Das Bild besteht aus drei Fotos. Das Erste zeigt eine Wiese mit Holz und einem Spalt. Das Zweite ein graues Klohäuschen und das dritte eine rosa Kloschüssel auf hell-gemusterten Fliesen.

Toiletten bei niedrigem, mittlerem und hohem Einkommen. Fotos von dollarstreet.org (CC by 4.0)

/ Lisa Wölfl
/ 10. September

Stell dir vor, alle Menschen der Welt leben gemeinsam auf einer ewig langen Straße, der Dollar Street. Ganz links wohnen die ärmsten, ganz rechts die reichsten Familien. Was denkst du, wo du liegen würdest?

Wo liegt dein Zuhause?

“Viele Menschen bei uns schätzen, dass sie in der Mitte der Straße wohnen würden”, sagt Fernanda Drumond, die das schwedische Projekt "Dollar Street" leitet, das versucht, auf seiner Website genau so eine Einkommens-Straße zu zeichnen. “Die meisten von uns sind aber viel näher an den Millionären dran als an den Armen.”

Die Toiletten der Welt

FotografInnen haben in über 300 Heimen dieselben 135 Sachen festgehalten: Haustüren, Zahnpasta, Geschirr - und Toiletten.

Wo und wie wir unser Geschäft verrichten, ist wichtig für unsere Hygiene und Gesundheit. Die gute Nachricht: Auch eine Grube, die tief genug ist, schützt vor Keimen und Krankheiten. Privatsphäre und Komfort Bequemlichkeit ist wiederum weltweit eher Luxus.

Die Familie Butoyi aus Burundi verwendet die Natur als Toilette, ebenso wie die Familie Chowdhury aus Indien oder die Familie Jaques aus Haiti. Die Familien kommen aus drei unterschiedlichen Kontinenten, doch alle drei gehören zu denen mit dem wenigsten Einkommen: 27 bis 39 Dollar pro Monat.

Toiletten der Familien, die in der Mitte liegen. Fotos von dollarstreet.org (CC by 4.0)

Bei den mittleren Einkommen der Einkommens-Straße haben wir Familien aus Tunesien, Indien und Kolumbien. Drei unterschiedliche Kontinente und Kulturen, eine sehr ähnliche Toilette.

Das Toiletten-Erlebnis ist unabhängig vom Land unter den reichsten Haushalten beinahe gleich. Ein eigener Raum, viel Toilettenpapier und Privatsphäre.

Drumond glaubt, dass das Projekt vor allem Reichen nützt, weil es ihnen hilft, die Welt zu verstehen. “Menschen, die in reiche Familien hineingeboren werden, kommen oft nur wenig mit Personen in Kontakt, die anders aufgewachsen sind. Das gilt auch für mich selbst”, sagt sie.

Eine Lücke im Projekt will Drumond noch füllen. “Wir haben beispielsweise aus Nigeria viele arme Familien abgebildet. Es gibt aber auch eine große Zahl an sehr wohlhabenden Menschen, die so leben wie die Reichen in Schweden oder Österreich. Das fehlt noch”, sagt sie. Genauso ist es umgekehrt. In wohlhabenden Ländern wie den USA haben unzählige Menschen kein Zuhause. Auch sie möchte Drumond in Zukunft zeigen. “Mit Dollar Street wollen wir Vorurteile abbauen und die Welt zeigen, wie sie wirklich ist.”

Hier kannst du dich auf der Dollar Street umsehen.

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