Zu sind eine Frau und ein Mann im Seminarraum. Auf einer Tafel hinter den beiden kleben zahlreiche Postits und auf dem Tisch an dem sie sitzen stehen Laptops.

Bei der Selbstvermarktung gibt es einen Gender Gap. Foto: Unsplash

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/ 14. Juli 2020

Beim Jobinterview oder dem jährlichen Gespräch mit der Chefin - wir werden immer wieder darum gebeten, unsere eigene Leistung einzuschätzen. Wie du deine Leistung beschreibst, hängt von deiner Fähigkeit zur Eigenwerbung (engl. Self Promotion) ab. Und hier kommt das Geschlecht ins Spiel. Frauen spielen ihre Leistungen eher runter, während Männer eher übertreiben - und zwar bei genau gleich guter Leistung.

Woran liegt das? Gleich mehrere Artikel in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift der gleichnamigen Eliteuniversität Harvard Business Review beschäftigen sich mit diesem Phänomen. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst:

#1 Einzigartige, neue, vielversprechende Forschung von Männern

Forscherinnen verwendeten um ein Fünftel weniger wahrscheinlich positive Ausdrücke, um ihre Ergebnisse zu beschreiben als ihre männlichen Kollegen. Letztere verwendeten besonders oft Kombinationen wie: "neuartige Methode", "einzigartiger Vorgang" oder "vielversprechende Resultate". Das ist nicht alles. Wissenschaftliche Artikel, die mit positiven Worten gespickt waren, wurden bis zu 13 Prozent öfter zitiert als solche ohne positives Framing. Verglichen wurden dabei Artikel mit ähnlichem Neuheitswert.

#2 An der Leistung liegt es nicht

Männer bewerten ihre Leistung um ein Drittel besser als Frauen - wenn sie tatsächlich gleichauf liegen. ForscherInnen führten eine Studie durch, in den Männer und Frauen erst analytische Probleme lösen und dann ihre Performance einschätzen sollten. Obwohl die Leistung ident war, gaben sich Männer von 100 Punkten 61 für ihre Leistung, Frauen nur 46.

#3 Frauen verkaufen sich unter Wert, auch wenn sie es besser wissen

Um falsche Selbsteinschätzung ausschließen zu können, informierte das Forschungsteam die Teilnehmenden über ihre Performance und auch darüber, wie sie im Vergleich zu den anderen abschnitten. Obwohl die Fakten auf dem Tisch lagen und die Selbsteinschätzung an die ArbeitgeberInnen abgegeben wurde, bestand die Selbstvermarktungs-Lücke weiterhin.

#4 Ohne Anreiz auf Übertreibung bleibt die Lücke stabil

Eine weitere Testgruppe wurde gebeten, ihre Selbsteinschätzung ohne Einsicht der Vorgesetzten abzugeben. Sowohl Männer als auch Frauen schätzten sich in dieser Situation schlechter ein - aber die Lücke blieb stabil.

Fazit

Solange die Selbstvermarktung von Männern und Frauen losgelöst von der tatsächlichen Leistung so unterschiedlich ist, kann sie kein effektives Instrument sein, um Arbeit zu bewerten. Frauen sollten sich erlauben, ihre Erfolge zu teilen und Männer sich an der Nase nehmen, wenn es um überzogene Prahlerei geht. So könnten wir die Lücke schließen.

Du willst es ganz genau wissen? Hier findest du die Artikel:
Why Don't Women Self-Promote As Much As Men?
Research: How Women Undersell Their Work

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