Morgenmoment
/ 5. Juli 2021

Guten Morgen!

Die globale Mindeststeuer für Unternehmen? Soll kommen. Erbschafts- und Vermögenssteuern in Österreich? Werden immer lauter gefordert. Mehr Taten statt Worte für den Klimaschutz? Versprechen alle. Dass das noch nicht reicht, zeigt Dein Morgenmoment. Heute zusammengestellt von Andreas Bachmann.

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#1 Möchtest Du das teilen?

Die Diagnose narzisstische Persönlichkeitsstörung ist für Angehörige betroffener Menschen oft eine große Belastung - besonders für deren Kinder. So wie Clara: Sie ging durch die Hölle, flüchtete vor den Demütigungen und Beleidigungen ihrer Mutter. Was bleibt sind schmerzhafte Erinnerungen, die tiefe Spuren hinterlassen.

#2 Zahl des Tages

Es sei ein kolossaler Schritt hin zu mehr Steuergerechtigkeit, jubelte Deutschlands Finanzminister Olaf Scholz. 130 Staaten einigten sich darauf, eine Mindeststeuer von 15 Prozent auf Gewinne von Unternehmen zu erheben. Damit soll es global agierenden Unternehmen wie Apple und Amazon schwerer gemacht werden, ihre Gewinne in Steuersümpfe zu verschieben. Dort müssen sie kaum Abgaben darauf zahlen, während die Länder durch die Finger schauen, in denen die Profite gemacht werden. Allein Österreich gehen so jährlich bis zu eine Milliarde Euro verloren.

Im Jahr 2023 soll die Steuer kommen. Dass sich so viele Staaten einigen konnten, ist ein großer Erfolg. Allerdings: Der Satz von 15 Prozent ist ziemlich niedrig, selbst die USA forderten ursprünglich mehr: nämlich 21 Prozent. Der niedrige Satz könnte nun erst recht einen Steuerwettbewerb nach unten antreiben. Finanzminister Gernot Blümel sagte, angesichts der Mindeststeuer sei es wichtig, dass die Gewinnsteuer in Österreich schnell gesenkt werde. Und: Nur Unternehmen mit mehr als 20 Milliarden Euro Umsatz und einer Profitabilität von über 10 Prozent sollen unter die Mindeststeuer fallen.

#3 Ins Netz gegangen

„Ich bekomme ein Vermögen geschenkt, ich muss in Österreich null Euro Steuern darauf zahlen. Die Schieflage ist so arg, das kann man nicht leugnen“, sagt Marlene Engelhorn im Interview mit dem ORF. Sie wird einen zweistelligen Millionenbetrag erben, will das Geld aber gar nicht. Sie will mindestens 90 Prozent davon abgeben. Einzig ihre Fixkosten will sie aus dem Erbe bestreiten, "der Überschuss darf weg, muss weg“, sagt sie. Engelhorn will ihr Geld spenden. Sie setzt sich jetzt für Steuergerechtigkeit ein und fordert: Besteuert mich! „Geld muss demokratisch umverteilt werden.“

#4 Gezeichnet

Der Premierminister ist es nicht mehr gewohnt, mit einer bestimmten Art von Menschen zusammenzutreffen: normale Menschen. Sein Wahlkampfteam hat aber eine Idee in diesem Hebel der Macht-Comic.

#5 Hast Du das gesehen?

Am vergangenen Donnerstag fand in der Wiener Hofburg das Austrian World Summit statt. Die von Arnold Schwarzenegger ausgerichtete Klimaschutz-Konferenz ist auch ein Schaulaufen von Politiker:innen, die beschwören, alles Mögliche zu tun, um die Klimakatastrophe noch abzuwenden. Per Video zugeschaltet wurde auch Klimaaktivistin Greta Thunberg. In ihrer Botschaft warf sie der versammelten Polit-Prominenz Heuchelei vor: "Sie – besonders die Führungskräfte aus den Ländern mit hohem Einkommen – tun so, als würden sie sich ändern und auf die jungen Leute hören, während Sie ziemlich genau so weitermachen wie zuvor." Weiterhin würden fossile Energieträger gefördert, würde Raubbau an der Natur getrieben, sei jüngst von der EU eine gemeinsame Agrarpolitik beschlossen worden, "die das Pariser Abkommen im Grunde unmöglich macht".

Immer mehr Menschen würden das durchschauen: "Aber während Ihre Taten weitergehen, durchschauen immer mehr von uns Ihre Manuskripte und Rollenspiele. Die Lücke zwischen Ihren Taten und Worten ist nicht mehr zu ignorieren. Während um uns herum immer mehr extreme Wetterereignisse wüten. Als Ergebnis fallen junge Menschen auf diesem Planeten nicht mehr auf Ihre Lügen herein."

 

Einen wahrhaft guten Tag wünscht
Andreas

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