Morgenmoment
/ 3. November 2021

Guten Morgen!

Manche haben Probleme und niemand glaubt ihnen. Andere wiederum haben Probleme und glauben sich selbst nicht. Über beide Fälle liest du im neuen Morgenmoment. Der kommt heute von Sebastian Panny.

#1 Möchtest du das teilen?

Die 19-jährige Lucy* hat eine schwere Depression erlebt. Auf Verständnis stieß sie mit ihrer Krankheit bei den wenigsten Menschen - dabei wäre gerade das sehr wichtig für sie gewesen. Bei uns erzählt sie, wie es ihr damit ging - und wie sie ihren Lebensmut wieder gewonnen hat.

#2 Grafik des Tages

Spätestens seit der ersten Klimakonferenz in Genf 1979 weiß die Weltpolitik: Der Ausstoß von Treibhausgasen muss runter. Und mit zunehmender Dringlichkeit wurden auch die Versprechen größer, das zu schaffen. Für die Toronto-Ziele (1988), das Kyoto-Protokoll (1997) und das Pariser Klimaabkommen (2015) mussten Fortschritte von Klimaschützer:innen und Wissenschaft hart erarbeitet werden. Genug war all das jedoch noch lange nicht: Denn die menschengemachten Beiträge zur Klimazerstörung wachsen auch heute immer noch weiter an. Wir rasen auf eine Klimakatastrophe zu.

Österreich ist Industrienation und gehört, wenn man die Einwohnerzahl berücksichtigt, als Land historisch zu den schlimmsten Klimazerstörern. Und es hat verglichen mit ähnlich reichen Ländern auch noch besonders wenig an seinem Ausstoß verändert. Dabei wurde bisher noch gar nicht erforscht und gemessen, wie viel die heiße Luft aus Jahrzehnten voller leerer Versprechen der zuständigen Politik zur Erderhitzung beiträgt.

#3 Hast du das gesehen?

Die ÖVP hat eine neue Kampagne gestartet. Um Wahlwerbung handelt es sich dabei allerdings nicht. Ein ÖVP-nahes Medium berichtet über einen angeblichen "Skandal" um Falter-Chefredakteur Florian Klenk und die Staatsanwaltschaft. Wie und warum das geschieht, erklärt dir Natascha Strobl in ihrer aktuellen Videokolumne.

#4 Der Reihe nach

Bei der Weltklimakonferenz in Glasgow sollten bis 12. November die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Ohne radikale Schritte werden wir die Erderhitzung nicht eindämmen können. Wir liefern euch einen regelmäßigen Überblick über die wichtigsten Verhandlungsergebnisse:

Das Gute:

14 Milliarden Euro bringen Regierungen und privaten Institutionen auf, um die Abholzung der Wälder einzudämmen. Aktuell wird jede Minute eine Fläche von 27 Fußballfeldern abgeholzt. Diese führt dazu, dass Wälder immer weniger CO2 speichern können. Aufgrund der menschlichen Bewirtschaftung stoßen manche Wälder sogar schon mehr CO2 aus, als sie aufnehmen können. Es gab zwar bereits 2014 ein ähnliches Abkommen. Das zeigte aber wenig Wirkung. Damals haben einige wichtige Länder wie Russland, China und Brasilien nicht unterzeichnet. Diese Länder haben dem neuen Vorhaben alle zugestimmt.

Das Schlechte:

Dass Chinas Präsident Xi Jinping nicht bei der COP26 dabei sein würde, sorgte schon vor der Konferenz für Ernüchterung. Schließlich ist China das Land mit den höchsten CO2-Emissionen weltweit. In einer Nachricht an die Konferenz hat er nur bekräftigt, was vorher schon bekannt war: China will 2030 den Höchststand an CO2-Emissionen erreichen und bis 2060 CO2-neutral werden. Das ist für die Temperatur-Obergrenzen des Pariser Klimaabkommens aber nicht schnell genug. Neben Xi Jinping bleiben auch Russlands Präsident Vladimir Putin und Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro der Konferenz fern.

Das Dazwischen:

Es geht eigentlich viel zu langsam: Indiens Präsident Naindra Modi hat bei der Klimakonferenz angekündigt, dass sein Land erst bis 2070 klimaneutral werden will. Doch für viele Expert:innen war die Ankündigung dennoch eine eher positive Überraschung. Denn bisher hatte sich Indien immer dagegen gewehrt, überhaupt eine Zusage dazu zu machen. Auch kurzfristige Ziele wurden von Modi angekündigt. So soll Indien bis 2030 die Hälfte seiner Energie durch erneuerbare Energieträger gewinnen. Indien ist das Land mit der dritthöchsten Emissionsrate weltweit.

 

#5 Zitat des Tages

Heute ist “Weltmännertag” - ein wichtiger Tag der Gendermedizin. Denn in der Medizin sind es zwar meist Probleme von Frauen, die nicht genügend Beachtung finden, aber es gibt natürlich auch ziemlich viele Dinge, die besonders Männer betreffen.

Psychische Krankheiten sind etwa so ein Feld. In Österreich begehen Männer zum Beispiel viermal so oft Suizid als Frauen. Dabei werden Frauen häufiger mit Depressionen diagnostiziert.  Das ist nur auf den ersten Blick ein Widerspruch. Männer lassen sich einfach seltener diagnostizieren. Denn das vorherrschende Männlichkeitsbild sagt immer noch: wer Gefühle zeigt, ist schwach. Schon Buben wird eingeredet, dass “echte Männer” nicht weinen. Männer gestehen sich selbst weniger zu, verletzlich zu sein. Das alles führt dazu, dass sie sich eher selbst mit Alkohol oder Drogen “behandeln” und sich keine professionelle Hilfe suchen. 

Umso wichtiger ist es, wenn bekannte Männer über ihre psychischen Probleme berichten. Dwayne “The Rock” Johnson, einer der bekanntesten Actionstars der Welt, hat etwa mehrfach öffentlich über seine Depressionen gesprochen. Und gestand dabei auch ein: “Manchmal ist es für uns am schwierigsten, um Hilfe zu bitten. Ich habe diesen Fehler ein paar Mal gemacht.”
 

Leidest du unter Depressionen, Angststörungen, hast Suizidgedanken oder belastet dich die Corona-Krise sehr? 

Hier findest du die Kontaktadressen der psychologischen Studierendenberatung in allen Bundesländern.

Weiters kannst du dich an die Telefonseelsorge wenden, kostenlos stehen dir Experten rund um die Uhr unter 142 zur Verfügung. Es gibt auch Beratungen über Chat und Mail.

Auch die Experten des Kriseninterventionsteams stehen für eine Beratung von Montag bis Freitag unter +43 1/ 406 95 95 zur Verfügung. Auch hier ist eine anonyme E-Mail Beratung möglich.

Die psychologischen Helpline des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen ist Montag bis Sonntag, 10 bis 20 Uhr unter +43 1 /504 8000 erreichbar.

Einen schönen Tag

Sebastian

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