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Klimakrise

Gefahr durch Ozon: Was ist dran?

Hohe Ozonwerte in Österreich (c) cottonbro studio
Österreich erlebt dieser Tage stark erhöhte Ozonwerte. Sie könnten Menschen schaden. Maßnahmen dagegen gibt es zahlreiche - auch das klimaschädliche CO₂ trägt zur Entstehung des Reizgases bei. Aber was ist Ozon eigentlich und tut Österreich etwas dagegen? MOMENT.at fasst zusammen.

Was ist Ozon?

Ozon ist ein Sauerstoffmolekül. In der Stratosphäre nimmt das Gas eine wichtige Schutzfunktion ein. Als Ozonschicht absorbiert es einen großen Teil der schädlichen UV-B-Strahlung. Zusätzlich kann Ozon aber auch in Bodennähe entstehen. Bei intensiver Sonneneinstrahlung bildet es sich durch chemische Prozesse aus anderen Stoffen – etwa Stickstoffoxiden. Aber auch das bekannte Treibhausgas CO₂ trägt zur Entstehung von Ozon bei. 

Welche Wirkung hat Ozon auf den Körper?

In hoher Konzentration kann Ozon zu Reizungen der Schleimhäute und Atembeschwerden führen. Lungenfunktionen können beeinträchtigt werden. Besonders gefährdet sind Personen mit Erkrankungen der Atemwege, des Herzens oder Asthma. 

Wann ist Ozon besonders gefährlich für den Körper?

Ozon entsteht bei intensiver Sonneneinstrahlung. Im Sommer, zu Mittags- und Nachmittagsstunden, können die Werte stark ansteigen. 

Ab wann sollte ich mich vor Ozon schützen?

Verschiedene Richtwerte legen eine erhöhte Belastung durch das Reizgas fest. Die Konzentration soll im Mittel über 8 Stunden 120 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nicht übersteigen. Passiert das im Schnitt von 3 Jahren an mehr als 25 Tagen, sollten Maßnahmen ergriffen werden. Werte ab 180 Mikrogramm sind über eine Stunde für besonders gefährdete Personen bei erhöhter körperlicher Tätigkeit schädlich. Eine Ozonkonzentration über der Alarmschwelle von 240 Mikrogramm kann auch bei gesunden Personen körperliche Schäden verursachen. Das gilt besonders bei intensiver körperlicher Belastung.

Wie oft werden diese Ozon-Werte in Österreich überschritten?

Das ist regional unterschiedlich.

Der achtstündige-Mittelwert von 120 Mikrogramm wurde bereits jetzt an acht Orten in Österreich an 25 oder mehr verschiedenen Tagen überschritten. Negative Ausreißer sind die Kärntner Gerlitzen (44 mal), der Salzburger Sonnblick (33 mal) und der Oberösterreichische Feuerkogel (31 mal). Zahlreiche weitere Orte könnten die als Maximum anvisierten 25 Belastungstage in diesem Jahr noch übertreffen.

Die schlechtesten kurzzeitigen Extrem-Werte haben Bezirke in Niederösterreich und Wien. Zuletzt sorgten 198 gemessene Mikrogramm in Klosterneuburg für Besorgnis. In Klosterneuburg wurde der 1-stündige Mittelwert von 180 Mikrogram im Jahr 2023 aber sogar schon an 5 Stunden im August überschritten (Stand: 22.8.2023). Am Wiener Hermannskogel passierte das 4 mal. 

Die Schwelle von 240 Mikrogramm pro Stunde wurde 2023 glücklicherweise noch nirgends überschritten.
 

Wie erfahre ich wie hoch die aktuellen Ozon-Werte in Österreich sind?

Neben diversen Wetter-Apss meldet das Umweltbundesamt aktuelle Werte auf seiner Webseite

Was hat Ozon mit dem Klimawandel zu tun?

Die Klimakrise führt zu einer Erderhitzung und damit auch zu mehr warmen und heißen Tagen. Hitze begünstigt das Entstehen von bodennahem Ozon. Die Ozon-Belastung dürfte durch die Klimakrise also steigen. Und Ozon macht die Klimakrise wiederum schlimmer, weil es in niedrigeren Schichten der Atmosphäre zum Treibhauseffekt beiträgt.

Gleichzeitig könnte die Klimakrise auch dazu beitragen, dass sich Ozonlöcher in höheren Schichten der Atmosphäre nicht schließen – obwohl schädliche Stoffe wie FCKWs 1987 erfolgreich verboten wurden. Die Ozonschicht in der Stratosphäre ist wichtig, weil sie gefährliche UV-B-Strahlen von der Erde weghält.

Wie schützt man sich am besten vor Ozon?

Gefährdete Personen sollten ab einem Wert von 240 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft einen Aufenthalt im Freien gänzlich vermeiden. Alle anderen sollten auf intensive sportliche Betätigungen im Freien während der Mittags- und Nachmittagsstunden verzichten – da ist die Ozonkonzentration am höchsten. Am Morgen, in der Nacht und bei Regen sinken Ozonwerte ab.

Was kann man gegen hohe Ozon-Werte tun?

Am effektivsten ist die Verringerung und Einschränkung von Emissionen der sogenannten Vorläuferschadstoffe. Die meisten Emissionen werden durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe – großteils im Verkehr – verursacht. 

Macht die Regierung etwas gegen hohe Ozon-Werte?

Das österreichische Bundesamt verweist auf Maßnahmen auf europäischer Ebene. EU-Richtlinien schreiben Emissionshöchstmengen für die beiden wichtigsten Ozonvorläufersubstanzen – Stickstoffoxide und flüchtige organische Verbindungen – vor. Die Verbesserung von Verbrennungstechnologien sollen außerdem CO₂-Emissionen reduzieren. 

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