Hitzewelle in der Stadt
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/ 16. Juli 2021

Es ist Sommer. Die Hitze legt sich über das Land und insbesondere über die Städte. Das ist normal. Doch in der Klimakrise werden die Hitzetage immer mehr und mehr. Auch in Wien nehmen die Tage mit über 30 Grad Celsius zu. 1980 gab es laut den klimatologischen Daten der ZAMG im Schnitt der 10 Jahre davor jährlich 6,9 Hitzetage in der österreichischen Hauptstadt. In den 10 Jahren vor 2020 wurden nun im Schnitt bereits 28,4 Hitzetage gemessen - das höchste Einzeljahr war 2015 mit 42 Hitzetagen. Das ist kein Ausreißer. Diese Zahl klettert seit Jahrzehnten beständig hoch. Und die Prognosen für die nächsten Jahrzehnte gehen von einem weiteren drastischen Anstieg aus.

2050 drohen es nicht nur noch deutlich mehr Hitzetage werden, diese Tage werden an ihren Höchstwerten auch um fast 8 Grad Celsius heißer als derzeit werden. Das südliche Klima wandert in den Norden. Dass Wien so heiß wie Skopje wird, ist bereits eine optimistische Schätzung, die nur gilt, wenn die Menschheit das Pariser Klimaabkommen einhält (derzeit unwahrscheinlich). Mit den härteren, längeren und häufigeren Hitzewellen kommen auch menschenfeindliche und teils auch tödliche Auswirkungen. Die Hitze belastet Herz und Kreislauf, und führt unter anderem zu Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit, Aggressionen und Depressionen.

In Hitzewellen melden Staaten zunehmend Übersterblichkeit. Die Monate der europäischen Hitzewelle von 2003 übertrifft bei den Todeszahlen jeden Coronamonat noch immer deutlich. Auch 2021 kostete die Hitzewelle im Nordosten von Amerika hunderte Menschen das Leben.

Die Klimakrise wird noch schlimmer, doch sie ist keine Zukunftsmusik mehr. Schon heute sieht man die Hitze in der Stadt auch deutlichen Einfluss auf den Alltag nehmen. MOMENT.at hat Fotografen Christopher Glanzl bei über 30°C losgeschickt, um eine Fotogeschichte über die Hitze in der Stadt zu erzählen.

Fotos von der Hitze in Wien: Die Jagd nach Schatten und Wasser

Die Fotos dürfen unter Verweis auf den Fotografen, MOMENT.at und die Creative-Commons-Lizenz (Christopher Glanzl/MOMENT.at/CC-BY-SA 2.0) gerne auch von anderen Medien verwendet werden. Über einen Link auf diese Seite würden wir uns besonders freuen, damit auch andere Menschen die Fotos finden können.

Die Stadt wirkt in Zeiten der Hitze nicht nur erdrückend - sondern vor allem auch leer. Egal ob im Freiluft-Fitnessklub ...

... oder am Teichbrunnen des Karlsplatzes.

Auch am Stephansplatz will sich niemand in der Hitze aufhalten ...

... und am menschenleeren Platz vor dem Bundeskanzleramt heizt sich der Asphalt auch ungestört auf.

Hüte spenden Schatten, aber niemand ist da, um sie zu kaufen.

Die Wiesen in der Stadt sind längst nicht mehr grün, sondern völlig verbrannt und verdörrt. Die großen Verkehrsflächen sind noch menschenfeindlicher als sonst.

Dort wo Leben ist, macht es sich auf die Jagd nach dem Schatten. Wer keinen bieten kann, kann nichts anbieten.

Mancher mag sich nach einer Eiszeit sehnen ...

... doch findet man höchstens kurzfristige Erleichterung einer Nebeldusche.

Hitzewelle in der Stadt: Wien und die Klimakrise

Das Leben im Schatten ist nicht immer glamorös ...

... und wer kann sucht sich lieber einen Platz unter einem Baum.

Aber ein schattiger Schutz lässt sich mit den akuten, körperlichen Bedürfnissen nicht immer vereinen.

Diese Wiese lebt, behauptet man ...

... aber sind wir uns da noch sicher?

Allzu viel Bewegung wird in der Hitze jedenfalls am besten vermieden. An Sport ist oft nicht zu denken - nicht einmal an den, der oft in der prallen Sonne betrieben wird.

Anders als am Strand und im Freibad fehlt in der Stadt wohl die Chance zum anschließenden Sprung ins kühle Nass.

Die Menschen, die ihre Wege nicht vermeiden können, drängen sich dort, wo die Sonne nicht scheint ...

... denn an solchen Tagen ist sie nicht ihre Freundin.

Doch selbst dort, wo Schatten erbaut werden sollte, ist nicht immer einer zu finden.

Das passt zum Thema: Warum die richtigen Bilder zur Klimakrise wichtig sind

Hitzewellen sind kein Sommerspaß, sondern gefährden Mensch und Umwelt. Politologin Natascha Strobl erklärt hier, warum der Umgang mit dem Bildmaterial dazu wichtig ist - und wie manche Medien den Ernst der Lage verdecken. Mehr ihrer Videos findest du in der Serie "Übersetz mir das".

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