Morgenmoment
/ 3. Februar 2022

Guten Morgen,

ein paar Slides mit guten Argumenten erreichten, dass auch Briten-Premier Boris Johnson die Klimakrise ernst nimmt. Was vom Eis in Grönland wegschmolz, könnte die ganze USA unter Wasser setzen. Das und mehr im Morgenmoment, heute von Andreas Bachmann

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#1 Möchtest du das teilen?

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson galt lange als "skeptisch" gegenüber dem Fakt, dass die Klimakrise menschengemacht ist. Aber eine Präsentation mit elf Powerpoint-Folien und die Argumente von fünf Wissenschafter:innen haben sogar ihn überzeugt, dass die Klimakrise Wirklichkeit ist. Hier liest du, was Johnsons Meinung geändert hat.

#2 Zahl des Tages

Es ist eine unfassbar große Zahl: Gigantische 4,7 Billionen Tonnen des Eisschilds, der Grönland bedeckt, sind in den vergangenen 20 Jahren abgeschmolzen. Das hat den Meeresspiegel seitdem um 1,2 Zentimeter steigen lassen. Um die schiere Dimension zu verdeutlichen, kann man es auch so sagen: Die Masse des von Grönland geschmolzenen Eises würde ausreichen, die gesamte USA einen halben Meter tief unter Wasser zu setzen. Forscher:innen des dänischen Polar Portal haben die Daten jetzt veröffentlicht. Die Erderhitzung wirkt sich in der Arktis besonders dramatisch aus.

#3 Wirtschaft erklärt

Wenn es darum geht, die eigene Steuerreform zu loben, betont die Regierung gerne, wer davon profitiert. Die eigentlich größten Reformgewinner werden aber gerne verschwiegen. Von den Familien werden die gut verdienenden besonders entlastet. Die größten Unternehmen müssen künftig weniger Steuern auf ihre Gewinne zahlen. Gewinne, die häufig in den Taschen der vermögenden Firmenbseitzer:innen landen. Ein neues Wirtschaft erklärt von Oliver Picek, Chefökonom des Momentum Instituts.

#4 Black History Month

Der Februar ist Black History Month bei MOMENT. Wir bringen täglich Biografien, Fakten oder Artikel über das Leben von Schwarzen Menschen in Österreich. Heute stellen wir dir vor, welche Begriffe problematisch sind, und welche nicht.

"Farbige/farbig" oder "dunkelhäutig" sind kolonialistische Begriffe und negativ behaftet. Die Begriffe “Farbiger” oder “Dunkelhäutiger” wurden in den Fünfzigern als Ersatzbegriffe für das eindeutig rassistische N-Wort benutzt und wurden verbreitet. Es sind Fremdbezeichnungen. Das heißt, Weiße Menschen haben sie Schwarzen Menschen gegeben. Außerdem geht es nicht um 'biologische' Eigenschaften, sondern gesellschaftspolitische Zugehörigkeiten. Die Begriffe sind daher abzulehnen. Selbstbezeichnungen sind immer besser als Fremdbezeichnung. 

Verwendet werden deshalb lieber andere Begriffe:

Der Begriff People of Colour (PoC) ist eine Selbstbezeichnung von Personen, die Rassismus erfahren. Der aus den USA stammende Begriff wurde auch als Gegenstück, zu der dort oft verwendeten und rassistisch behafteten Fremdbezeichnung “coloured” etabliert. Allgemein gilt People of Colour als gängiger Ausdruck für nicht-Weiße Personen. In den USA wird auch der Begriff BIPoC (Black, Indigenous & People of Colour) verwendet, um die Geschichte von Schwarzen und Indigenen Personen hervorzuheben.

Die Bezeichnung Schwarz bzw. Schwarze Person gilt als Selbstbezeichnung. Das Wort Schwarz wird dabei mit großem "S" geschrieben. Das soll betonen, dass es gar nicht die Hautfarbe beschreibt. Wer schon einmal etwas wirklich Schwarzes (oder Weißes) neben seine eigene Haut gehalten hat, kann selbst sehen, wieso: Die Haut ist in Wahrheit weder wirklich das eine, noch das andere. Durch die Großschreibung wird der Begriff in einen gesellschaftspolitischen Kontext gesetzt und klar gemacht, dass Menschen hier in politisch bestimmte Schachteln gepresst werden.

Nachtrag: Auf das N-Wort haben wir bewusst verzichtet. Es ist extrem rassistisch und problematisch. Es bedarf auch keiner Diskussion darüber.

#5 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Wer in Österreich arm ist, kann sich meist selbst grundlegendste Dinge nicht leisten: Essen, Kleidung und Wohnen. Zu diesem Schluss kommt die Volkshilfe. Sie befragte mehr als 500 armutsbetroffene Familien danach, was sie mit 100 Euro zusätzlich für jedes Kind machen würden. 90 Prozent sagten, das Geld würden sie für Kleidung (54%), Lebensmittel (33%) und Wohnen (24%) ausgeben.

Die Befragung war Teil des Projekts „Existenzsicherung für armutsbetroffene und armutsgefährdete Kinder und Jugendliche in der Pandemie“. Dabei erhalten rund 1.200 Kinder ein Jahr lang monatlich 100 Euro zusätzlich. Geld, das sie und ihre Familien offensichtlich dringend benötigen. Die Interviews zeigten laut Volkshilfe: Die Corona-Pandemie hat die Familien hart getroffen. Fast die Hälfte gab an, von psychosozialen Belastungen betroffen zu sein.

 

Ich wünsche dir einen angenehmen Tag
Andreas

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