Wer sind die 10 reichsten Österreicher:innen 2026?

Die neue österreichische Reichenliste des Jahres 2026 ist da. Das Magazin Trend gibt sie jährlich heraus. Vergangenes Jahr gab es mit Mark Mateschitz einen neuen reichsten Menschen. Dieses Jahr hat sich wenig verändert - das liegt leider auch an der extrem niedrigen Besteuerung von Vermögen in Österreich.

Die 10 reichsten Menschen in Österreich 2026
- Platz 1 mit 37,5 Milliarden Euro: Mark Mateschitz
- Platz 2 mit 31 Milliarden Euro: Familie Porsche-Piëch
- Platz 3 mit 7,8 Milliarden Euro: Georg Stumpf
- Platz 4 mit 7,2 Milliarden Euro: Johann Graf
- Platz 5 mit 4,9 Milliarden Euro: Die Wlaschek-Erb:innen Friederike, Marie-Luise und Karl Philipp
- Platz 6 mit 4,4 Milliarden Euro: Reinhold Geiger
- Platz 7 mit 4,3 Milliarden Euro: Familie Lehner
- Platz 8 mit 4,2 Milliarden Euro: Familie Swarovski
- Platz 9 mit 4 Milliarden Euro: Ingrid Flick und Familie
- Platz 10 mit 3,9 Milliarden Euro: Familie Haselsteiner
Mark Mateschitz führt zum zweiten Mal in Folge im engen Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Familien Porsche und Piëch. Unter den überreichen Erb:innen ist das Geld jedoch nicht allzu gleich verteilt. Mateschitz allein besitzt mehr wie die Mitglieder der Auto-Dynastie Porsche und Piëch zusammen. Georg Stumpf, ehemaliger Wiener Bauunternehmer, landet auf dem dritten Platz.
Leistung hat mit solchen Vermögen ohnehin meist nur indirekt etwas zu tun. Aber sieben Familien und Personen der Top 10 ziehen ihr Vermögen vor allem aus Erbschaften. Die werden in Österreich praktisch nicht besteuert. Allein eine Erbschaftssteuer bei den Top 10 würde für die Allgemeinheit und wichtige staatliche Leistungen zwischen 6,7 (deutsches Modell) und 28 Milliarden Euro (ein Modell aus einer Studie) bringen. Laut Schätzungen wird sich Vermögen, das in den nächsten 25 Jahren in Österreich vererbt wird, verdoppeln. 800 Milliarden Euro werden an neue Personen übergeben, ohne dass diese aus ihrem leistungslosen Reichtum gerechte Beiträge zur Allgemeinheit leisten müssen.
Die absurd großen Vermögen der Überreichen lassen sich oft nur schwer verständlich machen. Wie sich die heutigen Top 10 des Landes im Vergleich zum Rest von uns seit 2004 entwickelten, verdeutlicht das.
Ein Gedankenexperiment zeigt noch deutlicher, wie absurd viel Geld diese Menschen besitzen.
Nehmen wir einfach an, eine Person mit Median-Nettoeinkommen (aktuell 28.506 Euro pro Jahr) könnte sich ihr gesamtes Einkommen zur Seite legen. Wie lang würde sie brauchen, um so viel Geld wie Mark Mateschitz zu "erarbeiten"?
Die Antwort: rund 1,3 Millionen Jahre. Die Erde befand sich damals im frühen Pleistozän, Homo erectus breitete sich erstmals nach Europa aus. Für das Vermögen von Georg Stumpf wären immer noch 274.000 Jahre nötig. Aus dieser Zeit stammen die ältesten bekannten Fossilien von frühen Homo Sapiens. Um so viel Geld zu erarbeiten, wie die "ärmste" Familie auf der Top-10-Liste, müsste man 137.000 Jahre sparen. Damals gab es immerhin schon Neanderthaler in Europa.

Österreich - das Land der unbegrenzten Reichtümer. Für ein paar Auserwählte
Diese Top 10 der reichsten Menschen im Land sind zusammen heute siebenmal reicher als noch vor 20 Jahren. Durch diese extrem ungleiche Verteilung geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auf. Obwohl die OECD Österreich empfiehlt, höhere vermögensbezogene Steuern einzuführen, und sich sogar zwei Drittel der Bevölkerung hierzulande dafür aussprechen, tastet kaum ein anderes Land Vermögen weniger an. Insbesondere ÖVP, FPÖ und Neos sind Gegner:innen solcher Steuern.
Österreich ist zwar ein Hochsteuerland. Aber vor allem für niedrige und mittlere Einkommen. Von 100 Steuereuros kommen 76 aus den Einnahmen aus Arbeit und Konsum der Durchschnittsbürger:innen. Menschen mit viel Vermögen zahlen in Österreich vergleichsweise wenig Steuern. 2024 kam nicht einmal mehr 1 Prozent des Steueraufkommens aus vermögensbezogenen Steuern. Der EU-Schnitt liegt bei 3,4 Prozent. In Relation zahlt Mark Mateschitz weniger Steuern als eine Durchschnittsfamilie.

Besteuert die Vermögen
Auch die fehlenden Steuern führen bisher dazu, dass Österreich die höchste Vermögenskonzentration der ganzen Eurozone hat. Es gehört zu den Ländern mit dem niedrigsten Steuerbeitrag aus Vermögen. Im EU-Schnitt wird es mehr als 2,5-Mal stärker besteuert als in Österreich.
Um diese Ungleichheit zu verringern und die Lücke zwischen Arm und Reich zu schließen, empfiehlt das Momentum Institut, vermögensbezogene Steuern wieder einzuführen und bestehende zu erhöhen. Dazu gehören Vermögens-, Erbschafts- und Schenkungssteuern. Außerdem sollte die Steuer auf Grund und Boden erhöht und die zugrunde liegenden Immobilienwerte regelmäßig aktualisiert werden.



















