Morgenmoment
/ 1. Oktober 2021

Guten Morgen!

Auf die Rechte von Sexarbeiter:innen wird zu oft vergessen. Wer sich teure Mieten nicht mehr leisten kann, wird aus seiner Wohngegend verdrängt. Und Österreich hat es bisher versäumt, den Mindestpreis für Flugtickets einzuführen. Der Morgenmoment, heute von Andreas Bachmann.

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#1 Möchtest du das teilen?

Sexarbeiter:innen werden kaum gefragt, wenn es um ihre eigenen Rechte geht. Sabrina Michelle Sanchez und Luca Stevenson kämpfen dafür, dass sich das ändert. Im MOMENT-Interview berichten sie, wie Menschen, die sexuelle Dienstleistungen anbieten, aus den Zentren der Städte gedrängt werden, Gewalt erfahren müssen, aber selbst kriminalisiert werden.

#2 Hast du das gesehen?

Egal ob Berlin oder Graz, die Wahlergebnisse in der deutschen und in der steirischen Hauptstadt zeigen: Leistbare Mieten sind erstens Mangelware und zweitens für immer mehr Menschen ein riesiges Problem. Einer der Hauptgründe: Die Städte haben den Wohnungsmarkt privaten Immobilienunternehmen und Investoren überlassen, bei denen maximaler Gewinn weit über dem Gemeinwohl steht. Das muss sich ändern, sagt Barbara Blaha in ihrer Videokolumne Moment Mal!

#3 Zahl des Tages

Für den Hochabschluss lernen und daneben arbeiten? Für die meisten Studierenden in Österreich ist das Alltag. Mehr als 8 von 10 Hochschüler:innen arbeiten auch. Zwei Drittel der Studierenden sind dabei auch während des Semesters berufstätig. Damit arbeiten in Österreich überdurchschnittlich viele Studierende. Vollzeitstudenten hierzulande arbeiten im Schnitt 13 Stunden pro Woche. Das sind 3 Stunden mehr als in anderen europäischen Ländern.
 
69 Prozent der Studierenden in Österreich brauchen den Job, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken. Von 10 verdienten Euro müssen sie 4 Euro fürs Wohnen zahlen. Das sind die Ergebnisse der neuen "Eurostudent"-Umfrage. Sie untersucht die soziale Situation von Studierenden in 26 europäischen Ländern. (Studie als pdf)

#4 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

„Verrückt“ nennt es Ryanair-Boss Michael O’Leary, einen Mindestpreis für Flugtickets verlangen zu wollen - also subventionierte und begrenzte Lockangebote zu untersagen, deren Preis noch unter den verpflichtend fälligen Steuern und Abgaben für Flugtickets liegen. Um das zu begründen, bemüht O'Leary sogar den Klimaschutz. Aber da war doch was? Österreich wollte den Mindestpreis eigentlich schon vor einem Jahr einführen. Was ist daraus geworden?

#5 Aufgefallen

Ein kleiner Unterschied? Der konservative Ex-Präsident von Frankreich Nicolas Sarkozy wurde heute zu einem Jahr Haftstrafe verurteilt. Seine Partei hatte im Wahlkampf 2012 die Kostengrenze fast um das Doppelte überschritten. Kommt dir das aus Österreich bekannt vor? Auch die konservative ÖVP unter Parteichef Sebastian Kurz hat 2017 die Obergrenze bei den Wahlkampfkosten fast um das Doppelte überschritten.

Ein wesentlicher Unterschied findet sich in den Konsequenzen. Während Sarkozy nun selbst zu einer Haft verurteilt wurde (er will Berufung einlegen), hat die Partei von Sebastian Kurz gerade einmal eine nicht allzu schmerzvolle Strafe erhalten. Während der Wahlkampf fast 13 Millionen Euro kostete, beträgt die Strafe nur 800.000 Euro.

 

Einen unvergesslichen Tag wünscht dir,

Andreas

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