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War war Hilde Radusch? Lesbische Aktivistin und Widerstandskämpferin

War war Hilde Radusch? Lesbische Aktivistin und Widerstandskämpferin

Im Rahmen des #PrideMonth stellen wir die lesbische Aktivistin und Widerstandskämpferin Hilde Radusch vor.

Der Juni ist Pride Month. Wir feiern in dem wir jeden Tag eine Vorkämpferin aus der LGBTIQ-Bewegung vorstellen. Heute: Die Widerstandskämpferin Hilde Radusch. Weitere wichtige Personen der Community findest du hier.

Hilde Radusch wurde 1903 im heutigen Polen geboren. Schon in ihrer Jugend hatte sie Schwierigkeiten mit der Rolle, die damals für Frauen vorgesehen war. Einen Mann heiraten, seine Kinder bekommen und den Haushalt führen, konnte sie sich nicht vorstellen. Stattdessen zog sie mit 18 nach Berlin, um Kindergärtnerin zu werden und schloss sich dort der Kommunistischen Jugend an. Frauen konnten sich damals dem Roten Frontkämpferbund nicht anschließen, also setzte sie sich für die Gründung des Roten Frauen- und Mädchenbundes ein.

Aktivismus im Untergrund

Als 1933 die Nationalsozialisten in Deutschland die Macht übernahmen, verbrachte sie ein halbes Jahr in Schutzhaft. Selbst im Gefängnis kämpfte sie erfolgreich für verbesserte Haftbedingungen für Insassinnen. Nach ihrer Freilassung betrieb sie gemeinsam mit ihrer Partnerin Else Klopsch ein kleines Lokal in Berlin, von dem aus sie Unterschlupfsuchende unterstützten. 1944 hätte das Paar für ihr Engagement verhaftet werden sollen, konnte aber durch eine Warnung rechtzeitig flüchten und untertauchen. Sie blieben bis Kriegsende versteckt – bis zur Befreiung durch die Rote Armee waren die beiden fast verhungert. In ihren Kriegstagebüchern hat sie ihr beschwerliches Leben im Untergrund festgehalten.

Sie blieb ihr Leben lang aktiv

Hilde Radusch führte ihren Aktivismus nach dem Krieg fort. Sie wurde SPD-Mitglied und schloss sich der neuen Frauenbewegung an, wo sie über ihre Erfahrungen mit NS-Verfolgung berichten konnte, aber auch über neue Debatten in der feministischen Bewegung informiert blieb. Bis zu ihrem Tod 1994 engagierte sie sich in diversen Frauen- und Lesebeninitiativen.

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