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Zyklusorientiertes Arbeiten: Warum die Menstruation im Job kein Tabu bleiben sollte

Zyklusorientiertes Arbeiten: Warum die Menstruation im Job kein Tabu bleiben sollte
Mehr als die Hälfte der Frauen nimmt gegen die Schmerzen während der Menstruation Schmerzmittel ein. Am Arbeitsplatz fehlt dafür meist das Bewusstsein.
Der Zyklus hat große Auswirkungen auf den Alltag von Frauen und anderen menstruierenden Menschen. Darüber zu reden ist immer noch eher ein Tabu. Das Wissen darüber und Bewusstsein dafür fehlt vielerorts - vor allem am Arbeitsplatz. Was würde zyklusorientiertes Arbeiten bedeuten?

Marlen Schiefer steckt ihr Portemonnaie in den Kellnergürtel und spürt einen stechenden Schmerz im Unterleib. Der Gürtel drückt auf ihren Bauch. Dennoch lächelt sie den Gästen zu und nimmt am nächsten Tisch die Bestellung auf. Sie macht keine Pause. Wenn sie sich auch nur kurz setzt, reagieren der Chef und die Gäste gereizt. Marlen hat seit gestern ihre Tage. Sie fühlt sich schwach und braucht Ruhe. Am liebsten würde sie im Bett bleiben. Aber sind Periodenschmerzen ein Grund zum Krankmelden?

Das war vor zwei Jahren. Damals jobbte sie in Innsbruck als Studentin nebenher als Kellnerin. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen mit dem Zyklus begann sie sich einzulesen. „Als ich dann an meinem eigenen Körper gesehen habe, dass es definitiv von Vorteil sein kann, mit und nicht gegen seinen Zyklus zu leben, dachte ich mir, dass ich mich in dem Bereich weiter ausbilden lassen möchte“, berichtet Marlen. Schließlich begann sie ein Fernstudium in München zur Expertin für Frauengesundheit. In diesem Bereich berät sie heute selbstständig menstruierende Personen zu deren Zyklusbeschwerden.

Doch in der Ausbildung wurde ein Bereich komplett ausgespart: die Arbeitswelt. Also vertiefte Marlen sich selbst. Arbeitnehmer:innen, aber auch Führungskräfte müssten für diese Thematik sensibilisiert werden, fand sie. „Frauen haben nun mal einen Monatszyklus und der bringt auch gewisse Auswirkungen mit sich. Diese sind aber nicht nur negativ, so wie es in unserer Gesellschaft oft dargestellt wird. Zyklusorientiertes Arbeiten bedeutet, mit dem weiblichen* Zyklus zu arbeiten und ihn als Ressource zu nutzen, statt als Hürde zu sehen“, gibt sie an.

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Die verschiedenen Phasen der Menstruation
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Wer passend zum Zyklus leben will, muss ihn kennen, betont Frauengesundheits-Expertin Marlen Schiefer. Frauen* müssen wissen, was ihnen in den jeweiligen Phasen guttut und was nicht.

Jeder neue Menstruationszyklus beginnt mit dem Einsetzen der Blutung. Die Phase hält drei bis sieben Tage an. In dieser Phase befinden sich die weiblichen* Sexualhormone an einem Tiefpunkt, was häufig zu verringerter Energie und dem Bedürfnis nach Rückzug führt. Viele haben mäßige bis starke Krämpfe, da die Gebärmutter sich während der Menstruation immer wieder zusammenzieht, um die Schleimhaut abzustoßen.

In den Folgenden sechs bis 13 Tage („Folikelphase“) erzeugt der Körper mehr Östrogen, die Gebärmutterschleimhaut baut sich wieder auf und in einem der beiden Eierstöcke entwickelt sich eine Eizelle in einem Follikel. Das Östrogen hat einen stimmungsaufhellenden Effekt und viele Frauen verspüren in dieser Phase einen Anstieg von Energie. 

Danach startet die Eisprungphase, die zwei bis vier Tage dauert. Der Östrogenspiegel erreicht seinen Höhepunkt. In diesem Fruchtbarkeitsfenster steigt der Energielevel, hebt sich die Stimmung und das Selbstbewusstsein.

