Morgenmoment
/ 31. August 2021

Guten Morgen!

Was Graz und Paris unterscheidet? Beides sind zweifellos Weltstädte, doch die Metropole an der Mur war der französischen Hauptstadt bis gestern in einem Aspekt besonders überlegen. Welcher das ist, erfährst du im heutigen Morgenmoment, zusammengestellt von Sebastian Panny.

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#1 Möchtest du das teilen?

Wer vom Land aus zur Arbeit pendelt, hat gefühlt nur eine Möglichkeit: Mit dem eigenen Auto fahren. Warum ist es so schwer, im ländlichen Raum in Öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen? Um dieser Frage nachzugehen waren wir in Zwettl in Niederösterreich zu Besuch, wo besonders viele mit dem Auto unterwegs sind.

#2 Besser geht doch

Paris setzt seine Verkehrswende fort und führt ein flächendeckendes Tempolimit von 30 km/h ein. Das soll für weniger Lärm und Unfälle sorgen, ausgenommen sind nur einige zentrale Verkehrsachsen. Die Maßnahme wird laut einer Umfrage von fast 60 Prozent der Pariser:innen unterstützt. In Frankreich gibt es einige andere Städte, in denen dieses Limit bereits erfolgreich umgesetzt wurde.

Die Maßnahme ist ein weiterer Schritt, um Paris für die Bewohner:innen lebenswerter zu machen und den Autoverkehr zu verringern. So wurden während der Corona-Krise Pop-Up-Radwege gebaut, die zu mehr Radverkehr geführt haben. Sie werden jetzt dauerhaft bleiben. Bis 2030 sollen noch 680 Kilometer an Radwegen dazukommen und Autos mit Verbrennungsmotoren im Zentrum verboten werden. Die Champs-Élysées wird dann außerdem zu einer “grünen Oase” umgebaut, die mehr Platz für Fußgeher:innen und Radfahrer:innen bieten soll.

Auch in anderen Ländern kommt die Beschränkung zum Einsatz. Brüssel ist etwa seit 2021 eine 30 km/h-Zone. Und in Deutschland wollen sieben Städte die Regelung und deren Auswirkungen testen. Und Österreich? Das war sogar einmal Vorreiter bei diesem Thema. 1992 hat Graz flächendeckend Tempo 30 auf den Straßen eingeführt und bis heute beibehalten. Doch passiert ist anderswo in Österreich seitdem wenig. Die Vorreiterrolle wurde eingebüßt.

 

#3 Lesetipp

AMS-Chef Johannes Kopf würde gerne die Zuverdienstgrenze für Arbeitslose stark senken oder sogar Zuverdienstmöglichkeiten streichen. Dagegen sprechen nicht nur viele Zahlen und Statistiken - etwa, dass Arbeitslose mit Zusatzjob trotzdem genauso aktiv nach einer Arbeit suchen.

Bei uns spricht auch eine Betroffene darüber, was dieser Schritt bedeuten würde - nämlich aus der eigenen Erfahrung heraus. Karin* war ein Jahr arbeitslos und hat einen Zusatzjob benötigt, um über die Runden zu kommen. Ihr hat aber eben gar nicht das AMS, sondern der Nebenjob dabei geholfen, die Zeit zu überstehen und beruflich wieder Fuß zu fassen.

#4 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Milliardär Rene Benko ist im Corona-Jahr noch reicher geworden. Und das, obwohl seine "Galeria Karstadt Kaufhof" in Insolvenz ging. Mehr als 40 Filialen wurden geschlossen und rund 4000 Menschen verloren ihren Arbeitsplatz. Durch das Insolvenzverfahren wurden die 2 Milliarden Euro Schulden gestrichen. Und durch die Schließung des Kaufhauses flossen Corona-Hilfen in einer dreistelligen Millionen-Summe.

Und er selbst? Benkos Immobilienfirma Signa-Group boomt und er schüttet sich großzügige Dividenden aus. Jetzt fordert er weitere Hilfen vom deutschen Staat. Wie Rene Benko so reich geworden ist und diesen Reichtum noch weiter vermehrt, haben wir hier ausführlich beschrieben.

#5 Der Reihe nach

Die CO2-Steuer gilt als ein wichtiges Mittel im Kampf gegen die Klimakrise. Sie soll dazu führen, dass die Menschen weniger Schadstoffe verursachen. Doch bei der Steuer muss man auch soziale Aspekte berücksichtigen. Denn sonst verändert die Steuer zu wenig oder belastet ärmere Haushalte stärker als andere. Wie schafft man es, dass so eine Steuer gerecht verteilt ist und auch etwas verändert? Wir haben dem Ökonomen Joel Tölgyes vom Momentum Institut dazu fünf Fragen gestellt

Einen schönen Dienstag,

Sebastian

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