Morgenmoment
/ 26. Januar 2022

Guten Morgen!

Zeit ist Geld! Mit dieser altbekannten Weisheit rechtfertigen Superreiche ihre Flüge mit dem Privatjet. Damit sorgen sie leider dafür, dass die Zeit, um unseren Planeten zu retten, noch schneller abläuft. Du hast aber hoffentlich noch drei Minuten übrig, um unseren Newsletter zu lesen. Heute hat ihn Max Eberle zusammengestellt.

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#1 Möchtest du das teilen?

Während Corona das Linienfluggeschäft nach wie vor in der Mangel hat, boomen Flüge mit dem Privatjet. Österreich besitzt EU-weit die fünftgrößte Flotte, die hauptsächlich kurze Strecken innerhalb Europas fliegt. Auch wenn der Sektor nur einen kleinen Teil der Luftfahrt ausmacht -– sein ökologischer Fußabdruck ist enorm. Unsere Recherche zu Privatjets liest du hier.

#2 Hast du das gesehen?

Politologin Natascha Strobl hat eine neue Analyse für dich. Sie zeigt, wie zynisch die Impfgegner:innen mit der Angst der Menschen spielen. Denn die Corona-Leugner- und Impfgegner-Szene hat ein neues Hobby: Sie posten unter jede Todesmeldung die Worte „plötzlich" und "unerwartet“. Das soll Angst schüren. Welche Strategie steckt dahinter?

 

#3 Zahl des Tages

2021 war das "antisemitischste Jahr seit einem Jahrzehnt." Das berichten zumindest die NGO "Zionistische Weltorganisation" und "Jewish Agency". Gemeinsam veröffentlichten sie am Montag einen Jahresbericht (PDF-Download) zu antisemitischen Vorfällen weltweit. Er besagt, dass sich durchschnittlich mehr als 10 antisemitische Taten am Tag ereignen.

In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Vandalismus, Graffiti oder die Schändung von Grabsteinen. Körperliche und verbale Angriffe machen nicht ganz ein Drittel der registrierten Vorfälle aus. Einen "dramatischen Anstieg" gab es bei der Anzahl antisemitischer Verschwörungstheorien. Die Zunahme der antisemitischen Taten führen die Organisationen auch auf die Pandemie zurück: Auf Demos werde etwa der Holocaust "banalisiert", indem Protestierende gelbe Sterne mit der Aufschrift "Ungeimpft" tragen.

In Österreich hat sich die Zahl der Vorfälle im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr sogar verdoppelt. Nahezu die Hälfte der antisemitischen Taten wurde in Europa gemeldet. Die Organisationen weisen allerdings darauf hin, dass die Dunkelziffer der Vorfälle weltweit weitaus höher ausfalle, weil Antisemitismus in vielen Ländern gar nicht erst gemeldet wird.

#4 Zitat des Tages

Schauspiellegende Erni Mangold wird am 26. Jänner 95 Jahre alt! Sie stand sieben Jahrzehnte auf der Bühne und für mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera - zuletzt mit 87 Jahren, als sie für ihre Rolle als Alzheimerpatientin mit dem Österreichischen Filmpreis ausgezeichnet wurde.

Mangold wurde als Teenagerin Zeugin des NS-Regimes und nahm stets eine innere wie äußere Widerstandshaltung ein. 1948 stand sie für den Nachkriegsfilm "Das andere Leben" vor der Kamera, der das Thema Judenverfolgung schon kurz nach Kriegsende behandelte. Später bildete sie als Lehrerin mehrere Generationen junger Schauspieler:innen aus. Wir wünschen alles Gute!

#5 Tweet des Tages

Nach all den Skandalen dürfte es wohl kaum überraschend sein: Österreich bekommt von "Transparency International" wieder ein schlechtes Zeugnis in Sachen Korruption ausgestellt. Österreich ist zwar im Ranking um zwei Plätze von 15 auf 13 gestiegen, verliert aber dennoch Punkte - die Tendenz zeige "eindeutig nach unten". Soll heißen: die Zustände werden schlechter, wenn auch anderswo noch schneller. Einer der zentralen Gründe für die schlechtere Punktzahl sei die nicht erfolgte Umsetzung von nationalen Antikorruptionsprojekten wie Lobbying-Vorschriften oder die Parteienfinanzierung. Auch die Angriffe von Politiker:innen gegen die Justiz und Ermittlungsbehörden seinen "inakzeptabel", so TI-Austria-Vorsitzende Eva Geiblinger. Deutschland belegt im Ranking Platz 10, die Schweiz Platz 7. Den ersten Rang teilen sich Dänemark, Neuseeland und Finnland - das sind übrigens allesamt Länder mit einem weiblichen Regierungschef, wie Twitter-Userin Maria Mayrhofer feststellte.

#6 Bonus Track

Energie- und Treibstoffpreise treiben die Teuerung an. Wieso wir auf den Energiemärkten gerade eine „Verkettung unglücklicher Umstände“ erleben und wie sich diese auch auf andere Preise niederschlägt, erklärt Momentum-Chefökonom Oliver Picek in ORF-„Wien Heute“.

Ich wünsche dir einen schönen Tag!

Max

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