/ Pride Month

Wer war Sappho? Antike Lyrikerin und Poetin

/ 16. Juni 2021

Sappho: Im Pride Month Juni stellen wir jeden Tag eine berühmte Persönlichkeit aus der LGBTIQA+ Community vor. Heute die antike Lyrikerin Sappho. Weitere wichtige Personen der Community findest du hier.

Eine Büste der Sappho

Sappho war eine antike griechische Dichterin, die im  6. Jahrhundert v. Chr. wirkte. Über ihr Leben ist nur wenig bekannt. Spätere antike Quellen berichten davon, dass Sappho um 590 v. Chr. auf Lesbos einen Kreis von jungen, adeligen Frauen in verschiedenen Künsten unterrichtete.

Ob Sappho tatsächlich homosexuell war, lässt sich historisch gesehen nicht klar beantworten. Zudem können wir unsere moderne Vorstellung von Homosexualität nicht ohne weiteres auf Menschen umlegen, die vor fast 3.000 Jahren lebten. Doch viele ihrer Werke sind ohne Frage homoerotisch aufgeladen und vermutlich von ihren eigenen Erlebnissen inspiriert. Dieser Aspekt wurde von Forschern, die sich mit ihrer Arbeit auseinandergesetzt haben, vielfach ignoriert oder sogar geleugnet. Weibliche Sexualität im allgemeinen und Homosexualität im speziellen wurde in den Geschichts- und Literaturwissenschaften lange Zeit als unwichtig oder gar negativ betrachtet.

Sapphos unklare Sexualität

Auch wenn ihre eigene Sexualität unklar bleibt, geht auf Sappho “lesbisch” als Bezeichnung für weibliche Homosexualität zurück - er bezieht sich auf die Herkunft der Dichterin. Bevor der Begriff um 1890 im deutschsprachigen Raum verwendet wurde, war “Sapphismus” geläufiger.
 

Bis heute haben ihre Werke, von denen nur ein Bruchteil erhalten ist, nichts von ihrer Unmittelbarkeit verloren, wie dieses Beispiel zeigt:

wie das Bild eines Gottes kommt mir dieser junge Mann vor,

der mit Dir die Liege teilt, wo ihr euch in die Augen seht, und er

sich an Deiner Anmut freut, Deiner freundlichen

Rede und Deinem einladenden

 

Lachen – der Augen-Blick bringt meine

Herzkammer in Bewegung, mein Brustbein und meine Eingeweide.

Eine schnelle Ahnung, schon verliert meine Stimme ihren Takt

und weigert sich, zurückzukehren,

 

weil meine Zunge gebrochen ist. Ein flackerndes

Feuer läuft unter die Haut und wirft

seine Strahlen; was immer ich sehe, ist

verschwommen und meine Ohren voll Donner.

 

Schweiß bricht aus, und ein Schauder läßt

meine Knochen beben. Ich bin bleicher

als verbranntes Gras und spüre schmerzlich ein Fieber,

nach dem nur der Tod noch kommen kann.

 

Aber ich muß weiter leiden, denn mehr

verdiene ich nicht…

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