Frau bläst Konfetti Richtung Kamera

Hugo Ruiz, Unsplash

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/ 25. Februar 2020

Bis heute, dem 25. Februar, haben Frauen gratis gearbeitet. Das Frauennetzwerk BPW ruft deswegen den Equal Pay Day aus. Im Schnitt werden Frauen 56 Tage weniger bezahlt als Männer, sie verdienen 15,2 Prozent weniger - und zwar nachdem Unterschiede zwischen Branchen und Arbeitszeiten weg gerechnet wurden. Der Gender Pay Gap ist im Vergleich zu 2019 um 0,4 Prozent zurückgegangen. Zur Feier des Tages haben wir 6 Grafiken zum Thema zusammengestellt.

Die Aufschlüsselung der einzelnen Branchen zeigt, wie unterschiedlich groß die Lohnschere zwischen den Geschlechtern ist. Verdienen Frauen im Bergbau sogar um 5 Prozent mehr, müssen sie im Bereich Erziehung und Unterricht im Schnitt mit 26 Prozent weniger Gehalt auskommen.

Zwar sind typische Frauenberufe tendenziell schlecht bezahlt, allerdings gibt es auch hier einen Geschlechterunterschied. Eine Untersuchung des Instituts für Höhere Studien (IHS) zeigt, dass Männer auch in Frauenberufen mehr verdienen. Hier liegt ein Teil der Erklärung wohl daran, dass Männer öfter weiter oben auf der Karriereleiter sind.

Auch zwischen den Bundesländern gibt es große Unterschiede. Am besten schneidet Wien ab: Hier arbeiten Frauen im Schnitt 22 Tage im Jahr gratis. Anders sieht es in Vorarlberg aus: Hier sind es ganze 89 Tage.

“Der unbereinigte Pay Gap des gesamten Bruttojahresverdiensts liegt bei fast 40 Prozent”, sagt Ökonomin Katharina Mader von der Wirtschaftsuniversität Wien. Das liegt daran, dass Frauen ihre Berufstätigkeit öfter unterbrechen, wenn sie Kinder bekommen und sie sich auch um sie kümmern, viel öfter Teilzeit arbeiten und Frauenbranchen tendenziell schlechter bezahlt sind. 38 Prozent der Frauen gibt an, dass sie sich um Angehörige kümmern müssen, also um die Kinder oder die kranken Eltern. Dasselbe gilt nur für 5,6 Prozent der Männer.

“Das sind Faktoren, die wir erklären können”, sagt Mader. Je nach der Rechnungsart, bleiben verschiedenen Instituten und Forschungseinrichtungen ein verschieden hoher Wert übrig, der sich nicht erklären lässt. “Das waren bei der letzten Rechnung der Statistik Austria aus dem Jahr 2014 13,6 Prozent. Andere kommen auf einen einstelligen Wert, je nachdem, welches Interesse sie daran haben.” Marktliberale Thinktanks kämen dementsprechend auf niedrige Unterschiede.

In der Realität bleiben einer Frau in der Pension im Durchschnitt jedenfalls nur 951, einem Mann 1.905 Euro.

Wenig verwunderlich also, dass besonders Frauen im Alter armutsgefährdet sind. “Wir können die Lohnschere verringern, indem wir die unbezahlte Arbeit besser aufteilen und qualitätsvolle wie flächendeckende Kinderbetreuung und Pflege möglich machen”, sagt Mader.

“Die Lohnschere hat jedenfalls reale Auswirkungen auf das Leben von Frauen”, sagt Mader, “Egal, wie viel wir erklären können: Dadurch wird sie nicht gerecht.”

Unser Video zum Thema: Warum es GUTE GRÜNDE für die Lohnschere gibt

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