Morgenmoment
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/ 23. Februar 2021

Guten Morgen!

Österreich bekommt seinen Müll wieder zurückgeschickt und Tirol schafft es nicht, Frauen eine Pille zu ermöglichen. Dein heutiger Morgenmoment kommt von Sebastian Panny.

#1 Möchtest du das teilen?

Die Gebrüder Moped gehen heute einer Frage nach, die bisher noch niemand beantworten konnte: Wo kommen eigentlich die ganzen Boomer her? Die Antwort ist allerdings schnell gefunden - aus dem Jahr 1961. Die beiden waren da zwar noch nicht auf der Welt, sie können dir es aber trotzdem genau erklären - schließlich sind sie zwei mittelalte, weiße Männer. Damals hat sich ganz Österreich vor den Auswirkungen der Anti-Baby-Pille gefürchtet. Und der Rest der Welt? Vielleicht beantworten dir das die Gebrüder Moped in ihrem aktuellen Podcast des Jahres. 

#2 Zahl des Tages

Letztes Jahr konnten Greenpeace und der ORF in einer Recherche aufdecken, dass über 700 Tonnen mit Chemikalien belasteter Plastikmüll illegal nach Malaysia exportiert und dort teilweise deponiert wurde. Jetzt wurden zumindest vier Container, die sich noch im Zoll befanden, nach Österreich retourniert. Der Inhalt wird jetzt vom Umweltbundesamt untersucht, das Ergebnis wird auch für das Strafmaß der beteiligten Firmen entscheidend sein.

Einzelfall ist das leider keiner: Seitdem China den Import von minderwertigen Müll verboten hat, boomt der illegale Handel mit Plastikmüll laut einem Bericht von Interpol. Besonders die Länder Südostasiens sind nun ein beliebtes Ziel, doch diese sind mit den Mengen an Müll schlicht überfordert. Die Folgen für die Umwelt sind dramatisch, denn bis zu 88% des Mülls können dort nicht fachgerecht entsorgt werden.
 

#3 Lesetipp

Eigentlich ist es niedergelassenen GynäkologInnen in Österreich seit dem Vorjahr erlaubt, die sogenannte "Abtreibungspille" Mifegyne auszugeben. Diese wurde auch deshalb zugelassen, weil besonders in ländlichen Regionen der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen sehr schlecht ist. Besonders extrem ist das etwa in Tirol, wie wir im November berichtet haben. Denn dort ist für 170.000 Frauen überhaupt nur ein einziger Gynäkologe bereit, Abtreibungen durchzuführen.

Es wäre also naheliegend, dass Mifegyne in Tirol häufig verschrieben wird. Doch genau das Gegenteil ist der Fall, wie unsere aktuelle Recherche zeigt. Es fand sich kein einziger Arzt und keine einzige Ärztin, die offen sagen, dass sie Mifegyne einsetzen. Welche teils besorgniserregenden Begründungen dafür genannt wurden, kannst du in diesem Artikel nachlesen.

#4 Der Reihe nach

Aktuell muss der Staat wegen der Pandemie viel Geld in die Hand nehmen. Dadurch nimmt er in Kauf, dass die Staatsschulden größer werden - und das ist ziemlich schlimm. Oder?

Ganz im Gegenteil: Aktuell ist das sogar ziemlich gut, wie das Momentum Institut berechnet hat. Denn der Staat kann derzeit sogar Gewinn machen, wenn er sich Geld leiht. Das Institut schlägt daher die Gründung eines staatlichen Investitionsfonds vor. Wie das genau ablaufen soll, erklären wir dir in diesem Artikel.

Warum Schulden nicht automatisch böse sind und das mit dem Nulldefizit nicht so simpel ist, erklärt dir außerdem Barbara Blaha in dieser Ausgabe von Moment Mal:

#5 Besser geht doch

Bisher waren sich ExpertInnen nicht sicher, ob die Corona-Impfungen die Weitergabe des Virus verhindern, oder nur gegen den Ausbruch der Krankheit schützen. Laut einer neuen Studie des israelischen Gesundheitsministeriums kann der Impfstoff von Biontech es aber in 90% der Fälle. 

Die Zahlen sind zwar noch mit Vorsicht zu genießen, denn die Studie wurde noch nicht veröffentlicht und von anderen ExpertInnen begutachtet. Würde dieser Wert aber bestätigt werden, wäre das ein wichtiger Schritt hin zur Normalität. Eine Herdenimmunität könnte dann leichter erreicht werden.

Bisher konnten ExpertInnen nur sagen, wie gut die Impfungen vor einem Ausbruch der Krankheit schützen. Was in der Debatte oft unterging ist, dass sie auf jeden Fall extrem gut gegen schwere Verläufe schützen. Wie genau die Impfstoffe schützen, haben wir hier für dich zusammengefasst.

#6 Bonustrack

Wer von uns hat sich noch nicht gefragt, ob und wie ein fiktiver Eisberg im Wasser treiben würde? Na gut, ich auch nicht. Aber auf dieser simplen Seite kannst du das trotzdem ganz schnell ausprobieren - und es ist entspannender, als du denkst. Ich habe auf jeden Fall herausgefunden, dass unser MOMENT-Logo einen ziemlich guten Eisberg abgeben würde, wie du sehen kannst:

Ich wünsch dir trotzdem einen möglichst eisfreien Dienstag!

Sebastian

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