millionen Reiche, im Jahr zuvor waren es noch etwa 19,5 Millionen. Ihr gemeinsames Vermögen wird auf 80 Billionen Dollar geschätzt. Für Österreich berechnet der Report 163.300 Millionäre. Das ist allerdings eine konservative Schätzung, laut Credit Suisse sind es sogar 313.000. Die Zahl der Superreichen hat ebenfalls einen Höchststand erreicht, sie stieg um 6.000 auf etwa 60.000 Personen. 

Ein Beispiel für ein erfolgreiches Coronajahr für "Superreiche" ist der österreichische Milliardär Rene Benko. Wie er eigentlich reich wurde hat, haben wir hier für dich aufgeschrieben
 

Ich wünsche dir einen halbwegs kühlen Mittwoch, 

Sebastian

P.S.

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