Morgenmoment
/ 24. November 2021

Guten Morgen!

Egal, ob wir für bessere Arbeitsbedingungen oder gegen eine weltweite Pandemie kämpfen: gewinnen werden wir nur, wenn wir zusammenarbeiten. Dein kämpferischer Morgenmoment kommt heute von Sebastian Panny.

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#1 Möchtest du das teilen?

Fahrradbot:innen haben in Österreich eigentlich einen Kollektivvertrag. Doch bei Lieferdiensten wie etwa Mjam sind 90 Prozent der Beschäftigten freie Dienstnehmer:innen - und für die gelten die Kollektivverträge nicht. Für Erntearbeiter:innen würde der wiederum gelten, aber viele wissen nichts davon. Wie sich prekär beschäftigte für ihre Arbeitsrechte einsetzen können? Am besten, indem sie zusammenarbeiten und sich organisieren.

#2 So kann es gehen

2011 kam Giuseppe Ferrarello, Bürgermeister der Stadt Gangi in Sizilien, auf eine simple Idee: Warum sollte man leer stehende Häuser nicht einfach sehr billig verkaufen, um das Dorf wiederzubeleben?

Natürlich steckt noch mehr hinter dem Konzept. Denn die zukünftigen Besitzer:innen müssen innerhalb von einem Jahr einen Plan vorlegen, wie sie das Gebäude renovieren wollen. Diesen Plan müssen sie dann innerhalb von drei Jahren auch umsetzen. Alle anfallenden Kosten, etwa für die Renovierung oder für Verträge, müssen sie ebenfalls übernehmen.

Das alles ist aber billiger, als sich ein neues Haus zu kaufen oder gar selbst zu bauen. Die Dörfer profitieren ebenfalls davon. Ihnen wird neues Leben eingehaucht, ohne dass am Ortsbild zu viel verändert wird. Aus Sizilien hat sich das Konzept der 1-Euro-Häuser mittlerweile in ganz Italien verbreitet. Aktuell kannst du in 45 Gemeinden Häuser um den Preis kaufen.

 

#3 Hast du das gesehen?

Gelbe Judensterne mit dem Schriftzug "Ungeimpft", Plakate auf denen vor einem neuen Mauthausen gewarnt wird: Protestierende vergleichen sich auf den Coronademos immer wieder mit den Opfern des Holocaust. Warum das nicht nur falsch sondern auch gefährlich ist, erklärt Natascha Strobl in der neuen Ausgabe ihrer Kolumne.

#4 In welcher Welt leben wir eigentlich?

Finanzminister Gernot Blümel wollte zu Beginn des Jahres E-Mails von Mitarbeiter:innen des Ministeriums nicht an den U-Ausschuss ausliefern. Aus seiner Sicht sprach der Datenschutz dagegen. Diese Meinung hat er sich einiges kosten lassen: Genau 180.226,79 Euro hat er für die sieben Gutachten gezahlt, die das unterstützt haben. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage hervor.

Geholfen hat ihm das nichts. Denn am Schluss musste er nach einem Urteil des VfGH die E-Mails trotzdem liefern. Die wurden dem U-Ausschuss dann aber nicht in digitaler Form übermittelt, weil die Dokumente als “geheim” eingestuft wurden. Die rund 15.000 E-Mails wurden also ausgedruckt und an den U-Ausschuss geliefert. Der Transport der Akten kostete übrigens 420 Euro.

 

#5 Hast du das auch gesehen?

Es gibt viele Ideen, wie man die Corona-Krise lösen könnte. Aber eines ist sicher: Mit Eigenverantwortung alleine werden wir es nicht schaffen. Nur gemeinsam werden wir die Pandemie meistern. Und dafür muss die Politik Spielregeln aufstellen, betont Barbara Blaha in der Talkrunde beim ORF-kulturMontag. Die ganze Diskussion kannst du hier nachschauen:

Einen schönen Mittwoch

Sebastian

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