Einkommen: Wie wir wohnen, verstärkt Ungleichheit
Die Idee dahinter ist einfach erklärt: Die Mieterin Maria hat weniger Einkommen zur Verfügung als Eigenheimbesitzer Egon – auch wenn sie am Anfang des Monats denselben Betrag am Konto haben.
Wir haben für dich die 4 wichtigsten Punkte der Studie zusammengefasst:
#1 MieterInnen haben weniger Einkommen und zahlen mehr fürs Wohnen
MieterInnen haben viel höhere Ausgaben als EigenheimbesitzerInnen. Während erstere rund 646 Euro pro Monat fürs Wohnen ausgeben, sind es bei EigentümerInnen im Durchschnitt nur 448 Euro.
Der Einkommensunterschied ist ebenfalls groß: Haushalte mit Eigenheim haben im Monat 1.542 Euro mehr zur Verfügung. Das führt dazu, dass jene, die ohnehin schon weniger haben, einen noch größeren Teil ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben müssen.
Jede 10. Mieterin gibt mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Wohnkosten aus. Dasselbe gilt nur für rund 2 Prozent der EigenheimbesitzerInnen
#2 Deswegen muss Einkommen nach Abzug der Kosten fürs Wohnen verglichen werden
Die Autoren der WU-Studie haben sich angesehen, was passiert, wenn die Kosten fürs Wohnen vom verfügbaren Einkommen abgezogen werden. MieterInnen rutschen dadurch vermehrt ins unterste Einkommensviertel, EigentümerInnen steigen auf. Insgesamt steht Österreich dadurch auch ungleicher da: Eine Art, die Verteilung von Einkommen zu berechnen, ist der Gini-Koeffizient. Dieser liegt immer zwischen 0 und 1, wobei 0 bedeutet, dass alle Menschen gleich viel haben und 1, dass eine einzige Person das gesamte Einkommen hat. Je höher der Gini, desto höher also die Ungleichheit. Beim verfügbaren Einkommen, also nach den Steuern, beträgt der Gini in Österreich 0,35. Rechnet man allerdings die Kosten fürs Wohnen weg, steigt er auf 0,4.
#3 EigentümerInnen überschätzen die Belastung durch Wohnkosten, MieterInnen unterschätzen sie
Um die persönliche Einschätzung mit der Realität zu vergleichen, definieren die Forscher eine Grenze für eine hohe Belastung von Wohnkosten. Hoch belastet sind jene Haushalte, die mehr als 37 Prozent des Einkommens für Wohnen ausgeben.
Objektiv gesehen haben MieterInnen eine überdurchschnittlich hohe Belastung, EigentümerInnen nicht. Bei der eigenen Einschätzung ist das Ergebnis umgekehrt: EigenheimbesitzerInnen glauben viel öfter, dass sie stark belastet sind. MieterInnen unterschätzen ihre Belastung.
#4 Entlastung für MieterInnen statt Förderung fürs Eigenheim
Mieten am privaten Markt belasten das Einkommen am stärksten. Die Autoren der Studie schreiben, dass der geförderte Wohnbau funktioniert und die MieterInnen tatsächlich entlastet. Deswegen schlagen sie vor, die Politik soll sozialen Wohnbau und Gemeindebau ausweiten. Eigenheimförderungen würden wiederum die Einkommensungleichheit verstärken. Denn davon profitieren jene Menschen, die ohnehin besser gestellt sind.
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