Morgenmoment
/ 8. Juni 2022

Guten Morgen,

weniger arbeiten heißt mehr Zeit, um den Morgenmoment zu lesen. Das wäre doch schön - und sollte keine Wunschvorstellung bleiben. Dein heutiger Newsletter mit den Schwerpunkten Arbeit und Fußball wird dir geschickt von Michael Farthofer.

#1 Möchtest du das teilen?

"Österreich ist das Land der langen Arbeitszeiten", titelte die Kronen Zeitung gestern. Die Österreicher:innen seien mit 42,1 Wochenarbeitsstunden bei Vollzeitkräften "Vize-EU-Meister". Klingt super, ist es aber ganz und gar nicht: Wir leben schließlich nicht für die Arbeit. Dafür hat das Leben einfach zu viel zu bieten. Außerdem leidet die körperliche und mentale Gesundheit unter langen Arbeitszeiten. 

Was es also eigentlich braucht: Arbeitszeitverkürzung. Die Beschäftigten hätten sich diese auch verdient. Positive Beispiele gäbe es genug: In Großbritannien beispielsweise wird gerade in einigen Firmen eine 4-Tage-Woche erprobt. Auch einzelne österreichische Betriebe machen damit schon gute Erfahrungen. 

Eine Geschichte der Arbeitszeitverkürzungen liest du hier. Spoiler: Die nächste ist schon längst überfällig.

#2 Zahl des Tages

Wirfst du deine Plastikverpackungen ins Meer? Natürlich nicht. Trotzdem landen Millionen Tonnen Müll in den Ozeanen.

Das Plastik im Meer verursacht erhebliche Schäden: Fische und andere Meereslebewesen essen den Abfall und damit auch giftige Chemikalien.

Auch für uns Menschen ist das Plastik im Meer ein riesiges Problem: Über die Nahrungskette gelangen die Plastikabfälle auf unsere Teller. Plastik im Meer verursacht auch erheblichen wirtschaftlichen Schaden. Besonders Fischerei und Tourismus leiden unter dem Müll.

Heute ist Welttag der Ozeane. Seinen Ursprung hat der Tag im Erdgipfel der Vereinten Nationen am 8. Juni 1992 in Rio de Janeiro.

#3 Der Reihe nach

Corona, Inflation, Krieg in Europa - es gibt Grund zur Sorge. Das geht vor allem bei jungen Menschen nicht spurlos vorüber. Trotzdem wird auf sie vergessen, wie eine SORA-Studie nun zeigt.

Die Daten sind erschreckend: Mehr als zwei von drei jungen Menschen machen sich Sorgen, den Anschluss an das Leben verloren zu haben. Mehr als die Hälfte braucht Unterstützung bei Arbeit und Bildung, 4 von 10 bei psychischer Gesundheit. 

Doch die Probleme sind nicht neu. Bereits vor der Pandemie war klar: Für die psychische Gesundheit junger Menschen wird zu wenig gemacht. Schon 2019 gab es einen Mangel an Betten in Kinder- und Jugendpsychiatrien. Auch Therapieplätze sind nicht erst seit gestern knapp.

#4 Besser geht doch

Alles wird teurer, aber das Gehalt bleibt gleich? Das soll zumindest bei gesetzlichen Mindestlöhnen bald anders sein. EU-Länder müssen diese in Zukunft alle zwei Jahre erhöhen.

Direkt betroffen ist Österreich davon nicht. Hierzulande decken Kollektivverträge 98% der Jobs ab. Die regeln unter anderem Gehalt, Arbeitszeit und Urlaub. Einen gesetzlichen Mindestlohn gibt es nicht. Trotzdem wird auch Österreich von der neuen EU-Regel profitieren. Steigen die Löhne im Ausland, lassen sich Pendler:innen aus umliegenden Ländern nicht mit niedrigen Gehältern abspeisen. Das stärkt die Verhandlungsposition von Arbeitssuchenden in Österreich. Langfristig könnten also auch die Löhne in Österreich steigen.

#5 Lesetipp

Apropos Arbeit: Damit du gut gewappnet ins nächste Gespräch mit der Chefin gehst, haben wir drei Argumente für dich, warum du weniger arbeiten solltest - bei gleichem Lohn versteht sich. Den Artikel findest du hier

#6 Bonustrack

Um deinen Tag etwas zu versüßen: Am Montag war Länderspiel. Österreich verlor zwar gegen Dänemark mit 1:2, für Erheiterung sorgte aber ein Stromausfall im Ernst-Happel-Stadion, den die Fans kreativ für sich zu nutzen wussten.

Ich wünsche dir einen schönen Mittwoch,

Michi

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