Morgenmoment.
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Redaktion

/ 7. August 2020

Guten Morgen!

Was glaubst Du kostet Autofahren wirklich? Studien zeigen: Die meisten schätzen die Kosten viel zu gering ein, mit negativen Folgen für uns alle. Dazu: Wie deutsche Großkonzerne von einem fiktiven Ministerium aufs Glatteis geführt wurden, und tiefe Einblicke in das Weltbild ihrer Führungskräfte gestatteten. Wie viele Menschen sich kein Smartphone leisten können und wie teuer Plastiksackerl in Chile jetzt sind. Der Morgenmoment, heute von Andreas Bachmann.

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#1 Möchtest Du das teilen?

Weil sie in der Corona-Krise weniger Geld verdienen fällt vielen plötzlich auf: Hoppla, ich zahle viel zu viel für mein Auto. Wir unterschätzen massiv, wie teuer Autofahren wirklich ist. Dazu kommt: Viele externe und indirekte Kosten des Autofahrens werden auf die Allgemeinheit abgewälzt. Wüssten wir genau Bescheid, wie viel von unserem Geld das Auto tatsächlich verschlingt, würden viele aussteigen. Aber: Für sehr viele Menschen ist das selbst dann nicht machbar - weil (noch) die Alternativen fehlen. Wie wir uns beim Autofahren selbst belügen, lest ihr hier.

#2 Zahl des Tages

Für die meisten von uns sind Smartphones unverzichtbare Begleiter Im Alltag. Doch für Milliarden Menschen auf der Welt sind sie noch immer unerschwinglich. Fast 2,5 Milliarden Menschen leben laut der Allianz für bezahlbares Internet in Ländern, in denen ein Handy mindestens ein Viertel eines Monatslohns kostet oder sogar ein halbes Jahresgehalt. Auch Datenpakete für mobilen Internetzugang können sich viele Menschen nicht leisten.

#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Es klingt zunächst einmal gut: Österreichs Unternehmen sollen krisenfester werden. Eigenkapital aufzubauen soll sich steuerlich auszahlen, verspricht die Regierung. Nur: Vor allem große Unternehmen profitieren davon, kleine und mittlere Betriebe gehen oft leer aus. Warum, lest ihr hier.

#4 Hast Du das gesehen?

Guerilla-Journalismus at its best lieferte jetzt das "Peng! Kollektiv" aus Deutschland. Die AktionskünstlerInnen riefen bei Vorständen großer Unternehmen an und stellten sich als ein fiktives "Bundesamt für Krisenschutz und Wirtschaftshilfe" vor. Dabei stellten sie umfangreiche Staatshilfen in Aussicht, knüpften das Ganze allerdings an Bedingungen. Das lieferte erstaunliche Ergebnisse: So konnten sich Fleischunternehmen vorstellen, auf ein 100 Prozent veganes Sortiment umzusteigen. Einige Unternehmen hätten auch Verständnis für Verstaatlichungen. "Die Telefonate waren Stichproben, doch sie bieten einen Einblick, wie leicht es sein kann, Politik zu betreiben, die sich so nennen darf: das Interesse der gesamten Gesellschaft durchzusetzen – und nicht nur die mikroökonomischen Interessen einzelner Branchen oder nationale Interessen", schreibt das "Peng! Kollektiv" auf ihrer Projektseite. Es goß das Ganze in eine wiederum fiktive Reportage. Anschauen!

#5 Besser geht doch

350 Dollar für ein Plastiksackerl, das ist teuer. Seit einigen Tagen dürfen in Chile in Geschäften keine Plastiksackerl mehr ausgegeben werden. Zwei Jahre hatten die Läden Zeit, sich auf das neue Gesetz einzustellen. Jetzt wird gestraft: Wer sich nicht an die Vorgabe hält, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 350 Dollar (umgerechnet fast 300 Euro) rechnen. Laut chilenischem Umweltministerium konnte das Land in den letzten beiden Jahren bereits fünf Milliarden Plastiksackerl einsparen.

Ich wünsche Dir einen schönen Tag!

Andreas

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