Morgenmoment
/ 29. Juni 2021

Guten Morgen!

So manche Medien sind ein großer Fan von Hängematten. Eigentlich nicht verwunderlich, gerade bei den Temperaturen. Warum sie ihre Liebe dennoch überdenken sollten, erfährst du im heutigen Morgenmoment. Zusammengetragen von Sebastian Panny.

#1 Möchtest du das teilen?

Sexuelle Belästigung betrifft alle Frauen - auch im Parlament. Das zeigt eine Befragung unter weiblichen Nationalratsabgeordneten aller Parteien. Die Auswertung ist eindeutig: Drei von vier Befragte haben schon sexualisierten oder frauenfeindlichen Hass wegen ihrer Tätigkeit als Abgeordnete erlebt. Solche Angriffe haben oft tiefgreifende Auswirkungen. So gab jede Vierte an, aus Angst vor den Reaktionen bestimmte Aussagen nicht zu tätigen. Alle Ergebnisse der Befragung kannst du hier nachlesen.

#2 Hast du das gehört?

Heute geht die Zeitreise mit den Gebrüdern Moped weit zurück, aber wir bleiben trotzdem in der Gegenwart. Es geht nämlich um die älteste noch erscheinende Tageszeitung der Welt: der Wiener Zeitung, damals als "Wiennerisches Diarium" gegründet. Jetzt kämpft sie um das Überleben,die Gebrüder Moped würden sie aber gerne retten. Warum? Das erfährst du in der aktuellen Ausgabe des "Podcast des Jahres".

#3 Zahl des Tages

Kanada und der Nordwesten der USA leiden unter einer Hitzewelle, die mit 46,6°C alle bisher gemessenen Höchstwerte bei weitem übertrifft. Der bisherige Rekordwert lag in Kanada bei 45° und wurde 1937 gemessen. Auch in den US-Städten Portland und Seattle wurden die bisherigen Höchstwerte eingestellt. 

Aufgrund der Hitze wurden in einigen Städten Kühlzentren eingerichtet, in denen Menschen vor den Temperaturen Schutz suchen können. Und die Hitzewelle wird noch anhalten. Die Höchstwerte könnten also noch steigen, befürchten MeteorologInnen. Die Hitze ist nicht nur für die Gesundheit der Menschen gefährlich, sie erhöht zudem die Gefahr von Waldbränden.

Solche extremen Temperaturen kommen statistisch betrachtet nur ein Mal in knapp 5.000 Jahren vor. Doch die vom Menschen verursachte Klimakrise macht solche extremen Ereignisse viel wahrscheinlicher. So werden auch bei uns Extremwetterlagen häufiger auftreten. Die schweren Unwetter der letzten Woche mit tennisballgroßen Hagelkörnern und das Auftreten eines Tornados wären ein Beispiel dafür. Wir spüren die Auswirkungen der Klimakatastrophe also bereits jetzt deutlich. Wenn wir nicht dagegen vorgehen, werden die Folgen noch gravierender.
 

#4 Pride Month

Der Juni ist Pride Month. Wir feiern in dem wir jeden Tag eine Vorkämpferin aus der LGBTIQ-Bewegung vorstellen. Heute ist das die französische Autorin Colette.

Colette, deren vollständiger Name Sidonie-Gabrielle Claudine Colette lautet, war eine vielseitige Künstlerin. Ihre ersten Erfolge erlangte sie mit den “Claudine”-Romanen, die sie ab 1896 unter dem Pseudonym ihres ersten Mannes veröffentlichte. Die autobiographisch angehauchten Bücher, in denen sie die Geschichte einer bisexuellen Frau erzählt, wurden sowohl von der Kritik als auch vom Publikum gefeiert. Als ihr Mann immer kontrollierender wurde, verließ sie ihn - er behielt jedoch die Urheberrechte für ihre Romane. 

Colette begann, als Varietékünstlerin im weltbekannten Moulin Rouge zu arbeiten. Als sie dort bei einem Auftritt eine ihrer Kolleginnen, mit der sie ein Verhältnis hatte, küsste, kam es sogar zu Tumulten. Homosexuelle Handlungen waren in Frankreich damals im Gegensatz zu anderen Ländern nicht illegal. Dennoch war es gefährlich, offen homosexuelle Beziehungen zu führen. So musste sie ihre Beziehung vor der Öffentlichkeit versteckt halten.

Wie ihr Leben weiterging, kannst du hier erfahren.

#5 Gegengelesen 

So könnte ein Bericht in der "Heute" tatsächlich aussehen. 

In den vergangenen Wochen kam aus einigen Niedriglohn-Branchen die Jammerei, man finde keine MitarbeiterInnen, denn die Sozialleistungen seien zu hoch. Viele Medien sprangen auf und lassen in ihren Berichten aber vor allem die Unternehmen zu Wort kommen. Während Arbeitslose und betroffene Angestellte fast nie vorkommen, dürfen UnternehmerInnen oft völlig unwidersprochen ihre Vorurteile über Arbeitssuchende äußern und Sozialleistungen angreifen.
 
Die Tageszeitung Heute hat nun eine Umfrage in Auftrag gegeben, und siehe da: Die Bevölkerung ist keineswegs der Ansicht der veröffentlichten Meinung. Sie hält mehrheitlich nicht die nach Arbeit suchenden Menschen, sondern die Unternehmen und ihre angebotenen Jobs für das Problem. Die Unternehmen würden zu schlecht zahlen, die Jobs hätten zu schlechte Arbeitsbedingungen und seien mit einem normalen Familienleben nicht vereinbar. Gemeinsam halten 53% diese Gründe für ausschlaggebend.
 
Die Heute titelt in ihrer Meldung zur Umfrage aber nicht damit, sondern trotzdem mit dem Spin, die Sozialleistungen wären zu hoch. Dabei denken dies und dass Arbeitssuchende sich nur einen schönen Sommer machen wollten, zusammen nur 33%. Auch die Grafik scheint eher dazu angehalten, die wahren Mehrheiten zu verschleiern - und einige gewählte Begriffe wie die der "sozialen Hängematte" könnten direkt aus dem Wahlkampf konservativer und rechter Parteien stammen. 

Einen schönen Dienstag!

Sebastian

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