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/ 2. September 2020

Guten Morgen!

Heute geht es um einen Wahlkasperl, SystemerhalterInnen die sich bei der Steuerreform wenig ersparen und ungerechte Frauen-Pensionen. Der Morgenmoment wurde für dich zusammengestellt von Katharina Egg und Tina Goebel.

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#1 Möchtest du das teilen?

Larisa ist gebürtige Rumänin und hat vor einem halben Jahr die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen bekommen. Trotz bester Voraussetzungen kein leichter Weg! Wie emotional es für sie war, zu den Klängen der Bundeshymne aus einem CD-Player einen Schwur aufzusagen und wie sehr sie sich freut, endlich erstmals im Herbst in dem Land wählen zu dürfen, in dem sie lebt, liest du hier.

#2 Zahl des Tages

Eine alte Frau sitzt auf einer Parkbank und tippt in ein Handy. Frauen in Wien erhalten 32,6% weniger Pension als Männer.

Heute ist der Wiener Equal Pension Day. Im wienweiten Vergleich erhalten Frauen ab heute bis zum Jahresende durchschnittlich keine Pension mehr. Im Durchschnitt beziehen Wiener 1.968 Euro Rente, Wienerinnen hingegen nur 1.327 Euro pro Monat. Im Österreich-Vergleich ist die Pensionsschere sogar noch größer: Frauen erhalten rund 41,86 Prozent weniger Pension als Männer.

#3 In was für einer Welt leben wir?

Bundeskanzler Kurz erklärte im ORF-Sommergespräch, dass die vorgezogene Steuerreform die „Helden der Krise“ stärker entlastet als durch den von der Gewerkschaft geforderte Corona-Tausender. Das stimmt nicht. Geringe Einkommen profitieren nicht oder kaum. Wir haben nachgerechnet.

#4 Armutsfalle

Diese Woche schreibt Daniela Brodesser in ihrer Kolumne von einer absurden Situation: Sie wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, konnte aber die 20 Euro Fahrtkosten einfach nicht aufbringen. Es gab niemanden, den sie um Hilfe bitten konnte. Es ist ein Teufelskreis, in dem viele Armutsbetroffene gefangen sind: Ohne Geld kein Job, ohne Job kein Geld.

Daniela Brodesser Armutprobe: "Armut beginnt dort, wo du mit den gesellschaftlichen Standards nicht mehr mithalten kannst."

#5 Gegengelesen

In der Dienstags-Ausgabe der Kronen Zeitung wurde den Wiener Grünen der "Wahlkasperl" verliehen: Autor Alex Schönherr zeigt sich schwer entrüstet über die "Ökos", denen er vorwirft, in einer "Zuckerwattewelt" zu leben. Warum? Weil sie Polizeistreifen ohne Schusswaffen wollen. Sollen sich die Beamten zukünftig etwa mit einer "Kuscheloffensive" gegen gefährliche Kriminelle wehren? Sollen sie natürlich nicht: Schließlich fordern die Wiener Grünen nur, dass nur noch Spezialeinheiten Schusswaffen einsetzen dürfen, in Großbritannien sind Beamte oft nur noch mit Pfefferspray, Taser und Schlagstock unterwegs. Weniger bewaffnete Polizisten finden übrigens auch Experten sinnvoll: Besser, der Kriminalität mit Sozialpolitik entgegenzutreten und ihr die Grundlage zu nehmen, nämlich die Armut. Um gegen soziale Probleme anzukämpfen, brauchen Polizisten keine Schusswaffen.

#6 Bonustrack

MOMENT-Chefredakteur Tom Schaffer erinnert uns an ein eher unerfreuliches Erbe der Ex-Regierung aus ÖVP und FPÖ: Die politische Umfärbung der Krankenkassen hin zu einer türkis-blauen Unternehmer-Übermacht. Die politische Umfärbung gefährdet nämlich jetzt in der Pandemie mit neuen Maßnahmen unsere Gesundheit.

Na dann, bleib besser gesund!

Tina und Katharina

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