Zu sehen ist eine Frau, die sich eine Lupe vors Auge hält
In Österreich sind Gehälter kaum transparent. Zeit, das zu ändern.
Foto: cottonbro für Pexels
/ 17. Februar 2022

Die Frage ist unangenehm, aber wichtig: Wie viel verdienst du? In Österreich müssen sich Kolleg:innen meist direkt fragen, wenn sie wissen wollen, wie viel Gehalt die anderen bekommen. Dabei gibt es gute Gründe dafür, die Löhne sogar übers Unternehmen hinaus transparent zu machen:

#1 Transparenz wirkt gegen Lohndumping

Seit 2001 sind die Löhne aller Norweger:innen im Internet aufrufbar. Eine Studie belegt, dass die Löhne für Niedrigverdiener:innen anschließend um 4,8% anstiegen. Die Erklärung: Arbeiter:innen konnten ihre Gehälter vergleichen, kündigten, wenn sie unzufrieden waren und suchten sich neue Jobs.

#2 Hilft gegen den Gender Pay Gap

Frauen bekommen in Österreich immer noch weniger Lohn für die gleiche Arbeit. Bis zu 13,6% beträgt der Pay Gap, der nicht wegerklärt werden kann, je nach Berechnungsart. Studien aus Europa und den USA zeigen, dass Lohntransparenz den Gender Pay Gap schließen kann. Es kommt aber auf die Ausgestaltung an: Das schwache Transparenzgesetz in Österreich wirkt nicht.

#3 Grundlage für Arbeitskämpfe

Wer viel weniger bekommt als Kolleg:innen mit denselben Aufgaben, wird wütend - und das ist gut so. Gleicher Lohn für gleiche Leistung sollte Standard sein. Unterschiede zwischen Positionen können etwas anstoßen. Zum Beispiel, wenn die Löhne der Mitarbeiter:innen seit Jahren stagnieren, die Manager:innen aber jedes Jahr Gehaltserhöhungen und Boni bekommen. Nur wer informiert ist, kann sich gegen Ungerechtigkeit auch organisieren.

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