Warum der Lockdown an Schulen keine Entscheidung zwischen Gesundheit und Bildung sein darf, erklärt Politologin Natascha Strobl. Man sieht sie und Bildungsminister Faßmann vor dem #NatsAnalyse Sujet in schwarz-weiß.

Warum der Lockdown an Schulen keine Entscheidung zwischen Gesundheit und Bildung sein darf, erklärt Politologin Natascha Strobl.

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Natascha Strobl
/ 25. November 2021

Bildungsminister Faßmann spielt mit der Gesundheit der Kinder. Es gibt keine echte Lockdown-Regelung für Schülerinnen und Schüler. Warum der Lockdown an Schulen keine Entscheidung zwischen Gesundheit und Bildung sein darf, erklärt Politologin Natascha Strobl.

Bildung oder Gesundheit - darf niemals eine Entscheidung sein.

Eltern wissen selbst, was das Beste für ihre Kinder ist. Ja, schön wäre es. Bildungsminister Faßmann hat eine sehr interessante Strategie entwickelt im vierten Lockdown und im zweiten Jahr dieser Pandemie. Nämlich die Eltern werden schon wissen, was gut ist und was nicht gut ist. Schule auf - Schule zu - man weiß es nicht so genau. Alle können es sich aussuchen, wie sie wollen. Aber ganz so ist es ja nicht, denn diese Strategie, die Faßmann hier fährt, ist nichts anderes als Individualisierung.

Lockdown an Schulen? Nein, Individualisierung!

Das heißt es liegt an den einzelnen Eltern zu wissen, was jetzt der richtige Schritt ist, aber wie können, wie sollen Eltern wissen, was in einer Pandemie gerade das beste für ihre Kinder sind? Sie sind keine Virolog:innen, sie sind keine Epidemiolog:innen, sie sind keine Minister:innen und sie sind nicht in der Regierung.

Wie sollen sie den Gesamtüberblick über alles haben? Denn alle Eltern, bis auf paar Ausnahmen über die wir nicht reden. Alle Eltern wollen zwei Dinge für ihre Kinder. Sie wollen, dass ihre Kinder gesund sind und gesund bleiben und zweitens die wollen die beste Bildung für ihre Kinder und in welcher Gesellschaft leben wir, dass diese zwei Dinge zu einem Widerspruch geworden sind? Entweder die Kinder gehen in die Schule und stecken sich früher oder später an, oder die Kinder bleiben daheim, haben keinen Digitalunterricht und es liegt in den Ressourcen der Eltern, ob ihnen ein gleichwertiger Unterricht geboten wird oder nicht. Und wie sollen Eltern das machen?

Ressourcen sind nicht gleich verteilt

Es macht einen Unterschied, wie groß die Wohnung oder gar das Haus ist, in dem ich wohne. Es macht einen Unterschied, ob die Eltern selbst schon reine höhere Schule, ein Gymnasium oder eine Universität besucht haben. Es macht einen Unterschied, ob Eltern sich freinehmen können, ob das Geld da ist, oder ob es ein familiäres Netzwerk gibt und ob ein Babysitter einspringen kann.

Das macht einen Unterschied, genauso wie Informationen nicht gleich verteilt werden und am Ende ist es so, dass die Eltern, de e die Ressourcen haben sich umfassend zu informieren, die Eltern, die Ressourcen daheim haben eine große Wohnung - ein großes Heim, die Eltern, die ein Netzwerk haben, die können wirklich frei für ihre Kinder entscheiden alle anderen können das nicht. Sie haben keine Wahl. Sie müssen ihre Kinder in die Schule schicken. Sie müssen sich entscheiden zwischen Gesundheit und Bildung und dass es zu dieser Entscheidung gekommen ist, ist ein Armutszeugnis, ist eine komplette Bankrotterklärung dieser Regierung.

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