In der letzten Phase (Lutealphase, 10 bis 16 Tage) spüren viele ein erhöhtes Bedürfnis nach Ruhe, ein stärkeres Körperbewusstsein oder höhere Emotionalität. Hier bereitet sich der Körper auf eine potenzielle Schwangerschaft vor und versucht die Gebärmutterschleimhaut durch den Anstieg des „Entspannungshormons“ Progesteron aufrechtzuerhalten. Wenn es zu keiner Befruchtung kommt, stößt der Körper die Gebärmutterschleimhaut wieder ab und es kommt zur erneuten Menstruation.

Während der Lutealphase tritt häufig das Prämenstruelle Syndrom (PMS) auf. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von unterschiedlichen Symptomen wie beispielsweise Stimmungsschwankungen, Hautunreinheiten, Migräne oder Brustspannen, welche in den Tagen vor der Menstruation auftreten können.

„PMS ist ein Signal des Körpers und zeigt, dass die Hormone im Ungleichgewicht sein können. Es ist wichtig zu erwähnen, dass diese Symptome nicht üblich, sondern ernst zu nehmen sind“, unterstreicht Marlen.

Die Arbeitsaufgaben könnten etwa - zumindest dann, wenn das organisatorisch sinnvoll machbar ist - an diese Phasen angepasst werden. Während der Menstruationsphase haben Frauen meistens weniger Energie, weswegen eher ruhigere, reflektierende Tätigkeiten angemessen wären. In der Follikelphase nimmt die Energie wieder zu, wodurch sich diese Zeit gut für kreatives Arbeiten und neue Projekte eignet. Im Eisprung erreicht die soziale Kompetenz ihren Höhepunkt, weshalb Meetings und Feedback- oder auch Motivationsgespräche bestenfalls in diese Phase gelegt werden sollten. Die Lutealphase ist geprägt von Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer, sodass detaillierte Aufgaben, organisatorische Themen und Evaluierungen dann besonders gut erledigt werden können. 

Fehlbezeichnung "Menstruationsurlaub"

Mandy Jochmann berät seit fünf Jahren als Coachin Einzelpersonen und Betriebe zum Thema Zyklus im Beruf. Als sie die Anti-Baby-Pille absetzte, erlebte sie unangenehmen PMS- und Menstruationsbeschwerden. Durch das bessere Kennenlernen ihres eigenen Zyklus konnte sie die verringern.

„Mit der größte Irrglaube bei zyklusorientiertem Arbeiten ist, dass Menstruationsurlaub die Lösung sei“, erklärt Jochmann. Schon das Wort stört sie. „Es handelt sich hier um alles andere als Urlaub“, versichert Mandy. „Urlaub bedeutet Entspannung. Wenn ich aber wegen starken Periodenschmerzen zu Hause bleiben muss, hat dies rein gar nichts mit Erholung zu tun. Darüber hinaus brauchen wir keinen Periodenurlaub. Was wir brauchen, sind Aufklärung und Prävention.“

Menstruationskrankenstand in Österreich

Die Idee eines eigenen, bezahlten Menstruationskrankenstandes kommt aus Spanien. Der wurde dort 2023 eingeführt. Was man wissen muss: In Spanien ist der reguläre Krankenstand in den ersten Tagen unbezahlt und die Zahl der bezahlten Tage limitiert. In Österreich wird ein Krankenstand ab dem ersten Tag bezahlt und dafür muss dem Arbeitgeber auch kein Grund genannt werden. Die Notwendigkeit nach so einer Regelung besteht also weniger.

„Trotzdem könnten einige Arbeitgeber es negativ aufnehmen, wenn ihre Arbeitnehmerinnen sich jeden Monat mehrere Tage krankmelden“, so Dorottya Kickinger, Expertin für Arbeitnehmer:innen-Schutz im Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB). Das könne den Frauen angekreidet werden. Deshalb ist auch für sie die Aufklärungsarbeit wichtig. Zumal es mit zyklusorientiertem Arbeiten vielleicht seltener komplette Krankenstandstage braucht.

