Morgenmoment
/ 16. Februar 2021

Guten Morgen!

Heute gibt es offene Stellen und geschlossene Grenzen in deinem Morgenmoment, zusammengetragen von Sebastian Panny.

#1 Möchtest du das teilen?

Man mag sich das heute kaum noch vorstellen können, aber es ist nicht so langer her, dass Tirol noch Mitglied bei der Österreichischen Union war. Es war 1998 und wir waren alle um einiges unschuldiger. Frauen durften zum ersten Mal dem Bundesheer beitreten und die männliche Fußball-Nationalmannschaft zum letzten Mal bei einer Weltmeisterschaft mitspielen. Und wir dachten, dass ein lügender US-Präsident einen großen Skandal darstellt. Lasst euch vom neuen Podcast des Jahres der Gebrüder Moped in eine einfachere Zeit begleiten.

#2 Zahl des Tages

Die Auswirkungen der Corona-Krise sind deutlich spürbar: 102.600 offene Stellen konnten 2020 im Jahresdurchschnitt vergeben werden, 2019 waren das noch 128.200. Damit hat sich die Zahl erstmals seit 2009, dem Ende der letzten größeren Wirtschaftskrise, verringert. Am stärksten betroffen war 2020 der Dienstleistungsbereich. Die einzig halbwegs gute Nachricht: Die Besetzung der offenen Stellen erfolgte etwas schneller. Höchste Zeit, um über ein höheres Arbeitslosengeld und bessere Maßnahmen gegen Langzeitarbeitslosigkeit nachzudenken.

#3 Hast du das gesehen?

Am Sonntag war Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck Gast in der Pressestunde, wo sie unter anderem die gescheiterte Shoppingplattform "Kaufhaus Österreich" verteidigte. Nur leider waren ihre Argumente so zielführend wie die Suchfunktion auf der Plattform. Grund genug für uns die Pausetaste zu drücken und uns ihre Behauptungen näher anzusehen.

#4 Lesetipp

Sie machen einem enorm wichtigen und gleichzeitig belastenden Job. Doch schon vor der Pandemie erhielten 24-Stunden-Betreuungskräfte - in Österreich kommen sie meist aus Osteuropa - kaum Beachtung für ihre häufig prekäre Situation. Und durch die Corona-Krise wurden ihre Arbeitsbedingungen nochmal erschwert: Wegen geschlossener Grenzen mussten manche drei Monate am Stück durcharbeiten, andere durften nicht arbeiten und verloren dadurch ihr Einkommen. Doch das sind nicht die einzigen Hürden, die den Betroffenen in den Weg gestellt wurden.

#5 Besser geht doch

Suizid ist der zweithäufigste Todesgrund unter Jugendlichen in Österreich. Studien zeigen, dass speziell jene jungen Menschen, die lesbisch, bisexuell, schwul, transgender, queer oder intersexuell sind, ein hohes Suizidrisiko aufweisen. Wie man dem entgegenwirken kann, haben ForscherInnen an der Universität Wien untersucht. 

Dafür haben sie Videos der Kampagne “It gets better” - “Es wird besser” analysiert. Diese wurde 2010 ins Leben gerufen und soll der Suizidprävention von Jugendlichen dienen, die einer sexuellen Minderheit angehören. In den Filmen erzählen Erwachsene über ihr Coming-out und was sie dabei beschäftigt hat, um Suizid geht es dabei nur selten direkt. 

Nach der Analyse der ForscherInnen wurden die Videos überarbeitet und betroffenen Jugendlichen vorgespielt. Die Auswertung der Befragung zeigt, dass sich die Selbstakzeptanz der Jugendlichen erhöhte und die Suizidalität verringerte, wenn sie sich mit der Person im Video identifizieren konnten. Besonders jugendliche trans-Personen - also jene Gruppe, die kaum mediale Vorbilder hat - wurde von den Videos gut angesprochen. Wichtig sei es, dass die Jugendlichen Personen sehen, die Krisen überstanden haben, so die ForscherInnen. 

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Wenn du selbst oder Menschen in deinem Umfeld unter Suizidgedanken leiden, kannst du dich an folgende Stellen wenden:

Die Telefonseelsorge steht dir rund um die Uhr unter der Rufnummer 142 oder per Mail und Sofortchat zur Verfügung.

Auch der sozialpsychiatrische Notdienst ist rund um die Uhr telefonisch für dich unter 01/31330 da.

Weitere Anlaufstellen und Informationen findest du auf der Homepage der Suizidprävention Österreich.

 

Ich wünsche dir einen schönen Dienstag!

Sebastian

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