Morgenmoment
/ 25. Oktober 2022

Guten Morgen,

Politiker:innen müssten nicht etwa abtreten, weil sie die Öffentlichkeit belogen haben oder gegen sie ermittelt wird. Nein, die ständige Kritik ist es, die sie zum Aufgeben zwinge. Komisches Argument? Finden wir auch. Dein Morgenmoment, heute von Andreas Bachmann

 

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#1 Möchtest du das teilen?

Die Inflation explodiert, inzwischen auf über 10 Prozent. Wer vorher schon (zu) wenig Geld hatte, braucht jetzt dringend Hilfe. Die Teuerung bremst aber auch Klima-Maßnahmen von großen Unternehmen ordentlich aus. Warum es aber auch in Krisenzeiten Pflicht wäre, in Energiesparmaßnahmen, eigene Photovoltaik-Anlagen oder Windräder am Firmengrund zu investieren, erklärt Nunu Kaller.

#2 Gegengelesen

Die ÖVP reiht Skandal an Skandal und beschädigt massiv das Vertrauen in die Demokratie. Im Kurier kommentiert Leitartikler Rudolf Mitlöhner das auf eigenwillige Art: Politiker:innen wie Sebastian Kurz müssten nicht etwa zurücktreten, weil Verfahren gegen sie laufen und wegen Veruntreuung und Bestechlichkeit ermittelt wird. Solche "Fehltritte" könnten schonmal passieren, mehr Gelassenheit bitte, fordert er.

Schlimm seien die Kritiker:innen, die skandalöse Vorgänge thematisieren und "überzogene Erwartungen" an Politiker:innen hätten. Das trage zur Politikverdrossenheit bei, schreibt Mitlöhner, der im Präsidium der ÖVP-Medienschule Friedrich Funder Institut sitzt. Der Text ist leider keine Satire, sondern offenbar ernst gemeint. Wir haben ihn gegengelesen.

#3 Kurz erklärt

Ex-Kanzler Sebastian Kurz war weg und ist plötzlich wieder da: mit einem Buch und - eher unfreiwillig - mit neuen ihn belastenden Details im Skandal um manipulierte und mutmaßlich mit Steuergeld bezahlte Meinungsumfragen.

Geändert hat sich an seiner Rhetorik seit seiner Amtszeit wenig. Er hält weiterhin viel von sich und wenig von Parlament und Justiz. Um dieses Bild aufrechtzuerhalten, bedient er sich sprachlicher Tricks. Politologin Natascha Strobl hat diese für uns analysiert.

#4 Hast du das gesehen?

Wir arbeiten heute siebenmal produktiver als noch 1950. Unsere Arbeitszeit ist seitdem aber nur minimal gesunken. Gegner:innen der Arbeitsverkürzung argumentieren, dass die Produktivität sinken und das der Wirtschaft massiv schaden würde. Experimente zur Arbeitszeitverkürzung zeigen etwas anderes. Worauf warten wir?

#5 Besser geht doch

Mit deiner Atemluft kannst du Dachgärten zum Blühen bringen. Forscher:innen der Universität Boston entwickelten ein System, dass die CO2-haltige Abluft in Gebäuden einfängt und zu Pflanzen auf dem Dach leitet. Die können das CO2 für ihre Photosynthese gut gebrauchen und werden damit „gedüngt“.

Spinatpflanzen wuchsen viermal besser, wenn sie neben den Öffnungen standen, die die Abluft des Gebäudes ausstoßen. Dachgärten sorgen in Städten für dringend benötigte Abkühlung und bessere Luft. Die Bedingungen für Pflanzen sind dort aber nicht ideal. Der Versuch zeigt: Die CO2-haltige Atemluft als Dünger könnte das ausgleichen und damit gleich wiederverwertet werden.

Einen gut gedüngten Tag wünscht Dir

Andreas Bachmann

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