Struktur statt Frauen ändern

Für Jochmann gibt es zwei Seiten: Wie ich selbst auf mich achte und wie die Firma die Arbeit und Strukturen gestaltet. „Wir leben in einer sehr patriarchal geprägten Gesellschaft", sagt sie. "Die ist stark an einem männlichen Normkörper orientiert. Dementsprechend ist das Konzept Arbeit sowieso nicht sehr zyklusfreundlich." Es brauche bei allen Beteiligten Aufklärung und Sensibilisierung. Workshops und Vorträge könnten helfen.

"Dabei sollte auch darüber nachgedacht werden, welche Form der Kommunikation am besten zu dem Team passt. Am Anfang von jedem Meeting könnte es einen Austausch darüber geben, wer sich gerade in welcher Phase befindet und wie dementsprechend die Aufgabenverteilung aussehen könnte." Jochmann betont zudem, dass auf eine wertschätzende Sprache geachtet werden sollte. Die Menstruation ist nicht negativ. Die gesellschaftliche Abwertung führe dazu, dass viele Frauen nicht offen über ihren Zyklus sprechen möchten.

"Männliche Führungskräfte sind meistens die begeistertsten Zuhörer"

Auch Female Health Coach Kathrin Hirczy bietet On-Demand-Masterclasses über den Einstieg ins zyklusorientierte Arbeiten an. Auch Männer* erleben einen Zyklus, sagt sie, aber einen Tageszyklus. Morgens ist der Spiegel von Hormonen wie Testosteron und Cortisol am höchsten, weshalb sie dann generell am meisten Energie haben und sehr arbeitsfähig sind. Frauen haben auch einen Tageszyklus, bei ihnen kommt aber eben noch der Monatszyklus hinzu.

Hirczy beobachtet bei ihren Vorträgen: "Männliche Führungskräfte sind meistens die begeistertsten Zuhörer, weil Männer oft mit sehr wenig Vorwissen reingehen und mit sehr viel Input wieder rauskommen. Ihnen wurde der weibliche Zyklus oft noch nie genau erklärt. Und sehr viele Missverständnisse rund um das Thema basieren lediglich auf dem Nichtwissen von Männern - aber auch auf dem von Frauen.“ 

Auch sie verweist auf die Verantwortung der Wirtschaft und der Gesellschaft: "Viele sind der Auffassung, dass jede Frau selbst dafür zuständig sein muss, sich Wissen über ihren eigenen Zyklus und dessen Phasen anzueignen. Zudem existiert noch das Vorurteil, dass es sich um ein Luxusthema handelt, welches nur erschaffen wurde, weil gerade sonst keine Probleme existieren", bemängelt sie.

Die Situation in Österreich

Das ist insbesondere deshalb schwer haltbar, weil der Zyklus etwa 51 Prozent der Weltbevölkerung in ihrem Leben lange Zeit betrifft. Kathrin betont: "Wenn Frauen sich nicht unterstützt fühlen, ihre Arbeitsstunden reduzieren oder gar ihren Job aufgeben, dann ist das ist ein Wirtschaftsfaktor und kein individuelles Problem.“

2024 erschien erstmals der österreichische Menstruationsgesundheitsbericht und weist auf das Ausmaß hin. Nur 12 Prozent der menstruierenden Personen geben an, dass während ihrer Menstruation nie Schmerzen auftreten. 36 Prozent erleben hingegen eher oder sehr starke Schmerzen. Weitere 31 Prozent empfinden ihre Menstruation als „mittelmäßig“ schmerzvoll.  55 Prozent nehmen wegen ihrer Menstruationsbeschwerden Schmerzmittel ein.

Auch Lebensphasen spielen eine Rolle

Expertin Kickinger sagt, dem ÖGB sei nicht nur Zyklusorientierung in der Arbeitswelt wichtig, sondern auch die "lebensphasenorientierte Arbeitszeitgestaltung". Diese berücksichtigt zusätzlich die unterschiedlichen Lebensphasen von Frauen wie die Pubertät, eine Schwangerschaft und Mutterschaft oder die Menopause. "Die Wissenschaft rund um Frauengesundheit und Gendermedizin ist in den letzten Jahren zwar gefördert worden, jedoch bedarf es an weitaus mehr Forschung, da dennoch große Defizite und Wissenslücken bestehen. Für die Arbeitswelt ist vor allem eine starke Sensibilisierungs- und Informationskampagne in sämtlichen Branchen maßgeblich", erläutert Kickinger.

