Teuerung: Unterschiede bei den Ausgaben - etwa für das Heizen und Energie - entscheiden, ob staatliche Hilfen genügen der nicht

Teuerung: Unterschiede bei den Ausgaben - etwa für das Heizen und Energie - entscheiden, ob staatliche Hilfen genügen der nicht

/ 17. August 2022

Die Teuerung trifft nicht alle gleich. Sie hat bei ärmeren Haushalten viel schlimmere Auswirkungen. Die staatlichen Hilfen versuchen das abzudecken, aber nicht bei allen genügen sie.

Das ärmste Zehntel der Haushalte verliert durch die Teuerung in diesem Jahr 1,25 Monatsgehälter. So viel mehr kosten die Produkte und Dienstleistungen, die sie in Anspruch nehmen sollen. Je mehr ein Haushalt verdient, desto niedriger wird natürlich die Belastung. Obwohl sie viel mehr ausgeben, verlieren die reichsten Haushalte "nur" knapp ein halbes Monatseinkommen. Das ergeben Berechnungen des Momentum Instituts.

Staatliche Eingriffe helfen

Ohne staatliche Eingriffe würden in dieser schwierigen Situation eine massenhafte Verarmung von Menschen und eine viel schwerere Wirtschaftskrise drohen. Der Staat versucht deshalb die Kaufkraft zu erhalten. Er unterstützt die Haushalte gegen die Teuerungen. 

Die von Regierung und Parlament beschlossenen Hilfen in Österreich versuchen dabei auch, die ungleiche Belastung armer und reicher Haushalte zu berücksichtigen. So sollten zum Beispiel das einkommensschwächsten Zwanzigstel der Haushalte in diesem Jahr zwar 975 Euro an die Teuerung verlieren, sie sollten aber 1.220 Euro an Hilfen bekommen.

Teuerung: Die Hilfen reichen aber nicht für alle

Das sind allerdings nur durchschnittliche Werte. In jeder Einkommensgruppe gibt es Haushalte, für die die Hilfen nicht genügen. Der Grund sind unterschiedliche Ausgaben des Alltags. Viele davon sind nicht schnell oder selbst veränderbar. Wer zum Beispiel eine schlecht gedämmte Wohnung heizen muss, ist von den steigenden Energiekosten viel härter betroffen. Als Mieter:in kann er das meist auch nicht beeinflussen.

Jeder vierte der ärmsten Haushalte verliert durch die Teuerung deshalb trotz der Hilfen Geld. Arme Haushalte mit besonders schlechten Bedingungen haben so eine Teuerung von mindestens 1.372 Euro zu stemmen. Die 1.220 Euro an Hilfen genügen dann nicht. Gerade für diese Haushalte ist ein Verlust von 150 Euro aber natürlich besonders dramatisch. Das durchschnittliche Einkommen pro Kopf liegt hier im Monat nämlich nur bei 680 Euro. Die Hilfen müssen hier offensichtlich genauer werden.

In der unteren Mittelschicht verliert bereits jeder zweite Haushalt Geld. Auch hier kann die Situation gravierende finanzielle Probleme verursachen. Denn das monatliche Pro-Kopf-Einkommen in Haushalten am unteren Ende des mittleren Einkommensdrittels ist zwar mit über 1720 Euro deutlich größer als bei den ärmsten. Aber die Teuerung kann die Hilfspakete um bis zu 880 Euro übersteigen.

Unter den reichsten Haushalten verlieren zwar sogar 9 von 10 Kaufkraft. Aufgrund ihrer guten Einkommen ist das für diese Gruppen aber normalerweise eine bewältigbare Situation.

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