Morgenmoment.
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Redaktion

/ 4. August 2020

Guten Morgen!

Wer am Land lebt, braucht ein Auto. Am Land haben alle ein Auto - wofür also Busse oder Züge ausbauen? Ein Teufelskreis. Aber: Kohlestrom wird endlich weniger und ein MOMENT-Artikel schlägt Wellen. Der Morgenmoment, heute von der Redaktion.

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#1 Möchtest Du das teilen?

Am Land ohne Auto zu leben, sei derzeit "praktisch nicht möglich", sagt Verkehrsforscherin Astrid Gühnemann. "Die Zersiedelung des Landes wurde durch das Auto ermöglicht und hat umgekehrt die Abhängigkeit vom Auto vergrößert." Dem Autoverkehr Platz wegzunehmen, das sei für viele PolitikerInnen noch immer ein Tabu, sagt Gühnemann. Das Autofahren teurer zu machen, sei auch eine soziale Frage. Mehr Kosten treffe untere Einkommen besonders hart. Das müsse ausgeglichen werden, sagt sie.

#2 Zitat des Tages

Der Dramatiker, Schauspieler und Opernsänger Johann Nestroy prägt das Wiener Theater seit dem 19. Jahrhundert. In seinen Stücken hielt der im Jahr 1801 in Wien geborene Sproß einer bürgerlichen Familie der bürgerlichen Gesellschaft oft den Spiegel vors Gesicht. Den weniger gut Situierten galt seine Sympathie. Er prägte den Satz: "Für die Armut braucht man sich nicht zu schämen; es gibt mehr Leute, die sich für ihren Reichtum schämen sollten."

#3 Besser geht doch

Endlich weniger Kohle: Im ersten Halbjahr dieses Jahres ist erstmals weltweit die Produktion von Strom aus Kohlekraftwerken zurückgegangen. Kraftwerke mit insgesamt 18,3 Gigawatt Leistung seien neu ans Netz gegangen. Gleichzeitig wurden zahlreiche Kohlemeiler stillgelegt und so 21 Gigawatt Leistung vom Netz genommen. Das berechneten die Umweltorganisationen Global Coal Plant Tracker und Global Energy Monitor.

#4 Lesetipp

MOMENT berichtete am Montag über Probleme bei den Auszahlungen des Familienhärtefallfonds. Nun hat das Familienministerium auf die von Betroffenen geäußerten Vorwürfe reagiert: Tatsächlich würden Personen, die öfter nachfragen, später eine Antwort erhalten. Jedoch würde das nicht den Zeitpunkt der Auszahlung beeinflussen, beteuert das Familienministerium gegenüber dem Standard, der das Thema aufgriff. Überprüft werden soll nun der Vorfall, ob tatsächlich eine Hotline-Mitarbeiterin einem Vater, der mehrfach nachgefragt hat, wo denn das Geld bleibe, geantwortet hätte, dass er ihr am “A… gehe” und er bestimmt als “letztes ausbezahlt” werden würde.” Hier lest ihr unseren Bericht.

#5 In was für einer Welt leben wir?

Am Wochenende versammelten sich in Berlin 17.000 Menschen dicht gedrängt, um gegen die Schutzmaßnahmen zu demonstrieren, die verhindern sollen, dass sich das Coronavirus weiter ausbreitet. Masken tragen, Abstand halten, Hände waschen? Das sind für sie zu weit gehende Einschränkungen. Einige sehen ihre Grundrechte eingeschränkt. Manche glauben, das Virus existiere gar nicht. Die sogenannten Hygiene-Demos in Deutschland werden in hohem Maße von der rechten Szene, von VerschwörungstheoretikerInnen und EsoterikerInnen vereinnahmt. Die Stimmung ist: aggressiv. Die ZDF-Reporterin Dunja Hayali berichtet hier, wie ihr Team von DemonstrantInnen beleidigt und attackiert wurde. So weit, dass sie den Dreh abbrechen musste, obwohl sie von Sicherheitspersonal begleitet wurde. "Diese Einschüchterung darf uns aber nicht daran hindern, weiter unseren Job zu machen", sagte sie danach.

 

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