Zum Beispiel sei die Aufklärung und Weiterbildung von Arbeitsmediziner:innen bedeutend. Diese sind mitunter die erste Anlaufstelle von Arbeitnehmer:innen. Werden hier Symptome früh erkannt, können Menstruierende schnellstmöglich beraten und sogar behandelt werden. "Vor allem bei Krankheiten wie Endometriose oder Adenomyose ist es sehr wichtig, dass diese nicht abgetan werden und eine Begegnung der Erkrankung und der Schmerzen auf Augenhöhe stattfindet."

Kickinger ist optimistisch, dass auch die aktuelle Regierung diese Themen im Auge hat. Das erkenne man etwa an der Umsatzsteuerbefreiung auf Menstruationsprodukte und Verhütungsmittel. „Aber es dauert natürlich, bis sich grundsätzlich auf allen Ebenen etwas verändert. Es ist noch viel zu tun, damit daraus tatsächlich ein Massenthema wird“, sagt die Expertin.

Nicht in allen Branchen gleich

Ihr zufolge wäre ein bedeutender Vorteil des zyklusbewussten Arbeitens weniger Überbelastungen bei den Beschäftigten. Falls diese trotz Schmerzen und Unwohlsein am Arbeitsplatz erscheinen, kann starke Erschöpfung erfolgen oder nach einiger Zeit gar ein Burnout-Risiko bestehen.

Bei der Zyklusorientierung am Arbeitsplatz gebe es auch eine beachtenswerte Lücke. Während Frauen in Bürojobs auf Homeoffice oder Gleitzeiten ausweichen und ihre Pausen zeitlich frei einteilen können, bleibt diese Flexibilität Arbeitnehmer:innen in Berufen der Dienstleistungsbranche oder der Pflege meist verwehrt. Dort sei das eine größere Herausforderung.

Kickinger betont für jene Beschäftigten die Dringlichkeit von zugänglicher Medizin: „Ich glaube, dass diesen Frauen vor allem kostengünstige Medikamente helfen könnten. Wir haben nämlich das Problem, dass genau in diesen Branchen, wo die Veränderbarkeit der Arbeitssituation schwer ist, oft die Niedrigverdienerinnen beschäftigt sind. Auf der anderen Seite wissen viele Allgemeinmediziner oder sogar Gynäkologen nicht genau Bescheid, wie bestimmte Symptome preiswert behandelt werden können.“

Kathrin Hirczy arbeitet mit Unternehmen in den verschiedensten Branchen. Auch Technik könne helfen. In Pflege- oder Dienstleistungsberufen würden die Dienstpläne meist über eine spezialisierte Softwares erstellt. Diese könnten herangezogen werden, um die freien Tage der Arbeitnehmerinnen auf die Tage vor oder während der Menstruation zu legen. Oder es könnten weniger Dienste, keine Doppelschichten und keine Nachtschichten in dieser Zeit eingeplant werden. "Das heißt nicht, dass eine Frau ihr Zyklus-Tracking komplett offenlegen muss. Das heißt einfach, dass solche individuellen Bedürfnisse, wenn möglich, berücksichtigt werden“. Sehr wahrscheinlich ginge das nicht immer. Aber: "Wenn es bei dem einen Zyklus nicht funktioniert, dann vielleicht beim nächsten."

Herausforderungen in Gesundheitsberufen

Ein Beispiel dafür, dass auch kleine Veränderungen helfen können und Anpassungen möglich sind, ist Lotta W. Die Deutsche arbeitet Vollzeit als Notfallsanitäterin. Die 24-Jährige kämpft schon länger mit Energielosigkeit, starken Stimmungsschwankungen und verstärkter Emotionalität vor und während ihrer Periode. Deshalb wandte sie sich an Marlen Schiefer: "Diese Symptome haben mich einfach gestört und teilweise auch im Job eingeschränkt. Mir sind manchmal auch fast die Tränen gekommen, wenn Patienten von mir geweint haben."

