Morgenmoment Coverbild

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/ 20. August 2020

Guten Morgen!

Kennst du das, wenn du wütend bist, aber insgeheim weißt, dass du selbst schuld bist? Ich glaube, so ging es Gernot Blümel gestern. Wieso, erfährst du in deinem superfrischen Morgenmoment, heute zusammengewürfelt von Lisa Wölfl.

#1 Möchtest du das teilen?

Wir müssen über Sterbehilfe reden. In Österreich ist sie verboten, aber vier Verfahren am Verfassungsgerichtshof sind gerade im Gange. Das Gesetz könnte sich also bald ändern. Wir haben mit Marcela gesprochen, ihre Mutter ist in die Schweiz gefahren und wurde dort in den Tod begleitet. Hier findest du die ganze Geschichte.

#2 Zahl des Tages

Zu sehen ist ein schwarzes Neugeborenes. Text: Schwarze Neugeborene sterben in den USA 3 Mal häufiger als weiße Neugeborene, wenn sie von weißen ÄrztInnen behandelt werden.

Eine neue US-amerikanische Untersuchung zeigt, dass Schwarze Neugeborene drei Mal häufiger sterben als Weiße, wenn sie von Weißen ÄrztInnen behandelt werden. Wenn die Schwarzen Babys von Schwarzen ÄrztInnen behandelt wurden, reduzierte sich der Unterschied um 39 bis 58 Prozent.

"Wir gehen davon aus, dass diese Unterschiede durch eine ethnische Übereinstimmung zwischen den ÄrztInnen und den neugeborenen PatientInnen verbessert werden können", schreiben die StudienautorInnen der George Mason University, die 1,8 Millionen Geburten in Krankenhäusern in Florida untersucht haben. Auf die Sterblichkeitsrate von Weißen Babys hatte die ethnische Herkunft der ÄrztInnen keine Auswirkungen. Hier findest du die Studie.

#3 Hast du das gesehen?

Die beste Nachricht seit langem: In der Schweiz regnete es Kakao. Wirklich. Ok, ok, das stimmt nur halb. Wegen einer defekten Lüftungsanlage des Schokoproduzenten Lindt traten Partikel von Kakaobohnen aus - und landeten auf einem Fahrzeug.

#4 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Zuerst Staatshilfen beanspruchen und dann Millionenboni an die Führungsebene auszahlen? So macht es die Fluglinie Austrian Airlines. "Ich erwarte, dass der Vorstand den Bonus umgehend zurückbezahlt", sagt Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) dazu. Komisch eigentlich. Denn es lag an ihm, genau das zu verhindern. Getan hat er es nicht. Unser Kommentar zur Causa.

Dabei verdienen AUA-Vorstandsmitglieder sowieso schon recht üppig im Vergleich etwa zu anderen Angestellten der Fluglinie.

Für das Jahresgehalt eines AUA-Vorstands (936.833 €) muss eine Flugbegleiterin 23 Jahre lang arbeiten.

Gestern Nachmittag hat sich dann noch der CEO der Austrian Airlines Alexis Hoensbroech zu Wort gemeldet. "Wir haben heute nach Rücksprache mit Finanzminister Gernot Blümel beschlossen, die für 2019 ausgezahlten Boni des Vorstands freiwillig zurückzulegen." Ob das auch für die 200 belohnten Führungskräfte gilt, die nicht Teil des Vorstands sind, ist nicht klar.

#5 Lesetipp

Die Journalistin und ehemalige Lehrerin Melisa Erkurt hat ein Buch geschrieben. In "Generation Haram" legt sie die Wunden des österreichischen Bildungssystems offen, das darauf ausgerichtet ist, Lena und Johannes zu unterrichten, nicht aber Ali und Hülya.

Das Online-Magazin Vice veröffentlichte einen Auszug aus dem Buch. Dort schreibt Erkurt, wieso Aufstieg durch Bildung ein Märchen bleibt.

Hab einen schönen Tag! Ich stell mich derweil neben die Mannerfabrik in Hernals und warte darauf, dass die Lüftungsanlage kaputt geht.

Lisa

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