Morgenmoment
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/ 9. April 2021

Guten Morgen!

Viele trifft die Corona-Krise hart, wie die Belegschaft des Lastwagenproduzenten MAN. Andere haben hingegen so viel verdient, wie nie zuvor - ohne jemals einen Finger gerührt zu haben. Diesen Morgenmoment haben für dich Tina Goebel und Peri Eraslan zusammengestellt.

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#1 Möchtest du das teilen?

Würdest du deinen Job, den du seit Jahren machst, ab morgen für viel weniger Geld tun? Vor dieser Entscheidung stand die Belegschaft des MAN-Werks in Steyr. Die Lastwagenfabrik hätte von einem Investor übernommen werden sollen, der jedoch massiven Lohnverzicht von den derzeit noch 2.300 Beschäftigten forderte. Stimmen sie nicht zu, wird der - profitable - Laden zugedreht.  Eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Warum die MitarbeiterInnen dem Investor nun eine Absage erteilt haben, liest du hier.

#2 Zahl des Tages

Kühe

Neue Zahlen der Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigen, dass die Europäische Kommission zwischen 2016 und 2020 32 Prozent ihres mit 776 Millionen Euro dotierten Werbebudgets für landwirtschaftliche Produkte in die Bewerbung von Fleisch- und Milchprodukten investiert hat. Industrielle Tierhaltung ist für 18% der globalen Emissionen und 80% des landwirtschaftlichen Flächenverbrauchs verantwortlich. Dieses Geld wäre woanders besser investiert.

Übrigens: Global 2000, die VIER PFOTEN und WWF wenden sich nun mit einem offenen Brief an Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger: Die Herkunftskennzeichnung von Milch, Fleisch und Eiern soll nun auch für die Gastronomie gelten. Das soll heimische ProduzentInnen stärken und das Tierwohl fördern.

#3 Hast du das gesehen?

Wie lange bist du an deiner letzten Bewerbung gesessen? ÖBAG-Chef Thomas Schmid hat es zu ungewollter Berühmtheit gebracht, viele, viele SMS führten zum Top-Job im Staatsbereich. So was geht aber doch nur in der Politik? Nein. Barbara Blaha erklärt dir in dieser Ausgabe von Moment Mal, warum Postenschacher nicht nur im öffentlichen Bereich ein Problem ist.

#4 In was für einer Welt leben wir?

Ein Plakat mit dem Zitat von Brecht: "Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich."

Das US-Finanzmagazin Forbes hat soeben seine jährliche Liste der reichsten Menschen der Welt veröffentlicht. Laut dieser ist der 18-jährige Kevin David Lehmann der jüngste Milliardär der Welt. Er ist Erbe der Drogeriekette DM. Lehmann hat so viel Vermögen, dass wir uns das nicht vorstellen könenn. Ein Zahlenspiel kann helfen: Der DM-Erbe könnte sein (langes) Leben lang jeden Tag 100.000 Euro ausgeben - und am Schluss immer noch eine Milliarde vererben. 

Übrigens: Noch nie in der Geschichte der Forbes-Reichenliste gibt, ist das Vermögen der Milliardäre so stark gewachsen wie im Pandemiejahr 2020.

#5 Ignoriert


Ein Aufschrei, den die breite Öffentlichkeit jedoch nicht wahrnimmt. Die Austria Presse Agentur, kurz APA, ist die größte nationale Nachrichten- und Presseagentur Österreichs. Viele Nachrichtenredaktionen greifen auf ihre Dienste zurück. Nun ist eine gesetzliche Änderung geplant, die dem Staat eine Finanzkontrolle über die APA einräumen könnte. Damit ist die Unabhängigkeit bedroht, da die amtierenden Regierungen somit eine gewisse Macht über die APA haben. Kurzum: Wird nicht so gearbeitet, wie es den Regierenden in den Kram passt, könnte mit Budgetkürzungen gedroht werden. Rubina Möhring, Präsidentin der “Reporter ohne Grenzen” warnen vor der Gesetzesänderung: „Die APA muss unabhängig bleiben. Auf keinen Fall darf es eine staatliche Kontrolle durch die Hintertür des Rechnungshofes geben.“ Sie verweist auf Ungarn, wo die Aushebelung der Pressefreiheit mit einem ähnlichen Vorgehen begann.

Hab ein schönes Wochenende! Tina & Peri

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