Morgenmoment
/ 19. August 2022

Guten Morgen!

Manche Dinge müssen wir für das Klima anders machen - auf Pommes verzichten eher nicht. Dein Morgenmoment kommt heute von Sebastian Panny

#1 Möchtest du das teilen?

Du möchtest in deiner Mietwohnung die Gastherme austauschen? Dann könntest du Pech haben. Denn das geht nur mit Einwilligung von Hausbesitzer:innen - und für die ist ein Umbau kostspielig. Und hunderttausende warten vergeblich darauf, dass die Vermieter:innen etwas tun. Woran hakt es? Die Regierung könnte jetzt eine Maßnahme aufgreifen, um Vermieter:innen den Wechsel auf Fernwärme schmackhaft zu machen.

#2 Der Reihe nach

IKEA hat sich einen Shitstorm eingefangen. Einige Rechte wollen nicht mehr zu IKEA gehen, weil in einer Filiale nur mehr Salzkartoffeln statt Pommes verkauft werden. Sie fühlen sich "bevormundet". Denn die Filiale begründet das damit, dass Pommes viermal so viel CO2 verursachen.
 
Jetzt ist es einerseits lustig, sich das Möbelhaus nach dem garantierten Angebot an Pommes auszusuchen und sich über eine minimale Klimaschutz-Maßnahme so aufzuregen. Was IKEA macht, verdient aber eher aus genau diesem Grund einen kritischen Blick: Eine fast wirkungslose Maßnahme wird extra betont, um das Image als umweltfreundliches Unternehmen aufpolieren. Es ist klassisches Greenwashing.
 
Pommes zu machen erzeugt zwar tatsächlich mehr CO2 als Salzkartoffeln zu kochen. Und man muss sie deshalb auch nicht anbieten. Aber im Vergleich zu anderen Lebensmitteln ist das lächerlich und keine Erwähnung wert. 1kg Rindfleischbällchen verursachen zum Beispiel fast hundertmal so viele Treibhausgase, wie Pommes - und die mit Rind- und Schweinefleisch gemachten Köttbullar-Fleischbällchen bei IKEA gibt es nach wie vor. 

Vor allem aber entsteht der Großteil der Klima- und Naturzerstörung durch IKEA an anderer Stelle. Denn die laut eigenen Angaben 26 Milliarden Kilogramm Treibhausgase, die das Unternehmen jährlich erzeugt, werden mit den Pommes recht wenig zu tun haben. Und diese Zahl wuchs zuletzt wieder.
 
Wir haben einen Vorschlag an IKEA: Ihr hört damit auf, Holz aus geschützten Urwäldern zu verwenden und setzt euch für wirkungsvollen Klimaschutz ein. Dafür könnt ihr weiterhin ruhigen Gewissens Pommes verkaufen.
 

#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Man ist als 16-Jährige reif genug, um die Strapazen einer Geburt durchzumachen. Man ist reif genug, um einem Kind ein Zuhause zu bieten. Man ist reif genug, sein Leben nach einer anderen Person auszurichten. Wofür man nicht reif genug ist: sich dagegen zu entscheiden.

Was wie ein sehr zynischer Witz klingt, ist in den USA Realität. In Florida wollte eine 16-Jährige ihre Schwangerschaft in der 10. Woche abbrechen. Das ist mit der Zustimmung eines Elternteils möglich. Die hat sie zwar nicht mehr, dafür einen staatlich ernannten Vormund. Der war mit ihrer Entscheidung einverstanden.

Vor dem Gericht, das darüber entscheiden musste, argumentierte sie: "Ich fühle mich nicht bereit für eine Schwangerschaft". Immerhin geht das Mädchen noch zur Schule und hat weder einen Job noch Eltern oder einen Partner, die sie unterstützen könnten. Abgesehen davon sollte man keinen Grund brauchen, um eine Abtreibung zu rechtfertigen.

Das Gericht verbot die Abtreibung dennoch. Die Begründung: die 16-Jährige sei "nicht reif genug", um sich für einen Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden. Sie wird jetzt zu der Geburt eines Kindes gezwungen, das sie eigentlich nicht haben will. Der Fall belegt einmal mehr die dramatischen Entwicklungen rund um das Selbstbestimmungsrecht von Frauen, nachdem der rechtskonservativ besetzte Supreme Court das Ende des Rechts auf Abtreibung beschlossen hat.

#4 Hast du das gesehen?

Kleiner Blick hinter die Kulissen gefällig? So sehen die Morgen bei uns in der Redaktion dank Gleitzeit aus. An diesem Video ist garantiert nichts gestellt, versprochen:

#5 Buch-Verlosung des Tages

Wie alle zwei Wochen gibt es auch heute wieder eine Buchverlosung bei uns. Dazu musst du uns bis zum 24. August die Antwort auf folgende Frage an verlosung@moment.at schicken: Wer trudelt als letzte Person in die Redaktion ein? 

Gewinnen kannst du diesmal das Buch "Warum wir Tiere essen" von Thomas Macho. Der Autor geht darin der Frage nach, warum wir gerne so tun, als würden wir Tiere respektieren und wertschätzen, obwohl wir gleichzeitig wissen, wie grausam sie oft leben und sterben müssen. 

Einen schönen Freitag

Sebastian

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