Morgenmoment
/ 6. Oktober 2021

Guten Morgen!

So eine Steuerreform ist doch eine gute Möglichkeit, um einen Keil zwischen Stadt und Land zu treiben! Klingt absurd, aber genau das passiert gerade. Wie genau, erfährst du im heutigen Morgenmoment. Zusammengestellt wurde der von Max Eberle und Sebastian Panny.

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#1 Möchtest du das teilen?

Die Regierungsparteien haben vor kurzem die 'ökosoziale' Steuerreform präsentiert. Ein Satz fällt dabei besonders ins Auge: Die Wienerinnen und Wiener müsse man nicht genauso fördern, wie Leute auf dem Land. Weil in Wien alle die U-Bahn vor der Haustür haben. Was wird damit bezweckt? Es geht ganz klar darum, einen Keil zwischen Stadt und Land zu treiben. Natascha Strobl hat das für uns analysiert.

#2 Besser geht doch

Menschen, die Tampons oder Binden brauchen, müssen im Leben mehrere tausend Euro dafür ausgeben. Das belastet vor allem Armutsbetroffene. Zu Beginn des Jahres wurde in Österreich deshalb bereits die Tamponsteuer herabgesetzt. Die Stadt Wien geht jetzt einen Schritt weiter. In der Brigittenau, wo laut Stadt 20 Prozent der Frauen und Mädchen armutsgefährdet sind, startet ein Pilotprojekt, die “Rote Box”. An vier Standorten im Bezirk werden in den kommenden vier Monaten Boxen mit Perioden-Artikel zur freien Entnahme aufgestellt. Mit den Regalen will die Stadt auch Sichtbarkeit für das Thema Periodenarmut schaffen, das nach wie vor mit Scham behaftet ist.

#3 Wirtschaft erklärt

Die "ökosoziale" Steuerreform verdient ihren Namen nicht. An der ungerechten Struktur der Besteuerung in Österreich ändert sich nämlich praktisch nichts. Momentum-Ökonomin Sophie Achleitner zeigt in dieser Ausgabe von Wirtschaft erklärt, warum das Steuerwesen dadurch weder sozialer gemacht wurde, noch besonders ökologisch.

#4 Der Reihe nach

Und noch einmal nehmen wir heute die Steuerreform auseinander. Alle Menschen, die arbeiten gehen, sollen die Entlastung der umstrittenen Steuerreform spüren, so Bundeskanzler Kurz. Was er dabei wieder einmal vergisst: Auch unbezahlte Arbeit ist Arbeit. Doch von der Reform profitieren die Menschen, die diese Arbeit leisten nicht. Es sind übrigens vor allem Frauen.

#5 Grafik des Tages

 

Nature is healing. Das konnte man zumindest zu Beginn der Coronakrise immer wieder lesen. Aber genau wie die Delfine, die angeblich in die Buchten von Venedig zurückkehrten, hat sich die Aussage wenig überraschend als falsch herausgestellt.

Denn die Emissionen sind zwar für kurze Zeit tatsächlich so stark zurückgegangen, wie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr. Aber eigentlich sollten die Emissionen jedes Jahr so stark sinken, um die Erhitzung der Erde zumindest etwas einzudämmen. Doch das Leben hat sich bereits "normalisiert". Die Wirtschaft ist wieder angelaufen und die Menschen reisen wieder fast so viel wie vorher. Damit ist der kurze Rückgang auch wieder vorbei: Im August 2021 haben wir 96,5 Megatonnen CO2 pro Tag ausgestoßen. Und das ist um 1 Prozent mehr, als im August 2019. 

Einen schönen Mittwoch, 

Max und Sebastian

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