Morgenmoment
/ 28. Juni 2022

Guten Morgen!

Einmal angenommen, Russland stoppt die Gaslieferungen nach Österreich: Was machen wir dann? Darauf will die Bundesregierung nun eine Antwort gefunden haben. Wie diese aussieht, warum Öffis in Österreich gratis sein sollten und vieles mehr liest du in deinem heutigen Morgenmoment von Michael Farthofer.

#1 Möchtest du das teilen?

Wie ist es eigentlich, als queeres Paar ein Kind zu haben? Sarah (35) hat gemeinsam mit ihrer Frau ein Pflegekind aufgenommen. Die beiden sind glücklich, dass sie ihren Kinderwunsch erfüllen konnten. Doch einfach hat es das lesbische Paar nicht: Mit welchen Vorurteilen die junge Familie zu kämpfen hat, wie ihr Umfeld reagiert hat und was sich aus Sarah Sicht unbedingt verbessern muss, erfährst du in unserem neuen Video.

#2 Hast du das schon gesehen?

Hast du schonmal was vom 9-Euro-Ticket gehört? Im Sommer kann man für 9 Euro im Monat durch Deutschland fahren - mit fast allen öffentlichen Verkehrsmitteln. Mittlerweile hat sich das Ticket als Krisenmaßnahme weit mehr als 16 Millionen mal verkauft. In Österreich wurde schon vor der Teuerung als großer Fortschritt das Klimaticket eingeführt. Aber wenn’s schon nur so wenig kostet: Könnte man nicht generell gratis öffentliche Verkehrsmittel einführen? Hier sind drei Argumente, für gratis Öffis.

#3 Zitat des Tages

Sie hat mit ihren Geschichten ganze Generationen geprägt: Die österreichische Autorin Christine Nöstlinger ist heute vor 4 Jahren verstorben. Nöstlinger wurde am 13. Oktober 1936 in Wien-Hernals geboren. Sie war das Kind zweier Sozialist:innen, die stark unter der Nazi-Diktatur litten.

Die studierte Gebrauchsgrafikerin veröffentlichte ab 1970 zahlreiche Kinder- und Jugendbücher, aber auch Kochbücher und Gedichte in Wiener Mundart. Motiv ihrer Geschichten war u.a. ihre eigene Kindheit während der NS-Zeit. Diese hat sie im Roman “Maikäfer flieg!” aufgearbeitet. Christine Nöstlinger setzte sich zeitlebens für Gleichstellung und soziale Gerechtigkeit ein. Sie war jahrelang Ehrenvorsitzende von SOS Mitmensch.

Das Zitat des Tages zu ihren Ehren entstammt Nöstlingers Buch "Eine Frau sein ist kein Sport", der im Jahr 2011 erschien: "Eine Sparflamme mag vor dem Erfrieren schützen, aber so richtig wärmen kann sie einen nicht."

#4 Der Reihe nach

Was machen wir eigentlich, wenn Russland den Gashahn zudreht? Auf diese Frage wollen ÖVP und Grüne jetzt eine Antwort gefunden haben. Der Gasnotfallplan besteht aus 3 Stufen.

In der ersten Stufe befinden wir uns seit 30. März. Seitdem tagt regelmäßig ein Krisenstab. Der beobachtet, wie viel Gas in Österreich wohin fließt. Es werden Maßnahmen getroffen, die die gespeicherte Gasmenge erhöhen sollen. Allerdings sagt die Regierung nicht, welche Maßnahmen das sind. Unklar ist auch, ob und woher Österreich Alternativen für russisches Gas beziehen kann.

Käme gar kein Gas mehr von Russland nach Österreich, würde ein Auktionssystem für Gas in Kraft treten. Dieses System, auch "flexible Merit-Order-Liste" (Flex-MOL) genannt, funktioniert so: Besitzt eine Firma überschüssiges Gas, kann sie es um teures Geld an andere Firmen verkaufen. Für Unternehmen soll es so attraktiv werden, Gas einzusparen und zu verkaufen. So will man die Gas-Krise nach “Markt-Logik” lösen. Schlüge dieses System fehl, müsste die Regierung per Verordnung festlegen, welches Großunternehmen noch wie viel Gas beziehen darf.

#5 Lesetipp

Der oberste Gerichtshof der USA hat das Grundrecht auf Abtreibung aufgehoben. Dadurch wird der legale und sichere Zugang zu Abtreibung für Millionen von Menschen eingeschränkt oder unmöglich gemacht. Auch in Österreich ist die Situation noch alles andere als gut. Ein Schwangerschaftsabbruch ist nur in den ersten 3 Monaten nach Beginn der Schwangerschaft straffrei. Diese Möglichkeit ist aber auch nicht überall garantiert. Denn Ärzt:innen müssen die Behandlung nicht machen. Wie unsere Recherchen schon vor einiger Zeit gezeit haben, führt in ganz Tirol für 170.000 Frauen in gebärfähigem Alter nur ein Arzt Abtreibungen durch. Außerdem hat ein Rundruf in fast der Hälfte der Tiroler gynäkologischen Arztpraxen gezeigt: Auch die Zulassung der Mifegyne Pille verbessert den Zugang kaum. Keine Praxis hat gesagt, dass sie damit Abbrüche begleitet.

Einen schönen Dienstag wünscht dir

Michi

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