Marlen hat Lotta empfohlen, vor ihrem Dienst keinen Kaffee mehr auf leeren Magen zu trinken, da dies den Körper unter Stress setzt und solche PMS-Symptome verstärken kann. "Mittlerweile esse ich wenigstens eine Kleinigkeit vor meinen Diensten und nehme mir immer eine Banane oder einen Riegel mit", erzählt Lotta. Durch Marlen hat sie auch gelernt, dass Frauen während ihrer Periode mehr Kalorien zu sich nehmen müssen und versucht demnach auch, in dieser Zyklusphase mehr zu essen als sonst.

Seit sie sich die Kupferspirale einsetzen lassen hat, leidet Lotta vor allem zu Beginn ihrer Periode unter stärkeren Unterleibsschmerzen. Seit sie schon ab einigen Tage davor Magnesium einnimmt, sind die Schmerzen deutlich verringert. Trotzdem muss sie an diesen Tagen oft zusätzlich auf Schmerzmittel zurückgreifen. "An diesen Tagen möchte ich am liebsten einfach zu Hause auf der Couch liegen", gesteht Lotta. Sie versucht, ihren Dienstplan an ihren Zyklus anzupassen, sich an den ersten Tagen ihrer Periode freizunehmen oder zumindest nicht nachts zu arbeiten. Da sie einen recht regelmäßigen Zyklus hat, kann sie meistens vorausschauend planen.

Wenn es nicht alle verstehen

Das sind natürlich individuelle Lösungen. Gerade wenn in der Gesellschaft und im Betrieb das Bewusstsein fehlt, sind die für viele Frauen schwierig zu finden. Lotta arbeitet in einem jungen Team. Mit den meisten ihrer Kolleg:innen kann sie darüber reden, dass sie ihre Tage hat und vielleicht erschöpft oder gereizt ist. Bisher haben alle verständnisvoll reagiert und sie musste sich keine Witze oder unangebrachte Kommentare anhören. Trotzdem möchte sie dieses Thema nicht bei allen ansprechen - in ihrem Beruf arbeiten mehr Männer als Frauen. Ihren Vorgesetzten beschreibt sie einerseits als nett, aber andererseits auch als „Stereotyp Mann“, weswegen sie sich etwa bei ihm nicht wohlfühlen würde dabei, über ihren Zyklus zu sprechen.

Laut Lotta fehlt es sogar im Gesundheitswesen noch an Aufklärung zum Menstruationszyklus und zu Unterleibserkrankungen. "In meiner Ausbildung wurden zwar gynäkologische Notfälle und Geburten besprochen, aber starke Periodenschmerzen oder Krankheiten wie Endometriose oder Adenomyose nicht", erinnert sie sich.

Sie hatte öfter schon Patientinnen, die unter diesen Krankheiten leiden und wegen starken Periodenschmerzen den Notruf gewählt haben. Kollegen hätten da schon öfter unsensibel reagiert. Dabei haben diese Schmerzen sich teilweise als Zysten oder Eileiterschwangerschaften rausgestellt, die unbehandelt sogar lebensgefährlich sein können. "Vor allem bei Männern fehlt manchmal das Bewusstsein, wie schlimm Unterleibsschmerzen sein können", kritisiert Lotta.

Ein Beitrag zur Forschung

Zum zyklusbewussten Arbeiten und den Herausforderungen und Lösungen in unterschiedlichen Branchen gibt es leider auch noch recht wenig Forschung. Marlen Schiefer will dazu mit ihrer Masterarbeit zumindest etwas beitragen. Als freiberufliche Expertin für ganzheitliche Frauengesundheit kann sie selbst heute zyklusorientiert arbeiten.

Trotzdem hat sie nicht vergessen, wie das als Kellnerin war, wenn der Kellnergürtel an manchen Tagen mit wenig Energie besonders gedrückt hat - und wie viele andere heute vor ähnlichen Problemen stehen, wie sie damals.

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    Kommentare 1 Kommentar
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  • Freda
    19.05.2026
    So ein wichtiges Thema! Toller Artikel 🫶 :)
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