Ein Stadtteil von Tulsa wurde durch einen Mob zerstört

Der Stadtteil Greenwood wurde beim "Massaker von Tulsa" durch einen Mob fast vollständig zerstört.

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/ 31. Mai 2021

Von 31. Mai bis zum 1. Juni 1921 kam es in Tulsa, Oklahoma, zum "Massaker von Tulsa". Dabei handelt es sich um einen der schlimmsten Fälle von Lynchjustiz in der US-amerikanischen Geschichte. Dabei wurde das Stadtviertel Greenwood, wo aufgrund der Rassentrennungsgesetze nur Schwarze Menschen lebten, fast vollständig zerstört. Ein Mob ermordete bis zu 300 Menschen, mehr als 8.000 Personen wurden dadurch obdachlos. 

Wie kam es zu dem Massaker von Tulsa?

Ausgangspunkt war der Bericht über eine angebliche Vergewaltigung einer Weißen Frau durch einen Bewohner von Greenwood in der “Tulsa Tribune”. Tatsächlich gab es dafür allerdings nie Beweise. Lynchjustiz war besonders in den Südstaaten der USA weit verbreitet, sehr häufig wurde dafür von Weißen Menschen ein Vorwand erfunden. Als einige Bewohner von Greenwood der Polizei ihre Unterstützung anboten, um den Beschuldigten gegen den Mob zu schützen, eskalierte die Situation. Bei Handgreiflichkeiten löste sich ein Schuss und traf einen Schwarzen in die Brust.

Daraufhin flohen die Bewohner von Greenwood in ihr Stadtviertel. Die Polizei von Tulsa bewaffnete die Weiße Bevölkerung und gemeinsam organisierte man den Angriff auf den Stadtteil. Es wurden unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Die einen sollten nach Greenwood vordringen und Menschen umbringen, die anderen verhindern, dass Schwarze Menschen entkommen konnten. Zu diesem Zweck und zur Bombardierung wurden auch sechs Flugzeuge eingesetzt. Außerdem wurde ein Maschinengewehr auf einem Turm montiert und Gebäude mit Dynamit gesprengt.
 

Was passierte nach dem Massaker von Tulsa?

Am 1. Juni traf die Nationalgarde in der Stadt ein, zu diesem Zeitpunkt war das Massaker allerdings schon am Abklingen. Die Schwarzen Menschen, die sie in Greenwood noch antrafen, wurden verhaftet und in Internierungslager gebracht. Die Angreifer wurden entwaffnet, festgenommen wurde jedoch niemand. Bei der rechtlichen Aufarbeitung wurde die Weiße Bevölkerung von allen Vorwürfen freigesprochen. Bis heute sind die Gebäude und das dortige Land im Besitz von Weißen Menschen.

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