Ein Mädchen macht mit E-Learning Hausaufgaben vor dem Laptop.
Die Schulen sind geschlossen, die Kinder sollen zu Hause lernen. Kann das klappen? Foto: Annie Spratt für Unsplash
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  Redaktion

/ 19. Mai 2021

Schulen und Kindergärten waren geschlossen, die Großeltern gefährdet. Wegen der Coronakrise mussten Familien ihre übliche Kinderbetreuung über den Haufen werfen. Momentum Institut hat nun untersucht, wie sich das auf die Arbeitszeit der Eltern ausgewirkt hat.

Männer und Frauen haben die bezahlte Arbeitszeit in den ersten Monaten der Pandemie im Frühling 2020 stark verringert. Im Juni 2020 hat sich die Situation dann für alle Gruppen stabilisiert. Aber bei Schulschließungen geht bei den Arbeitsstunden die Schere zwischen Müttern und Vätern auf. Besonders gut ist diese Entwicklung im November zu sehen.

Zwischen März 2020 und März 2021 sank die Wochenarbeitszeit von Müttern im Durchschnitt um rund 6 Stunden (oder 22 Prozent) genau dann, wenn Homeschooling angesagt war. Bei Vätern lässt sich kein Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Schulschließungen erkennen.

Die Ergebnisse der Untersuchung deuten darauf hin, dass die zusätzlichen Kinderbetreuungspflichten in der Pandemie vor allem Mütter belastet haben. Die Krise verstärkte also vor allem mittelfristig die traditionelle Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit innerhalb von österreichischen Familien. Wenn Frauen die bezahlten Arbeitsstunden verringern, erhalten sie weniger Lohn. Das wirkt sich wiederum auf den Gender Pay Gap aus.

Studienautorin Lisa Hanzl empfiehlt daher kostenlose und flächendeckende Kinderbetreuung, Rechtsanspruch auf Elternteilzeit bei vollem Lohnausgleich und die Einführung einer 30-Stunden-Woche, um Lohnarbeit gerechter aufzuteilen.

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