Eine Krankenpflegerin steht einem Anzugträger gegenüber. Die Frage ist: Welche Berufe sind in den Zeiten von Corona relevant und wie sieht es mit der Bezahlung aus?
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/ 18. März 2020

Zuhause bleiben und Abstand halten - wer kann, hält sich an die Empfehlungen von ExpertInnen und Regierung. Doch manche Jobs müssen nun mal gemacht werden. Besonders häufig wird derzeit PflegerInnen und MitarbeiterInnen in Supermärkten gedankt. Sie können ihre Arbeit weder aufschieben noch Abstand zu KundInnen und PatientInnen halten.

Gerade jetzt wird klar, dass wir ohne manche Berufsgruppen aufgeschmissen wären. Doch was bekommen sie neben Dankesbekundungen auf Social Media? Unsere Recherche zeigt: eher wenig.

Das Momentum Institut hat die Einstiegsgehälter von systemrelevanten Jobs mit jenen verglichen, die in der Coronakrise ruhig aussetzen können.

Eine Einzelhandelskauffrau - etwa im Billa um die Ecke - bekommt ein Einstiegsgehalt von 1.600 Euro brutto. Davon bleiben netto rund 1.285 Euro übrig. Dafür setzen MitarbeiterInnen in ganz Österreich ihre Gesundheit aufs Spiel, um uns mit Lebensmitteln zu versorgen.

Nicht nur die niedrige Bezahlung dieser wichtigen Jobs fällt auf. In den Berufsgruppen, die aktuell besonders gefordert sind, arbeiten vor allem Frauen.

Bevor die Coronakrise ausbrach, haben Pfleger und Sozialarbeiterinnen lautstark um die 35-Stunden-Woche gekämpft. Denn auch ohne Überstunden und Ansteckungsgefahr sind diese Jobs ganz schön anstrengend. Wenn die Krise vorbei ist, sollten wir nicht vergessen, wer uns und unsere Liebsten versorgt hat. Spätestens dann ist es Zeit darüber nachzudenken, welchen Wert wir welchem Beruf zuschreiben und wie wir es schaffen, dass sich das auch im Gehalt zeigt.

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