/ Pride Month

Wer war Magnus Hirschfeld?

/ 18. Juni 2021

Jeden Tag im Juni stellen wir dir eine wichtige LGBTQIA-Persönlichkeit vor. Diesmal: Magnus Hirschfeld. Hirschfeld prägte die Homosexuellenbewegung wie kein Anderer. Weitere wichtige Personen der Community findest du hier.

Magnus Hirschfeld stammte aus einer jüdischen Familie aus Kolobrzeg im heutigen Polen. Er studierte Sprachwissenschaften und Medizin und wurde allgemeinmedizinischer Arzt.

Vorreiter Magnus Hirschfeld

Hirschfeld erkennt die Vielfalt der sexuellen Identitäten

Der Arzt und Sexualwissenschaftler setzte sich gegen die strafrechtliche Verfolgung der Homosexualität ein. 1897 gründete er deswegen das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee (WhK). Es war die weltweit erste Organisation, die sich offen zum Ziel setzte, gleichgeschlechtliche Handlungen zwischen Männern zu entkriminalisieren.

Seit 1899 gab er ein Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen heraus. Alle Menschen sind demnach eine einzigartige Zusammensetzung männlicher und weiblicher Eigenschaften, also Zwischenstufen. Er entwickelte die Theorie eines "dritten Geschlechts" zwischen Mann und Frau. Für ihn gab es keine binäre Geschlechterordnung. 1910 prägte er auch den Begriff Transvestit.

Weltweit erstes Institut für Sexualwissenschaft

Wegen seiner Forschung wurde Hirschfeld strafrechtlich verfolgt. Da er Studierenden zu ihrer sexuellen Orientierung befragte, wurde er wegen Beleidigung verurteilt. Hirschfeld ließ sich davon nicht beirren und gründete 1919 in Berlin das weltweit erste Institut für Sexualwissenschaft. Sein Engagement reichte über die Wissenschaft hinaus, denn er war Mitwirkender im ersten Film über homosexuelle Männer "Anders als die anderen".

Hirschfeld muss ins Exil

Die steigende Bekanntheit brachte Gefahren mit sich. Hirschfeld wurde mehrfach überfallen und körperlich angegriffen. Er beschloss, zur eigenen Sicherheit vermehrt zu verreisen. 1932 geht er aufgrund von Warnungen direkt ins Exil. Die Nationalsozialisten ließen 1933 das Institut für Sexualwissenschaft schließen. Hirschfeld lebte zu diesem Zeitpunkt auf Nizza mit seinen beiden Liebhabern in einer Partnerschaft zu dritt. Er verstarb 1935 an seinem 67. Geburtstag.

Sein wissenschaftliches Werk war stets der Befreiung der sexuellen Minderheiten von staatlicher Verfolgung und gesellschaftlicher Ächtung gewidmet. Magnus Hirschfeld hatte die volle Verwirklichung der sexuellen Menschenrechte weltweit zum Ziel. Ein Ziel, das bis heute leider noch nicht erreicht wurde.

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